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Brandenburg/Havel Internetcafé für Flüchtlinge
Lokales Brandenburg/Havel Internetcafé für Flüchtlinge
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15:41 13.09.2015
Naqibollah Ahmudi (r.) besucht gern das Internetcafé für Flüchtlinge in der Brandenburger Kirchhofstraße. Quelle: Piotr Varanko
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Brandenburg/H.

„Ich möchte Dutsch lenen“, sagt ein Asylbewerber. Da er keinen Deutschkurs besucht, kommt er in das kostenfreie Internetcafé für Flüchtlinge, das sich in der Kirchhofstraße 1-2 befindet. In einem Büro mit zahlreichen politischen Flyern und Illustrierten kümmern sich Mitglieder der Linken und andere ehrenamtliche Helfer um die Menschen, die wegen Not, Krieg oder Verfolgung in Brandenburg an der Havel angekommen sind.

Hier haben die Asylbewerber eine besondere Möglichkeit, über das Internet mit ihren Familien zu kommunizieren, sich zu unterhalten und weiterzubilden. „Wir sind eine Initiative aus der Havelstadt mit ungefähr zehn Leuten. Das Internetcafé ist unser großes Projekt, das sich relativ gut etabliert hat“, informiert Daniel Herzog von den Linken. „Wir haben festgestellt, dass es im Flüchtlingsheim in der Flämingstraße nur einen abgeschlossenen Wlan-Raum mit zwei bis drei Computern gibt“, berichtet er. Das sei viel zu wenig, weil die Leute im Wohnheim mit ihren entfernt lebenden Familien und Freunden über das Internet regelmäßig Kontakt halten wollen.

Bis zu 15 Besucher jeden Freitag

„Deswegen haben wir vor drei Monaten diese Idee entwickelt, ein Internetcafé für Asylbewerber zu gründen“, sagt Herzog. Die Leute kommen aber nicht nur, um das Internet zu nutzen. Sie knüpfen auch Kontakte und holen sich Rat zu rechtlichen Fragen, zum Beispiel wenn sie umziehen wollen. „Wir sind logischweise keine Rechtsanwälte, aber wir versuchen auch hier Beratung anzubieten“, so Daniel Herzog.

Die Treffen finden einmal in der Woche statt: Freitags von 13 bis 15 Uhr stehen im Büro der Linken in der Kirchhofstraße sechs bis sieben Laptops zur Verfügung. „Manchmal haben wir zehn bis 15 Besucher. Dann müssen sie sich auch schon mal ein Gerät teilen, wenn sie kein eigenes mitbringen“, sagt Herzog. Ansonsten benutzen viele das Internet per Smartphone.

Weitere Einrichtung in Planung

So auch Naqibollah Ahmudi aus Afghanistan. „Ich hatte noch keinen Computerkurs, aber mit dem Smartphone komme ich ganz gut klar“, sagt der junge Mann mit dem Handy in der Hand. „Normalerweise höre ich damit Musik oder telefoniere mit Verwandten und Freunden. Außerdem versuche ich über das Netz selbst Deutsch zu lernen.“ Das versucht auch sein Landsmann Mohammad Organgi: „Ich wollte einen Deutschkurs machen. Aber die Berlin-Brandenburgische Auslandsgesellschaft hat für mich keinen Platz, weil sie ihn nicht bezahlen kann, denn ich bin nur für 90 Tage in Deutschland“, erklärt er.

„Viele Leute kennen wir schon, die sind jeden Freitag da . Wer uns besuchen will, muss sich nicht anmelden, sondern kann einfach reinschauen“, sagt Herzog. Er und sein Team wollen noch mehr Plätze schaffen. „Wir hoffen, dass wir bald einen Zuschuss vom Integrationsbeirat bekommen. Dann würden wir zum Beispiel auch ein Internetcafé für Flüchtlinge an der Fachhochschule einrichten“, sagt Aktivistin Michaela Görlitz.

Von Piotr Varanko

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