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Brandenburg/Havel Integration: So soll es besser klappen
Lokales Brandenburg/Havel Integration: So soll es besser klappen
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06:05 20.10.2016
Einzug in das Camp Roland : Flüchtlinge bei der Ankunft im März dieses Jahres in den neuen Unterkünften in Brandenburg an der Havel. Quelle: V. Maloszyk
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Brandenburg/H

Wie lassen sich Flüchtlinge besser in das Leben in Brandenburg an der Havel integrieren? Noch in diesem Jahr soll mit dem Erstellen eines neuen Integrationskonzeptes begonnen werden. Das sagte Brandenburgs Sozialbeigeordneter Wolfgang Erlebach (Die Linke). Die stark angewachsene Zahl von Flüchtlingen erfordere ein neue Ausrichtung des bisherigen Papiers, erklärte er.

„In der zweiten Jahreshälfte 2015 waren zum Teil in einer Woche manchmal mehr als 60 Personen zu uns gekommen und damit mehr als von 2007 bis 2012 über das ganze Jahr“, sagt Erlebach. „Aus dem Jahr 2012 datiert unser derzeitiges Integrationskonzept. Es ist auf Grundlage einer völlig anderen Situation erstellt worden“, erklärt er.

Erarbeiten ein neues Integrationskonzept für die Stadt Brandenburg an der Havel: Birgit Gericke von der BBAG (l.), Sozialbeigeordneter Wolfgang Erlebach (Die Linke) und Katrin Tietz, Ausländer- und Behindertenbeauftragte der Stadt Brandenburg. Quelle: Annika Jensen

Der Zuzug der Flüchtlinge sei keine vorübergehende Randerscheinung. „Deshalb gibt es auch keine vernünftige Alternative zur Integration“, so Erlebach weiter. Mit dem neuen Konzept soll aber nicht nur der erhöhten Zahl der Zugewanderten Rechnung getragen werden. Auch ihre Herkunft sowie ihre Motivation sind ganz andere als 2012 und müssen entsprechend Berücksichtigung finden. Inhaltlich betreut und organisiert werde das Projekt durch die Berlin-Brandenburgische Auslandsgesellschaft (BBAG).

Dass die Ehrenamtler beim Prozess der Integration eine besondere Rolle spielen, betont Madeleine Sauer vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung. Sie verweist auf ihre jüngst veröffentlichte Studie „Ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit in Brandenburg“. Die Wissenschaftlerin gibt so Anregungen für die bevorstehende Arbeit an dem neuen Integrationskonzept.

„Das Konzept soll kein Schreibtischtiger werden, sondern etwas, mit dem wir alle arbeiten können“, sagt Birgit Gericke von der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft. Sie hat klare Vorstellungen für die Arbeit in den kommenden zwei Monaten. Im November und Dezember werde jeweils eine Ideenwerkstatt stattfinden. „Wir wünschen uns im Prozess möglichst viele Perspektiven: von den hauptamtlichen VertreterInnen der Kommune, der sozialen Träger, der Wirtschaft und der Verbände, als auch von den ehrenamtlich Unterstützenden und der Bürgerschaft, von den Menschen die bereits lange EinwohnerInnen dieser Stadt sind, als auch den neu Hinzugezogenen“, sagt sie.

Neben den Ideenwerkstätten soll ein weiteres Werkzeug Inspiration liefern. Mit einem digitalen Fragebogen soll jedem Brandenburger die Möglichkeit gegeben werden, sich zu äußern. „Auch Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht an unseren Veranstaltungen teilnehmen, sollen sich mit Ideen und kritischen Anmerkungen einbringen können“, erklärt Birgit Gericke.

Die Art und Weise, wie die Verantwortlichen die Sache angehen, beeindruckt Kay-Uwe Kärsten, der den Prozess als Moderator begleitet. Er hat nach eigenen Aussagen in anderen Kommunen holprigere Arbeitsweisen beobachtet. Die Erstellung des Integrationskonzeptes selbst als integrativen und demokratischen Prozess zu verstehen, liege eigentlich nahe, sei aber oft nicht selbstverständlich, so Kärsten. „Viele Kommunen stürzen sich gleich auf die Erarbeitung eines Konzeptes. Dass sich die Brandenburger die Zeit nehmen und sich erst Gedanken machen, wie die Erarbeitung vorbereitet werden kann, ist vorbildlich“, sagt er.

Von Annika Jensen

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