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Brandenburg/Havel Investor packt Baubrache am Wiesengrund an
Lokales Brandenburg/Havel Investor packt Baubrache am Wiesengrund an
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21:04 26.02.2018
Der neue Grebser Investor Klaus Fehrmann auf dem Baugrund am Wiesengrund. Quelle: Marion von Imhoff
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Grebs

Nach jahrzehntelangem Stillstand packt ein neuer Investor die Bauland-Brache in Grebs an. Klaus Fehrmann aus Hoppegarten hat die 25 000 Quadratmeter Land samt früherem Kinderheim mit nochmals 13 000 Quadratmetern im Januar ersteigert.

Derzeit lässt der 70-Jährige 5000 Quadratmeter Baugrund zur Bebauung mit Einfamilienhäusern vorbereiten. Es gibt einen gültigen Bebauungsplan, den Fährmann nun umsetzt. Seine eigenen Pläne und Voruntersuchungen hat Fehrmann schon seit vorigem Jahr in der Schublade.

Die mit Asbest belasteten und verfallenen Baracken des einstigen Ferienlagers „werde ich noch in diesem Jahr abreißen lassen. Wir haben das Gelände zwar sichern lassen, aber die Gefahr, dass Kinder sich dort herumtreiben, ist zu groß.“

Vorheriger Investor saß wegen Betruges im Gefängnis

Fehrmann war vor zwei Jahrzehnten im Auftrag des früheren Investors Gerhard R. tätig. Dieser wurde 2000 wegen Betruges, Subventionsbetruges und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu drei Jahren Haft verurteilt.

„Ich bin auf einer Rechnung von 1,4 Millionen Mark hängen geblieben, deswegen habe ich jetzt die Fläche ersteigert, um wenigstens ein wenig Geld wieder rauszubekommen“, sagte Fehrmann am Donnerstag der MAZ.

Fehrmanns Firma tauschte damals den Erdgrund aus. Der Baugrund ist sumpfig und daher schwierig. „Wir kennen die Baustelle. Auch deswegen haben wir uns daran getraut“, sagt der Chef der Firma Hoppegartener Land- und Handelsgesellschaft.

Kinderferienlager in Grebs stand schon zu DDR-Zeiten leer. Quelle: Marion von Imhoff

Der Grebser Ortsvorsteher Willi Insel zeigt sich erleichtert über die neue Entwicklung. „Auf jeden Fall ist das mal ein Planungsgebiet gewesen. So ein wild aufgegangenes Biotop ist für den einen oder anderen verlockend gewesen. Aber für die Entwicklung des Ortes war es nicht gut.“

Der Grebser Ortsvorsteher Willi Insel ist erleichtert

Froh ist Insel auch über den angekündigten Abriss des Kinderheimes: „Dafür habe ich mich seit Jahrzehnten eingesetzt, es ist der größte Schandfleck seit dem Weggang von Herrn R.. Bin mehr als froh, wenn es verschwindet. Es war eine echte Gefahrenquelle für spielende Kinder.“

Schon zu DDR-Zeiten wurde das Ferienlager aufgegeben. Zuletzt hatten dort Gerhard R.’s Bauarbeiter gehaust.

Die Quelle: Marion von Imhoff

So geht es nun weiter: Die Fällarbeiten der in den letzten 20 Jahren in die Höhe geschossenen Bäume sollen bis Freitag beendet sein. Danach wird die Firma Biomasse Adler nach Angaben von Inhaber Uwe Adler die Bäume schreddern. Bis zum Frühjahr wird dann Fehrmann zufolge Ruhe einkehren auf dem Gelände.

„Wir warten, bis die Kröten aufwachen, dann sammeln wir sie ein und setzen sie um.“ Erst danach beginnen die Tiefbauarbeiten. Der Sumpf wird trockengelegt und der Torf- bis zu einer Tiefe von sechs Metern gegen Sandboden ausgetauscht.

Neue Bäume als Ersatz für gefällte

Für die jetzt gerodete Fläche lässt Investor Klaus Fehrmann auf einem gleichgroßen Areal Bäume und Büsche pflanzen. Die Fläche für diese sogenannte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme liegt in Zellendorf. Die Untere Naturschutzbehörde ist am Verfahren beteiligt. Das teilte am Donnerstag Kai-Uwe Schwinzert, Sprecher des Landratsamtes, mit.

Die 25 000 Quadratmeter große Fläche, die brach gelegen hat, ist nach zwei Jahrzehnten wieder Wald geworden. Bei der Rodung tauchte jetzt sogar ein Basketball-Korb mit Stange auf, der völlig eingewachsen war.

Durch die Fällungen werden wieder die teilweise gepflasterten Stichstraßen sichtbar. Sie lässt Fehrmann jedoch zurückbauen, weil sie abgesackt sind. Ein Anwohner hat sich auf der Fläche einen Schuppen gebaut. Eine Pferdekoppel ist angelegt.

„Wir werden die Leute nicht vertreiben und ihnen Zeit lassen“, sagt Fehrmann. Zunächst sollen nur die 5000 Quadratmeter, die vor der Seniorenresidenz an der Straße Am Görnsee liegen, entwickelt und vermarktet werden. Je nach Interesse möglicher Häuslebauer will Fehrmann anschließend auch das übrige Areal entwickeln.

Er plant den Verkauf von Baugrundstücken, will aber auch in eigener Regie Häuser bauen und vermarkten.

Freizeitprojekt in Abstimmung mit Kloster Lehnin

Das Gelände des einstigen Kinderheimes bleibt nach dem Abriss zunächst unangetastet. Später will Fehrmann dort eigenen Angaben nach ein „Freizeitprojekt“ umsetzen. Einzelheiten dazu nannte er nicht. „Ich möchte mich dazu mit der Gemeinde Kloster Lehnin absprechen“, so der Investor.

In Grebs hatte der Hockeytrainer Gerhard R. ein Hotel und eine Doppelhaus-Wohnsiedlung hochgezogen. Das Hotel wurde nie eröffnet und zwangsversteigert. Heute ist es eine Seniorenresidenz.

Von Marion von Imhoff

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