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Ins Brandenburger E-Werk zieht junges Leben

Stadtentwicklung in Brandenburg an der Havel Ins Brandenburger E-Werk zieht junges Leben

Drei Jahre lang hat die Stadt Brandenburg Anzeigen geschaltet und die Immobilie weltweit im Internet offeriert – doch die Lösung lag viel näher: Ein Brandenburger Unternehmer erwirbt das alte E-Werk direkt am Ufer des Stadtkanals – und hat große Pläne mit dem altehrwürdigen Industriedenkmal.

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Das E-Werk will nach Jahrzehnten der Ruhe aus seinem Dornröschenschlaf geküsst werden.

Quelle: Christian Griebel

Brandenburg/H. Das alte E-Werk an der Bauhofstraße wird verkauft: Wenn die Pläne der Erwerber sich erfüllen, entsteht zwischen Stadtkanal, Bauhofstraße und altem Straßenbahndepot einer der schönsten Plätze der Stadt. Geplant sind ein Hostel mit Angeboten für Freizeitsport und Fitness sowie Ferienwohnungen. Hostels sind preisgünstige Unterkünfte, die speziell auf jüngere Zielgruppen ausgerichtet sind. Erwerber sind nach MAZ-Informationen der Unternehmer Ingo Dierich sowie ein Geschäftspartner.

Dierich führt seit 1995 ein von ihm gegründetes Unternehmen für Inneneinrichtungen mit eigener Produktion, seine Ehefrau Christiane führt die Pension Havelfloß, gemeinsam haben sie diese mit einer Flotte von motorisierten Holzflößen für Ausflügler ausgestattet. Nicht zuletzt hat Christiane Dierich noch das Brückencafé mit Kanuverleih direkt an der Jahrtausendbrücke. Insofern sind Dierichs bereits mit Gästebetreuung sowie Freizeitaktivitäten auf dem Wasser durchaus vertraut. Eine MAZ-Anfrage beschied Ingor Dierich mit einem knappen „Kein Kommentar“. Allerdings dementierte er seine Kaufabsichten auch nicht, willigte ein, seine Pläne vorzustellen, wenn der Kaufvertrag unterschrieben ist.

Ingo Dierich ist der Käufer

Mehr als drei Jahre lang hatte die Stadt die seit Jahrzehnten nicht mehr genutzte Industrieruine vergeblich zum Verkauf offeriert . Zum Ende vergangenen Jahres meldeten sich nach mehrfachen Öffentlichkeitsaktivitäten zwei ernsthafte Kaufinteressenten. Ein potenzieller Investor aus Magdeburg gab dann allerdings kein Kaufangebot ab. Dierich bot 90 000 Euro. In der Beschlussvorlage heißt es dazu: „Das aktuelle Verkehrswertgutachten bestätigt die entsprechende Werthaltigkeit des Objektes.“ Das steht aber im Gegensatz zum ursprünglich veranschlagten Verkaufspreis von nur 40 000 Euro.

Allerdings hatte die Stadt im Jahr 2013 diverse Sicherungsmaßnahmen vornehmen lassen, welche den schnellen Verfall des Ensembles hinauszögerten. Das von den Erwerbern vorgelegte Bebauungs- und Nutzungskonzept wurde mit den Denkmalbehörden und der Stadtplanung abgestimmt. Das äußere Erscheinungsbild des Industriedenkmals bleibt erhalten, ebenso einige Teile der Innenarchitektur mit Denkmalwert. Das Investitionsvolumen soll bei 4,5 Millionen Euro liegen.

Investitionsvolumen: 4,5 Millionen Euro

Das alte E-Werk gilt trotz aller Vorzüge – vor allem durch die Lage am Wasser - als schwierige Immobilie: Es können durch die industrielle Nutzungen noch Altlasten vorhanden sein, zudem liegt es in direkter Nachbarschaft von Hauptpumpwerk und Zwischenspeicher der Brawag, die vor zwei Jahren mit Anlagen zum Unterdrücken von Geruchsbelästigungen nachgerüstet hat.

6421 Quadratmeter am Wasser

Das E-Werk ist ein zwischen 1901 und 1928 entstandene Ensemble aus Kesselhaus, Maschinenhalle und Anbauten mit knapp 1700 Quadratmetern Nutzfläche nebst 6421 Quadratmeter großem Grundstück.

Für die Immobilie hat die Stadtverwaltung vor Jahren eine Machbarkeitsstudie erarbeiten lassen, welche die Nutzungen „Event”, „Herberge” und „Museum” geprüft und als durchführbar erachtet hat.

„Die Veräußerung der Immobilie erfolgt bevorzugt an Erwerber, welche die Verwirklichung dieser Entwicklungsziele planen”, hieß es im Exposé für das Objekt.

In der Ausschreibung hatte sich die Stadt vorbehalten, nicht allein nach höchstem Gebot zu entscheiden, sondern nach überzeugendem Nutzungskonzept.

Über den Verkauf entscheidet endgültig die Stadtverordnetenversammlung am 27. April, obwohl dies bequem der Hauptausschuss hätte erledigen können – analog zum Alten Stadtbad vor wenigen Wochen. Außerdem liegt der Verkaufspreis unterhalb von Wertgrenzen, die eine SVV-Zuständigkeit erzwingen würden. Allerdings hatte sich die Verwaltungsspitze freiwillig vor mehr als einem Jahr dazu mehr oder weniger verpflichtet, weil lange Zeit andere öffentliche Nutzungen erwogen wurden (siehe Infokasten) und mehrere Stadtverordnete noch immer an der Idee einer Museumshalbinsel hängen. Allerdings wird diese wegen des Geldmangels der öffentlichen Hand nie kommen. Zudem entsteht demnächst auf der Halbinsel auch noch ein Skaterpark.

Von André Wirsing

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