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Brandenburg/Havel Entspanntes Cuba-libre-Flair auf Acapulco
Lokales Brandenburg/Havel Entspanntes Cuba-libre-Flair auf Acapulco
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16:34 04.07.2018
Insel Beetzsee Quelle: Jürgen Lauterbach
Brandenburg/H

Unter der Woche lässt sich die Karibikstimmung im Beetzsee am ruhigsten genießen. Mit der Angelrute vielleicht, auf dem Bötchen oder am Strand von Acapulco in Badesachen. Vielleicht auch mit einem Becher Cuba Libre in der Hand, so wie bei Antonio Esteves, zu dem die Insel im Beetzsee passt wie der Atlantik zum Pazifik.

Der Brandenburger Antonio Esteves genießt zum ersten Mal einen Tag auf Acapulco. Quelle: Jürgen Lauterbach

Seit elf Jahren lebt der 35 Jahre alte Kubaner in Brandenburg an der Havel. Auf der 120 Meter langen und 70 Meter breiten Insel, die Hünensteg heißt, aber nur Acapulco genannt wird, verbringt er zum allerersten Mal einen sonnigen Sommernachmittag.

Mit einem Arbeitskollegen ist Antonio Esteves zum Angeln rüber gekommen auf die Insel und genießt das märkische Pazifik- oder Karibikflair. Solange nichts anbeißt, genießt er einen Schluck von dem Longdrink aus seiner Heimat, allerdings ohne Eis.

Die beiden Männer können die Sonne auskosten, weil sie in Schichten arbeiten bei ZF und gerade drei Tage frei haben.

Verschiebung, Neupflanzung, Hochwasser, Eis, Biber: Der Hünensteg hat viel mitgemacht. Die Acapulco genannte Beetzseeinsel ist neun Jahre nach der Radikalkur noch nicht wieder in Hochform. Doch Fortschritte sind unverkennbar. Mit einem Drink lässt sich doch wunderbar aushalten.

Christian Brückner und Annika Krüger aus Wusterwitz und Kirchmöser haben aus einer Laune heraus mit dem Boot auf Acapulco angelegt. Der viereinhalb Jahre alte Nils ist eine Wasserratte und hat sich gleich angefreundet mit dem kleinen Sandstrand.

„Ein bisschen viel Entendreck gibt es hier, aber sonst ist alles gut“, versichert Annika Krüger, der die Kanincheninsel näher liegt als die Beetzseeinsel neben der Regattastrecke. Christian Brückner ist zehn Jahre lang nicht auf Acapulco gewesen, kennt das Eiland bisher also nur so, wie es vor der Verlegung im Herbst 2009 ausgesehen hat.

Radikalkur im Jahr 2009

Seinerzeit hat die Stadt die Insel bekanntlich einer Radikalkur unterzogen, die fast 700.000 Euro gekostet hat. Eine 27 mal 70 Meter große Fläche im Westen der Insel wird seinerzeit abgebaggert, dafür auf der Südostseite ein neues Inselstück aufgeschüttet. Sinn und Zweck: Die Regattastrecke sollte verbreitert und damit international wettbewerbsfähig gemacht werden.

Zwei Sommer lang bleibt die Insel anschließend gesperrt, damit die Natur sich mit den neu angepflanzten 44 Silberweiden, Flatterulmen und Pappeln an dem neuen Ort entfalten kann.

Die Insel sammelt Plus- und Minuspunkte

Pluspunkte: Das exklusive Flair, die Lage im Beetzsee, die kleinen Strände, die freien Anlegeplätze für Boote, die relative Ruhe und Abgeschiedenheit, kein Massentourismus, schattenspendende Bäume, die Kinder- und Hundefreundlichkeit, kein Imbiss- und Getränkeverkauf.

Minuspunkte: Die Abwesenheit von Muscheln, der nicht perfekte Sand, kein offizieller und bewachter Badestrand, Sauberkeit ist Glückssache, keine Toiletten, kein Imbiss- und Getränkeverkauf.

Acapulco verliert also über mehrere Jahre seine Stellung als Premium-Badeort für die Brandenburger und ihre Gäste. Nur langsam erholt sich der Hünensteg vom Eis der ersten strengen Winter und von den Biberbissen.

Vom Paradies noch ein Stück entfernt

Die MAZ schaut immer mal hin, was sich auf der gut 8000 Quadratmeter großen Insel tut, auf der nur selten großer Andrang herrscht. Vom paradiesischen Zustand und weißen Muschelstrand vergangener Zeiten ist Acapulco zwar noch ein ganzes Stück entfernt.

Aber die Steine, die das Anlegen mit dem Boot anfangs erschwert haben, sind immerhin weggeräumt. Die Vegetation wird üppiger und Abfall hat am Tag des MAZ-Besuches fast niemand hinterlassen.

„Die Insel hat was, es ist schön hier“, sagt der Servicetechniker Ralf Richter. Er und Raika Dietrich aus Halle an der Saale genießen die Idylle vom Boot aus. Den angelnden Kubaner mit seinem freien Cuba am anderen Ende der Insel sieht das Paar nicht. Denn dazwischen tragen die Pappeln ihr stolzes Sommerlaubkleid. In dem anderen Acapulco gibt es solche Bäume nicht.

Von Jürgen Lauterbach

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