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Jacobs gegen Kretzschmar

Wer soll die Linke der Havelstadt im Landesparlament vertreten? Jacobs gegen Kretzschmar

Am Sonnabend treffen sich die Linken, um zu entscheiden, wer von den beiden die Stadt nach der Landtagswahl im Frühjahr 2014 im Landtag vertreten soll. René Kretzschmar will ein drittes Mal in den Kampf um das Direktmandat ziehen. Doch auch Heike Jacobs will in der Havelstadt etwas bewegen.

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Stellen sich beide am Sonnabend zur Wahl: René Kretzschmar (34) und Heike Jacobs (42).

Quelle: Heike Schulze

Brandenburg an der Havel. Erst war er Maurer, dann Student, dann Pädagoge und Wahlkreismitarbeiter von Diana Golze. Und doch wollte René Kretzschmar (34) schon seit über zehn Jahren das sein, was er jetzt endlich ist: Vollzeitpolitiker. Für die Linken.

Erst war sie Friseurin, dann Trainerin für Selbstverteidigung und Wing Tsun, dann Weltreisende, später Studentin mit Magisterabschluss für Soziale Verhaltenswissenschaften. Politikerin wollte sie lange nicht sein, bis ihr kein anderer Ausweg blieb als ‒ "um etwas zu bewegen" ‒ auch die "linkeste Brandenburger Partei" zu ihrer Heimat zu machen: Heike Jacobs, Jahrgang 1971.

Sonnabend treffen sich die Linken um zu entscheiden, wer von den beiden die Stadt nach der Landtagswahl im Frühjahr 2014 im Landtag vertreten soll. René Kretzschmar will ein drittes Mal in den Kampf um das Direktmandat ziehen. Zweimal verlor er mit Pauken und Trompeten gegen den Inhaber des Direktmandats Ralf Holzschuher (SPD). Auch diesmal wird der jetzige Innenminister der Gegner sein. Klaut er bis Mai keine Löffel, ist Holzschuher der Sieg kaum zu nehmen. Doch Kretzschmar hat Lunte gerochen. Nach einem Jahrzehnt Arbeit an der Basis hat ihn am 13. Dezember 2012 der Ruf ereilt. Ein Jahr vor der Neuwahl durfte er in den Landtag nachrücken. Die Liste ist ein probater Weg für die Verlierer, doch noch in den Landtag zu kommen. Da sitzt er nun mit etwa 5000 Euro Gesamtbezügen, macht Politik und will dort auch bleiben.

"Ich glaube, ich kann das besser", sagt Heike Jacobs selbstbewusst. Die oft allein erziehende Mutter zweier Kinder, ihr Lebensgefährte forscht die meiste Zeit in der Schweiz, sitzt seit vier Jahren in der SVV. Sie hat sich angelegt mit der Verwaltung, mit der CDU, mit der SPD. Wo andere längst nicht mehr konnten, hat sie gebohrt, war noch nicht zum Kompromiss bereit. Auch bei vermeintlich banalen Themen wie dem Umwelt-Kopierpapier für die Verwaltung. René Kretzschmar hat auch gekämpft. Früher im Schatten Alfredo Försters und an der Seite der SPD, heute als Fraktionschef der Linken und an der Seite von CDU-Fraktionschef Walter Paaschen. Kretzschmar steht zum Deal der Linken mit der CDU: "Das ist nicht nur Kuschelei mit der CDU. Wir haben eine Vereinbarung und wir erreichen gemeinsam was." Jacobs, Vize der Fraktion, lässt keinen Zweifel daran, dass ihr die SPD als Partner lieber wäre. Aber das sagt Dietlind Tiemann (CDU) auch.

Kretzschmar, nach einem Jahr in Potsdam dort nun verkehrspolitischer Sprecher, ist gut darin, den Genossen wieder das Gefühl zu geben: Wir sind wieder wer! Das kommt an bei den Alten. Der junge Mann ist bei den eher unsichtbaren örtlichen Parteiführern Lutz Krakau und Elke Kroll wohl gelitten. Wohl auch deshalb haben die Parteichefs einen Deal eingefädelt: Wer Samstag beim Parteitag als Direktkandidat gewählt wird, der soll auch auf der Landesliste für die Linken stehen. Jacobs, diesbezüglich unerfahren, hat sich wie Kretzschmar bestätigt, darauf eingelassen. Dabei hätte Heike Jacobs als junge Frau mit zwei Kindern aus dem Osten schon ob ihres Status und der Frauenquote deutlich größere Chancen auf einen vorderen und damit sichereren Listenplatz. Denn weder sie noch Kretzschmar dürften Holzschuher im Kampf um das Direktmandat gefährlich werden. Eine Chance bietet nur die Liste. Nun haben die Linken Samstag die Wahl. Und damit geht es ihnen besser als jedem anderen Brandenburger vor Ort.

Von Benno Rougk

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