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Die letzte Standhafte im Plauer EKZ

Bis auf „Geschenke und Blumen“ sind alle Mieter raus. Die letzte Standhafte im Plauer EKZ

Einige Male sollte das 1993 errichtete EKZ Plaue, dessen Verkehrswert mit 1,4 Millionen Euro festgelegt wurde, bereits unter den Hammer. Doch auch bei der jüngsten Zwangsversteigerung Ende März wurde laut Sprecher Wolfgang Peters dem einzigen Bieter der Zuschlag versagt, weil das Gebot nur bei 200 000 Euro lag. Ines Krüger ist jetzt vor Ort die letzte Mieterin!

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Einzige Mieterin: Ines Krüger (l.) mit Stammkundin Martina Zerbe.

Quelle: Claudia Nack

Plaue. Während Rewe in der Genthiner Straße aus allen Nähten platzt, herrscht im Einkaufszentrum in der Koenigsmarckstraße gespenstische Leere. Der Parkplatz ist verwaist, die Foyertüren sind abgeschlossen, an Schaufenstern kleben „Wir ziehen um“-Schilder. Nur „Geschenke & Blumen“ ist übrig. Ines Krüger ist die letzte standhafte Mieterin. Noch.

Seit vier Wochen bietet sie ihr Sortiment nicht mehr im innenliegenden Geschäft an, sondern straßenseitig. „Damit ich von den Kunden gesehen werde“, sagt sie. „Schlüssel umdrehen und Aufhören wäre die Alternative gewesen.“ Aber daran mag die 47-Jährige nicht denken, schließlich geht es um ihre Existenz. Sie lebt hauptsächlich von Stammkunden. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt sie, die ausharren will, bis sich ein anderes Objekt auftut. „Am liebsten in Plaue, weil ich hier lebe, oder in Kirchmöser.“ Dass sie im EKZ die Letzte ist, stimmt sie traurig. Aus ihrer Sicht hätte ein Drogeriemarkt sehr gute Karten, weil es im Umkreis bis Wusterwitz keinen mehr gibt. Auch einen anderen Discounter und im nie ausgebauten Obergeschoss altersgerechtes Wohnen kann sie sich vorstellen.

Nach dem Auszug von Penny als Ankermieter Ende 2012 ging es im EKZ bergab. Einer nach dem anderen zog aus. Anfang April auch der Angelladen Plaue, der jetzt neben Blugesa in der Genthiner Straße zu finden ist. „Ich wollte nicht der Letzte sein, der das Licht ausmacht“, sagt Jan Borek. „Außerdem war es nach acht Jahren Zeit, sich zu verändern.“ Dass Angelsport, ein anderer Anbieter, nun noch näher dran ist, stört den 36-Jährigen nicht.

„City Jeans“ hat sich vorigen Freitag nach 20 Jahren aus Plaue verabschiedet, um nach Umbau und Umzug ab 14.April ein paar hundert Meter weiter jenseits der Seegartenbrücke in Kirchmöser im einstigen Schlecker wieder zu eröffnen. „Mit dem gleichen Sortiment, Service und Personal“, sagt Inhaberin Claudia Riemann. Sie habe die Reißleine gezogen, weil die Laufkundschaft um die Hälfte zurückgegangen sei. City-Jeans ist in der Wusterwitzer Straße nun wieder unter einem Dach mit dem Kinderausstatter „Pfiffikus“, der vor einem Jahr nach Kirchmöser umzog, und der Brandenburger Bank, die im Sommer folgte.

Einige Male sollte das 1993 errichtete EKZ Plaue, dessen Verkehrswert mit 1,4 Millionen Euro festgelegt wurde, bereits unter den Hammer. Doch auch bei der jüngsten Zwangsversteigerung Ende März im Potsdamer Amtsgericht wurde laut Sprecher Wolfgang Peters dem einzigen Bieter der Zuschlag versagt, weil das Gebot nur bei 200 000 Euro lag. Offenbar zu wenig für den Gläubiger. Die Grenzen sind längst gefallen.

Während sich Ortsvorsteherin Lieselotte Martius (SPD) sowohl eine Belebung der Genthiner Straße als auch des EKZ und ein weitergefassteres Einzelhandelskonzept für Plaue wünscht, schlagen bei Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) zwei Herzen in einer Brust. „Das wäre ein Widerspruch.“ Denn in dem Konzept, das derzeit fortgeschrieben wird, soll die Genthiner Straße im Bereich des „Sterns“ das Nahversorgungszentrum bleiben. Derzeit sei nur Rewe, der sich in Plaue vergrößern will, am Objekt Koenigsmarckstraße interessiert, würde aber einen größeren Neubau favorisieren, für den aus Stadtplanungssicht ein B-Plan nötig wäre, so Scheller. „Noch im April soll es ein Gespräch geben, an dem auch Wirtschaftsförderung und Ortsvorsteherin teilnehmen.“ Die alte Gärtnerei sei definitiv vom Tisch.

Von Claudia Nack

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