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Initiative zählt mehr Autos als der Gutachter

Packhof-Streit Initiative zählt mehr Autos als der Gutachter

Wenn sich am Mittwoch die Volksvertreter in der Stadt Brandenburg zur SVV treffen, wird es auch um die Entwicklung des Packhofs gehen. Insbesondere über die Einleitung eines Bauleitverfahrens und die Bedingungen der Grundstückskaufoption für die Premero GmbH soll abgestimmt werden. Indes schlägt die Bürgerinitiative, die den Hotelbau verhindern will, Alarm.

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Der Packhof von oben.

Quelle: T. Klitzke

Brandenburg/H. Wenn sich am Mittwoch die Brandenburger Stadtverordneten zur SVV treffen, wird es auch um die Entwicklung des Packhofgeländes gehen. Insbesondere über die Einleitung eines Bauleitverfahrens und die Bedingungen der Grundstückskaufoption für die Premero Immobilien GmbH soll dann abgestimmt werden.

Die Bebauung des Packhofes mit einem Hotel und Wohnungen ist seit geraumer Zeit umstritten. Die Bürgerinitiative Packhof, die nach eigenen Angaben inzwischen 260 Menschen vereint, kämpft entschieden dagegen. Einen Tag vor der Abstimmung, also so knapp, dass weder Medien noch Lokalpolitik die Möglichkeit haben die Richtigkeit zu prüfen, hat die BI am Dienstag ein Gegengutachten zur Verkehrsbelastung vorgestellt.

Zur Erinnerung: Im April 2016 war ein Gutachten zur Verkehrsplanung im Packhofgebiet vorgestellt worden, in dem es hieß, die „zu erwartenden Verkehrsmengen können von den bestehenden Verkehrsanlagen mit leichten Modifikationen leistungsfähig abgewickelt werden.“ Das glaubten die Bürger, die sich in der Folge in der Initiative organisierten, angesichts der gegenwärtig hohen Verkehrsbelastung nicht.

Eine Arbeitsgruppe der Bürgerinitiative kommt jetzt zu ganz anderen Zahlen als das Dresdner Planungsbüro IVAS, das die Begutachtung im Auftrage der Stadt unternahm. Michael Prechtel von der BI, der als sachkundiger Einwohner im Bauausschuss sitzt, erklärt: „Grundlage des Gutachtens war eine Verkehrszählung, die sich mit den Verkehrsströmen im Stadtzentrum beschäftigte.“ Die Zählung sei wichtig, weil damit deutlich werde, ob der zunehmende Autoverkehr im Falle der geplanten Packhofbebauung bewältigt werden könne. Gleichzeitig könnten damit alle weiteren Belastungen wie Lärm, Abgase und Feinstaub errechnet werden. „Unsere eigenen Messungen, die einen deutlich größeren Messzeitraum umfassen, sind zu völlig anderen Ergebnissen gekommen“, sagt Prechtel. Laut der BI-Zählung liege die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke in der Kleinen Münzenstraße um ein Drittel höher als in dem IVAS-Gutachten. Die Dresdner zählten 1992 Fahrzeuge am Tag, die BI-Arbeitsgruppe 2624 Fahrzeuge pro Tag.

Ein weiteres gravierendes Problem sei daneben das Verkehrsaufkommen am Mühlendamm mit 13 289 Fahrzeugen pro Tag laut BI-Gutachten. Damit sei dort das Verkehrsaufkommen größer als an der Schadstoffmessstelle in der Neuendorfer Straße, wo immer wieder deutliche Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte gemessen würden. Mehr Verkehr am Mühlendamm würde also die Gesundheit der Bürger schädigen, heißt es aus der BI. Man sei bereit, der Stadtverwaltung die Untersuchungen zur Verfügung zu stellen.

Der geplante SVV-Beschluss blende das Verkehrsproblem völlig aus, unterstellt die BI. Dem widersprach die Stadtführung stets.

Von Benno Rougk

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