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Brandenburg/Havel JVA-Sporthalle ist seit Jahren eine Wackelpartie
Lokales Brandenburg/Havel JVA-Sporthalle ist seit Jahren eine Wackelpartie
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06:17 09.11.2017
Der SV 63 ist in der Nachwuchsarbeit stark aufgestellt. Kinder und Jugendliche trainieren und spielen in der Halle der JVA in der Max-Josef-Metzger-Straße. Quelle: Marcus Ahlert
Brandenburg/H

Müssen Brandenburgs Handballer und Judoka um ihre Sporthalle fürchten? Nach noch unbestätigten MAZ-Informationen gibt es Überlegungen im Brandenburger Justizministerium, sich von dem kostenintensiven Hallenkomplex in der Max-Josef-Metzger-Straße zu trennen. Denn seit 2012 kann die JVA Brandenburg ihre seinerzeit neu gebaute Halle innerhalb der Gefängnismauern nutzen.

„Seit Beginn meiner Mitarbeit im Vorstand im Jahr 2013 ist die Sporthalle ein Dauerthema“, berichtet Frank Schmidt, Vorsitzender des Brandenburger Handballvereins SV 63 mit seinen rund 250 aktiven Sportlern. Seit dieser Zeit weiß er von Bestrebungen seitens der JVA, sich von der Halle zu trennen, die dem Eigentümer erhebliche Unterhaltskosten beschert.

Denn obwohl der Handballverein seit seiner Gründung 1963 in dieser Halle nahe der Gefängnisanlage trainiert und spielt, ist das Land Brandenburg mit seinem Justizministerium Eigentümer der Liegenschaft und Vertragspartner des Vereins. Sie wird einerseits von den Handballern und den Sportlern des Judovereins Budokan genutzt, andererseits von Beamten der Justiz und von der Polizei.

Bis zum Jahr 2012 war die Sporthalle in der Metzger-Straße die einzige derartige Sportstätte der JVA und somit unverzichtbar auch für den Gefangenensport. Wo sonst hätten die Insassen der JVA sich körperlich ertüchtigen sollen?

Das änderte sich allerdings, als im Zuge der Sanierung und Modernisierung des Gefängnisses eine neue Sporthalle auf dem JVA-Gelände gebaut wurde. Seit fünf Jahren steht sie zur Verfügung.

Seit etwa dieser Zeit gibt es Kenntnis der MAZ in der Sporthallenfrage unterschiedliche Auffassungen n der JVA und im Potsdamer Justizministerium. Die eine Seite hält die alte Halle aufgrund des Neubaus für verzichtbar und aus Kostengründen für unnötig.

Die andere Seite hält an der Halle fest, möchte sie für die Justiz und für Vereinszwecke erhalten, zumal dort auch die Dienstleistungsabteilung der JVA ihr Bewerbertraining abhält und ihre Auszubildenden schult.

Offenbar vor diesem Hintergrund gab der damalige Justizminister vor vier Jahren ein Bekenntnis zugunsten der Vereine und ihrer Halle ab. Zum 50-jährigen Bestehen des SV 63 versprach Volkmar Schöneburg (Linke) den Handballern, dass sie die Halle in der Metzgerstraße weiter nutzen dürften, solange er in der Verantwortung stehe.

Der kurz darauf abgelöste Schöneburg war damals Präsident des Brandenburger Judoverbandes und blieb es bis zum Wechsel in diesem Jahr. Sein Nachfolger als Justizminister Helmuth Markov (Linke), wie Schöneburg im Judosport engagiert, rührte ebenfalls nicht am Status der Halle, obwohl sein für den Strafvollzug zuständiger Abteilungsleiter die Halle der Stadt Brandenburg andienen wollte.

Uwe Krink, Sprecher des heutigen Justizministers Stefan Ludwig (Linke), recherchiert auf Anfrage der MAZ aktuell den Stand der Dinge und die Absichten des Ministeriums bezogen auf die Halle. Bis Ende der Woche will sich das Ministerium positionieren. Dazu seien erst verschiedene Abteilungen im Haus zu hören.

Für den Brandenburger Handball ist die Sporthalle lebenswichtig. Zwei Männermannschaften, ein Frauenteam und zwölf Nachwuchsmannschaften trainieren und spielen dort regelmäßig, rechnet der Vereinsvorsitzende vor. Allein 190 Nachwuchsspieler sind aktiv. Frank Schmidt: „Das Justizministerium leistet Präventionsarbeit, es holt unsere sporttreibenden Kinder und Jugendlichen von der Straße.“

Der Handballverein, der sich vierteljährlich an den Betriebskosten beteiligt, nimmt die Unterstützung nicht als selbstverständlich hin, sondern würdigt das Ministerium der Justiz auf seiner Internetseite als einen seiner Förderer. Allerdings belastet diese Förderung den Etat der JVA Brandenburg.

Zu Beginn des Jahrzehnts hatte das Land eine Million Euro unter anderem in den Brandschutz der Sportstätte investiert. An jährlichen Betriebskosten sind soweit bekannt etwa 50 000 Euro aufzubringen.

Von Jürgen Lauterbach

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