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Brandenburg/Havel Industriemuseum: Kinder auf den Spuren des Arbeitervarietés
Lokales Brandenburg/Havel Industriemuseum: Kinder auf den Spuren des Arbeitervarietés
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18:03 17.08.2018
Voll konzentriert: Junge Künstler auf den Spuren des Arbeitervarietés im Industriemuseum. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

Das Arbeitervarieté gehörte zu den wohl ungewöhnlichsten Abteilungen des Stahl- und Walzwerkes in Brandenburg an der Havel. Seit der Gründung vor 50 Jahren bis zum Ende des Ensembles 1993 studierten Beschäftigte des Werkes in ihrer Freizeit Revuen und Theaterstücke ein, Radfahrartisten führten halsbrecherische Kunststücke vor und die Akrobatik war atemberaubend.

Diese artistischen Spitzenleistungen der Freizeitartisten des größten Stahlproduzenten der DDR bilden den Ausgangspunkt für das Ferienprogramm des Industriemuseums Brandenburg. In dieser Woche begaben sich insgesamt 14 Schüler zwischen 6 und 14 Jahren in den Hallen des ehemaligen Stahlwerks auf die Spuren des Varietés.

Das Arbeitervarieté des Brandenburger Stahl- und Walzwerkers war legendär und berühmt für seine Auftritte. Die jungen Teilnehmer des Ferienprogramms werden im Industriemuseum selbst zu Künstlern.

„Die Generation der ehemaligen Stahlwerker stirbt langsam aber sicher aus“, sagt Susanne Lehmann, Museumspädagogin und Organisatorin des Programms. „Da aber das Interesse in den jüngeren Generationen durchaus noch vorhanden ist, hält unsere Arbeit die Geschichte des Stahlwerks am Leben.“ Das Ferienprogramm führte die Kinder, die teilweise aus Kirchmöser, Wusterwitz und Berlin anreisten, hinter die Kulissen des Werkes.

Kinder besichtigen das Museumsdepot

So besuchten sie nicht nur das Museumsdepot, in dem sich Requisiten, Musikinstrumente und Kostüme des Arbeitervarietés finden lassen. Die Nachwuchshistoriker inspizierten ebenfalls die ehemaligen Arbeitsplätze der Fahrradkünstler, Rollschuhläufer und Tänzer. Auch ein Kran müsse schließlich sich und seine Last in ein Gleichgewicht bringen- und ist damit durchaus mit den wagemutigen Männern und Frauen des Arbeitervarietés zu vergleichen.

Die Anfänge dieses Varietés gehen bereits auf den September 1955 zurück, als im VEB Stahl- und Walzwerk Brandenburg (SWB) eine Gruppe für Sportakrobatik gegründet wurde. In den Folgejahren gewann diese neben unzähligen Titeln in den Bezirks- und Kreismeisterschaften zudem achtmal den DDR-Meistertitel. 1959 kam es dann zur Gründung des Arbeitervarietés.

Aufbau der Artistentruppe unter fachlicher Anleitung

Perspektivisch sollte das Ensemble zu einer professionellen Gruppe unter Anleitung der staatlichen Fachschule für Artistik Berlin ausgebaut werden, um mit den „Veranstaltungen von ständig steigendem Niveau das geistig-kulturelle Leben unserer Werktätigen zu bereichern“, wie es in der Betriebszeitung „Roter Stahl“ vom 17. Februar 1967 heißt.

Zu den Darbietungen gehörten unter anderem Jongleure, eine Trapez-Vertikalseil-Darbietung, Diabolospiel sowie eine Schlappdarbietung. In den 80er-Jahren bewerkstelligte das Ensemble etwa 30 bis 40 Auftritte im Jahr mit insgesamt vier Programmen. Bis zum letzten Auftritt am 31. Dezember 1993 hatte das Arbeitervarieté in den 26 Jahren des Bestehens rund 1600 Mitglieder.

Kleine Akrobaten ganz groß

Linda Jacobs ist zehn Jahre alt und trainiert seit einem Jahr beim SFB 94 in der Havelstadt. Sie gehört zu den vier Akrobaten der Teilnehmergruppe des Ferienprogramms und ist begeistert. „Meine Oma hat von dem Programm gelesen und hat mich mit ins Industriemuseum genommen“, sagt Linda. „Mir macht es hier sehr viel Spaß und ich lasse mich überraschen, was noch so passiert.“

Theaterpädagogin bastelt mit den Kindern Figuren

Schlussendlich wurden die Kinder selbst zu Künstlern. Gemeinsam mit Elias Hirsch vom Lehniner Institut für Kunst und Handwerk sowie Theaterpädagogin Michelle Schmidt bastelten sie Balancefiguren, die an Drähten durch die Stahlwerkshalle schwebten und Seiltänzern nachempfunden waren.

Dieses Projekt bildet jedoch nur den Auftakt einer Museums-Arbeitsgemeinschaft, die sich ab der ersten Schulwoche einmal wöchentlich trifft um sich weiter mit der Geschichte des Arbeitervarietés zu beschäftigen. Ziel ist die Erarbeitung einer finalen Veranstaltung zum Museumsaktionstag „Feuer und Flamme“ am 27. Oktober dieses Jahres im Industriemuseum.

Von Tobias Wagner

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