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Brandenburg/Havel Investor verteidigt Ferien-Projekt in Kützkow
Lokales Brandenburg/Havel Investor verteidigt Ferien-Projekt in Kützkow
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13:50 24.03.2016
Investor Arne Zühlke im Gespräch mit Bernhard Teichert (l.) und Karl Olbert (r.) Quelle: Frank Bürstenbinder
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Kützkow

Die Pläne von Arne Zühlke lösen in Kützkow unverändert ein geteiltes Echo aus. Der in Geltow lebende Immobilienentwickler will auf einem brach liegenden Grundstück an der Havel den „Ferienpark Havelsee“ errichten. Campingplatzbetreiber Hartmut Engler befürchtet Konkurrenz auf engem Raum. Gastwirtin Erna Lange hält die Pritzerber Fähre nicht für den kommenden Ansturm gewappnet.

Hierbei handelt es sich um einen Entwurf: So könnten die Ferienhäuser einmal aussehen. Quelle: Format Elf Architekten

Andere Kützkower sehen den Naturschutz oder einfach nur die eigene Ruhe gefährdet. Hoch her ging es am Dienstag im überfüllten Feuerwehrhaus. Amtsdirektor Guido Müller moderierte eine frühzeitige Bürgerbeteiligung.„Es ist uns wichtig mit ihnen in den Dialog zu treten“, sagte Müller den Kützkowern. Der Verwaltungschef weiß, dass Zühlkes Pläne im Dorf nicht nur Jubel auslösen.

Naturschutz und Ruhe im Dorf in gefahr

Aber es gibt auch andere Meinungen. Karl Olbert wohnt seit 70 Jahren jenseits der Havel. „Ich habe die Schweineställe und die Hühnerställe auf dem Gelände überlebt. Jetzt kann doch nur etwas besseres daraus werden.“ Auch Karsten Batsch begrüßte das Vorhaben und appellierte an die Unternehmer zusammenzuarbeiten und die Ansiedlung als Chance zu sehen. Batsch sprach aber auch aus, was wohl die meisten Einwohner bewegt. Kützkows Anbindung an die Außenwelt führt durch Nadelöhre. Das ist nicht nur die Fährverbindung nach Pritzerbe, sondern auch die Spurbahn nach Bahnitz, die sich Autofahrer, Radler und Landwirtschaftsfahrzeuge teilen müssen.

Sonderfläche für Tourismus

Mit dem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan haben die Stadtverordneten von Havelsee den Weg für den „Ferienpark Havelsee“ freigemacht. Im Flächennutzungsplan der Kommune war das Areal schon immer als Sonderfläche für die touristische Entwicklung vorgesehen gewesen.

Auf dem Gelände in Kützkow stand einmal eine Hühnerstallanlage. Investor Arne Zühlke hat das 3,4 Hektar große Areal von der Treuhandnachfolgeeinrichtung BVVG erworben. Er lässt jetzt einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufstellen. Die Fertigteile für die Ferienhäuser sollen in Kirchmöser produziert werden.

Alles Fragen, die im Laufe des Planverfahrens bewertet werden müssen. So wie der Brandschutz, die genaue Anzahl der Ferienhäuser und die Erschließung des Grundstücks über die Mühlenbreite. Eine Volksabstimmung über das Vorhaben wird es jedenfalls nicht geben. „So etwas ist vom Gesetzgeber nicht vorgesehen“, stellte Amtsdirektor Müller klar. Investor Zühlke warnte vor einer Dramatisierung der aufgeworfenen Probleme. Weder würden alle Urlauber gleichzeitig anreisen oder den Dorfbadestrand benutzen, noch wolle man anderen Dienstleistern die Gäste wegnehmen. „Bei uns gibt es keine Zelte und Wohnmobilstellplätze“, so Zühlke.

Was genau ist geplant? Der Ferienpark soll aus 40 bis 60 Bungalows bestehen. Die Zahl der benötigten Mitarbeiter soll drei Vollzeitstellen entsprechen. Zielgruppe sind Radler und Wasserwanderer. Der etwa 20 Meter breite und geschützte Uferstreifen samt Schilfgürtel bleibt frei und gehört auch nicht zum Plangebiet. Zur Flussseite wird kein Zaun errichtet. Allerdings will der Investor zwei kleinere Steganlagen ausschließlich für Paddler beantragen.

40 bis 60 Bungalows geplant

Sein Planer Sebastian Rohde hofft, dass die Stadtverordneten von Havelsee zum kommenden Jahreswechsel einen vom Landkreis genehmigten Bebauungsplan beschließen können. Dann würde 2017 Baurecht gelten. Doch soweit ist es noch nicht. Mit der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung steht das Planverfahren ganz am Anfang. Wenn der Planentwurf öffentlich ausgelegt wird, können auch die Bürger ihre Stellungnahmen abgeben.

Der „Ferienpark Havelsee“ hat Auswirkungen bis nach Kirchmöser. Dort hat der Immobilienentwickler Teile der ehemaligen Pulverfabrik erworben. Die Ende 2015 von Zühlke gegründete Knusperhaus X.0 GmbH soll die Herstellung der Betonfertigteile für die Kützkower Ferienhäuser übernehmen. Die ersten Formen und Anlagen wurden bereits angeschafft. „Die Fassaden aus Sichtbeton werden gedämmt und mit Holz verkleidet“, kündigte der Investor an.

Von Frank Bürstenbinder

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