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Interkultureller Austausch im Wichernhaus

Brandenburg an der Havel Interkultureller Austausch im Wichernhaus

Der Christliche Verein Junger Menschen veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsnetzwerk Brandenburg jeden Donnerstag im Wichernhaus in Brandenburg an der Havel ein Begegnungscafé. In gemütlicher Atmosphäre können sich Bürger und Flüchtlinge austauschen, unterstützen und sogar gemeinsam singen.

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Treffpunkt in gemütlicher Atmosphäre: Interkultureller Austausch im Wichernhaus

Quelle: Tobias Wagner

Brandenburg/H. Wer tausende Kilometer aus einem Kriegsgebiet geflohen ist, hat es nicht leicht, sich einer anderen Kultur zugehörig zu fühlen. Soll Integration funktionieren, muss ein gemeinsames Verständnis für das Zusammenleben in der Gemeinschaft entwickelt werden.

Damit dieser wechselseitige Prozess gelingt, veranstaltet der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsnetzwerk Brandenburg jeden Donnerstag im Wichernhaus in der Brandenburger Hauptstraße 66 ein Begegnungscafé. „Wir möchten einen unverbindlichen Treffpunkt für Gespräche zwischen Bürgern der Stadt und Flüchtlingen bieten“, sagt Wolfgang Thörner, Jugendreferent des CVJM. „Den Geflüchteten soll außerdem in Fragen des täglichen Lebens geholfen werden“.

Jede Woche treffen sich durchschnittlich 30 Menschen im Café „Melting Pot“, das im Januar 2016 eröffnete. Die Gäste unterstützen sich unter anderem bei der Wohnungssuche, Behördengängen und der Suche nach Kindertagesstätten. „Es haben sich mittlerweile richtige Freundschaften entwickelt, denn die meisten kommen regelmäßig“, sagt Thörner.

Bis zu acht Brandenburger kümmern sich hier ehrenamtlich um die Flüchtlinge, die in den Wohnheimen in der Flämingstraße, der Upstallstraße oder eigenen Wohnungen leben. Ron Peterlein, seit 2015 ehrenamtlicher Helfer und regelmäßiger Gast im Café, lernt zu diesem Zweck eigens Arabisch. Dies sei wichtig, da er ebenfalls in den Unterkünften tätig sei.

An der Humboldt-Universität in Berlin beschäftigt sich der Brandenburger zusätzlich mit den Grundsätzen des Asylrechts, um Geflüchteten in Rechtsfragen beizustehen. „Natürlich bin ich mir nicht zu fein, meine knappe Freizeit für diesen Zweck zu opfern“, sagt Peterlein. Die Hilfe ist jedoch keine Einbahnstraße: viele der Flüchtlinge helfen bei der Organisation des Flohmarkts, der am 11. und 12. November im Wichernhaus veranstaltet wird, sie assisistieren bei der Renovierung des Hauses oder bieten gar selbst ehrenamtliche Hilfe für andere Flüchtlinge an. „Um den Bürgern der Stadt etwas zurück zu geben“, sagt Thörner.

Die meisten in Brandenburg an der Havel lebenden Flüchtlinge kommen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan und Eritrea. Der CVJM, ein christlicher Verein, möchte Gäste unterschiedlicher Religionen nicht missionieren, sondern einen Austausch ermöglichen. Und so werden momentan arabische und deutsche Weihnachtslieder für eine eventuelle Weihnachtsfeier einstudiert.

Die Internationale Weihnachtsfeier des Cafés war bereits 2016 mit mehr als 100 Teilnehmern überfüllt. „Das war selbst für uns unerwartet“, sagt Thörner. „Es zeigt aber, wie viel Interesse für diesen bereichernden Austausch besteht.“

Für alle, die dieses Interesse teilen, öffnet das Café „Melting Pott“ donnerstags von 15.30 bis 17.30 Uhr seine Türen.

Flohmarkt im Wichernhaus am Samstag, 11. November, von 9 bis 18 Uhr und Sonntag, 12. November, von 12 bis 18 Uhr, Hauptstraße 66. Der Erlös kommt der Kinder- und Jugendarbeit des Vereins zugute.

Von Tobias Wagner

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