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Ist das Brandenburgs schönstes Haus?

„Inseltraum“ Ist das Brandenburgs schönstes Haus?

Es ähnelt eher einer Siedlung und weniger einem Haus. Die Villenlandschaft „Inseltraum“ in Brandenburg an der Havel ist ein wahrer Architektentraum. Die Villa hat schon für mächtig Furore gesorgt, selbst das New Yorker Wall Street Journal widmete ihr einen Bericht. Die MAZ hat einen Einblick in das Traumhaus bekommen und mit den Besitzern gesprochen.

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Die Villa Gripp auf der Ostmühlenhalbinsel wird auch als „Inseltraum“ bezeichnet.

Quelle: Meyerfoto

Brandenburg/H. „Inseltraum“ heißt die paradiesische kleine Villenlandschaft auf der Ostmühlenhalbinsel, die auch international für Furore sorgt. Selbst das New Yorker „Wall Street Journal“ berichtete über den Altersruhesitz von Bodo und Gudrun Gripp in Brandenburg/Havel. Der gut drei Millionen Euro teure Architektentraum, den das Berliner Büro SEHW verwirklicht hat, gleicht mehr einer kleinen Siedlung als einem Haus.

Bodo Gripp (60) und seine Frau wünschten sich eine 1-A-Lage an der Havel als Alterssitz. Davon gibt es auch in der Stadt Brandenburg nicht allzu viel Auswahl. Die Wahl fielt schließlich auf die von Bernd Jansen entwickelte Ostmühlenhalbinsel.

Viel Licht und hochwertige Materialien finden sich auch im Schlafzimmer

Viel Licht und hochwertige Materialien finden sich auch im Schlafzimmer.

Quelle: Alexa Vachon

Gudrun und Bodo Gripp engten die SEHW-Architektin Kathi Weber-Hoch weit weniger ein als der Bebauungsplan, der von der Fassadenfarbe bis zur Farbe der Fensterprofile etliche gestalterische Vorgaben macht. Bodo Gripp war als Bauherr viel lockerer.„Ihr könnt euch ausspinnen“, gab er seinen Planern mit auf den Weg. Und das haben sie getan. Aber sehen Sie selbst:

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„Inseltraum“ heißt die paradiesische Villenlandschaft auf der Ostmühlenhalbinsel in Brandenburg an der Havel, die international für Furore sorgt. Selbst das New Yorker Wall Street Journal berichtete über den Altersruhesitz von Bodo und Gudrun Gripp.

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Auf einer Fläche von 600 Quadratmetern ist zwischen 2015 und 2016 ein modernes Architekturensemble aus Beton, Holz und Glas entstanden: die Villa Gripp, der „Island Dream“. Das Wohnen verteilt sich auf fünf pavillonartige Gebäude. Neben dem Hauptwohnhaus gibt es ein Gästehaus, das auch ein Arbeitszimmer beherbergt.

Der Wintergarten mit Sauna hat zudem eine begehbare Terrasse. Dort können die Gripps und ihre Gäste den Blick über die Havellandschaft schweifen lassen, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen.

Die Bewohner haben einen sehr schönen Blick über die Wasserlandschaft. In einem weiteren Kubus sind schließlich die Garage sowie die Haustechnik untergebracht.

In die Gartenlandschaft platzierten die Architekten keinen Pool, sondern einen Schwimmteich. „Wir wollten einen natürlichen Bereich schaffen, ohne Chemikalien, wo auch mal ein Frosch herumspringen darf“, erklärt Kathi Weber-Hoch.

Wasser aus Brunnen, Wärme mit Geothermie

Natürliche Materialien wie Eichenholz und Terrazzo wurden im Inneren der Villa verbaut.

Ein Brunnen versorgt die Gebäude mit Wasser. Geothermie versorgt den Inseltraum mit Wärme.

Durchgehende Boden- und Deckenplatten aus hochwertigem Sichtbeton dienen als verbindende Elemente.

Mehrere Terrassen befinden sich in einem Gefüge mit rechteckigen Pflanzbeeten und dem zentralen Schwimmteich, der über eine Freitreppe zwischen den Höhenniveaus vermittelt.

Rechteckige und kubische Formen werden von kreisrunden Einschnitten in Boden- und Deckenplatte durchbrochen.

Der Kern wurde komplett in Eiche vertäfelt und bildet reliefartig Einbauschränke, Regale, Türen, Nischen aus.

Den Kontrast bildet die Küche als metallenes Element. Das innen liegende Badezimmer wird über zwei Dachfenster belichtet. Wände und Boden sind mit anthrazitfarbenen Fliesen belegt.

Die Wände des Gäste-WC sind maigrün gefärbt. Vor ihnen werfen belichtete Vorhänge aus goldenen Perlenketten besondere Schatten- und Lichtspiele in den Raum.

Selbstverständlich ging die Architektin auf die Wünsche der Auftraggeber ein. Das Innere wurde maßgeschneidert. Haupthaus und Gästehaus bilden einen großen Raum, in dessen Mitte sich ein Versorgungskern mit Küche, Bädern und Ankleide befindet.

Private und intime Räume liegen innen und sind somit vor Einblicken geschützt. Um den Kern herum bilden sich größere und kleinere Räume zum Ankommen, Wohnen, Schlafen oder Arbeiten.

Nach ihrer Leitidee der Gestaltung lässt die Architektin Natur und Architektur ineinanderfließen, mit gezielten Ausblicken, natürlichen Materialien und hochwachsenden Gräsern und Sträuchern, die durch die Aussparungen in der Bodenplatte gen Himmel wachsen.

Glaswände vom Boden bis zur Decke

Glaswände vom Boden bis zur Decke: Das hat sich Eigentümer Bodo Gripp einiges kosten lassen..

Quelle: Alexa Vachon

Die Eigentümer haben sich ihre traumhafte Insel etwas kosten lassen, zum Beispiel rund 350.000 Euro für die Glaswände, die vom Boden bis zur Decke reichen, 80.000 Euro für die Badezimmer, gut 100.000 Euro für die Küche, 50.000 Euro für die Terrazzo-Fußböden, 60.000 für die Beleuchtung und mehr als 200. 000 Euro für die Außenanlage mit Schwimmteich.

Die Räume sind nicht sonderlich hoch, aber das stört den Hausherrn nicht, er findet sein Heim zugleich luftig und gemütlich, wie er dem Wall Street Journal verrät. Gripp: „Ich würde keinen einzigen Zentimeter wegnehmen oder hinzufügen.“

Von Jürgen Lauterbach

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