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Installation: Ein Lichtschiff geht vor Anker

Brandenburg an der Havel Installation: Ein Lichtschiff geht vor Anker

Eigentlich hatte Thomas Bartel die Lichtinstallation für das Kleinkunstfestival „Heimwerts“ geschaffen. Ein luftig zartes Gebilde aus Transparentpapier, das dann auch für drei Tage im alten E-Werk, einem der Veranstaltungsorte, zu sehen war. Jetzt geht das Lichtschiff in der Brandenburger Katharinenkirche vor Anker. Die Besucher dürfen gespannt sein.

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Thomas Bartel und Anja Puppe in der Katharinenkirche.

Quelle: Ina Schidlowski

Brandenburg/H. Eigentlich hatte Thomas Bartel die Lichtinstallation für das Kleinkunstfestival „Heimwerts“ geschaffen. Ein luftig zartes Gebilde aus Transparentpapier, das dann auch für drei Tage im alten E-Werk an der Bauhofstraße, einem der Veranstaltungsorte in Brandenburg an der Havel, zu sehen war. Als Anja Puppe, Gemeindepädagogin der Evangelischen Kirchengemeinden St. Katharinen und St. Gotthardt, das Kunstwerk während des Festivals entdeckte, schoss ihr sofort ein Gedanke durch den Kopf: „Das möchte ich haben“.

„Ich bin da oft ziemlich Bauch gesteuert“, sagt die junge Frau, die an einem regnerischen dunklen Oktoberabend die Tür zur größten Kirche der Stadt aufschließt, um zu zeigen, was sie so fasziniert. Denn in der Südvorhalle präsentiert sich nun das Kunstwerk, das aus dem alten E-Werk neben dem ehemaligen Straßenbahndepot in die St. Katharinenkirche umgezogen ist.

Es hängt an einem Haken von der Decke. „Der war schon vorhanden“, versichert der Künstler, für den dieser Raum und die Art der Hängung ganz neue Perspektiven bieten. Beim Kleinkunstfestival sei es an mehreren Punkten und somit recht statisch befestigt gewesen, nun, da es zentral an nur einem Haken hänge, könne es sich sogar bewegen, sagt Bartel.

„Jene, die aus dem Süden kamen“, heißt das Werk.

Ein reduziert gehaltener Metallrahmen in Schiffsform ist mit transparent weißem Papier bespannt. Aus dem Inneren erheben sich in Torso-Form, ebenfalls weiße transparente Figuren. „Manch ein Betrachter deutet diese Figuren auch als Segel“, berichtet Thomas Bartel, dem die verschiedenen Interpretationen gefallen.

Das diffuse Licht des Kunstwerks, das aus sich selbst heraus leuchtet, gibt ihm eine schwebende Leichtigkeit. Gleichzeitig wird aber auch der gesamte Raum der Südvorhalle in ein weiches Licht getaucht, sodass die Wandmalereien an diesem Ort besonders gut zur Geltung kommen. „Es zeigt die Gefangennahme Jesu“, erklärt Bartel die historisch wertvolle Malerei und freut sich über diesen positiven Nebeneffekt. Auch am Tage, wenn die Sonne hereinscheint, habe die Installation durch ihre Transparenz eine interessante Wirkung.

Natürlich könne man beim Betrachten des Kunstwerkes und seinem Titel sofort an die Flüchtlingsboote auf dem Mittelmeer denken, die Europa in diesen Zeiten erreichen, doch will der Künstler sein Werk nicht auf diese eine Sichtweise begrenzt verstanden wissen, wie er erklärt. „In der Menschheitsgeschichte hat schon immer eine Wanderung aus dem Süden stattgefunden und hat der Süden den Norden befruchtet“, sagt Thomas Bartel.

Das Neugierigbleiben, die eigene Voreingenommenheit beiseite schieben und zu neuen Ufern aufbrechen, das sind die Themen, die er mit seinem Werk ansprechen möchte. „Das Leben ist nichts Beständiges, es ist Bewegung.“

Und so bewegt sich nicht nur das filigrane Papiergebilde, sondern auch der Zeiger des Metronoms direkt unter dem Schiff. Dabei hallt sein mechanisches Klicken durch den großen Raum des Gotteshauses. Das diene der Entschleunigung in unserer heutigen dynamischen Zeit, erklärt Thomas Bartel das zusätzliche Detail.

Weil das Schiff aber nicht so ganz stillschweigend in der Brandenburger St. Katharinenkirche vor Anker gehen soll, werden es Anja Puppe und Pfarrer Jonas Börsel am Dienstag, 7. November, um 18 Uhr im Rahmen eines kleinen musikalischen Programms und in Anwesenheit des Künstlers feierlich willkommen heißen.

Termin: Dienstag, 7. November 2017, 18 Uhr, Katharinenkirche in Brandenburg an der Havel

Von Ina Schidlowski

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