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Brandenburg/Havel Jäger sauer über anonyme Schmähbriefe
Lokales Brandenburg/Havel Jäger sauer über anonyme Schmähbriefe
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14:59 10.02.2016
Jäger Klaus Mordhorst ist verärgert über anonyme Schmähbriefe. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Groß Kreutz

„Welche Gehirne sind im Denkprozess so geschädigt, dass man den Tieren noch die wenigen Lebensräume nimmt.“ Diese und weitere Schmähungen haben Unbekannte auf Flugblätter gedruckt und an Bäumen in der Feldmark bei Groß Kreutz angeschlagen. Adressat der Botschaften in Klarsichthüllen, auf der auch Jane Fonda („Wir gehen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum“) zitiert wird, ist der Auftraggeber für die gerade beendete Pflege der Feldhecken.

Doch die selbst ernannten Naturschützer haben offenbar keine Ahnung vom Landesjagdverband Brandenburg, in dessen Rechtsträgerschaft sich rund sieben Kilometer Feldhecken befinden. Sie wurden vor gut 20 Jahren im Rahmen des geförderten Projektes „Artenreiche Flur“ an zehn verschiedenen Stellen in der Gemarkung angepflanzt. „Jetzt ist es Zeit für eine Verjüngungskur. Denn nach so vielen Jahren verlieren die Hecken ihre Funktion als Lebensraum für die Bewohner der Feldflur. Die Gehölze drohen zu verkahlen“, informierte der Pressereferent des Landesjagdverbandes, Tino Erstling, bereits in der November-Ausgabe im Gemeindeboten für Groß Kreutz (Havel). Außerdem werde die Nutzung der Äcker und Wege behindert.

Sieht brachial aus, hat aber seinen Grund. Dieser auf den Stock geschnittene Heckenabschnitt wird sich schnell verjüngen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Trotzdem wird den Verantwortlichen in anonymer Form „Gier“ vorgeworfen. Die Angriffe verärgern besonders die Jäger vor Ort. Revierverantwortlicher Klaus Mordhorst sagte der MAZ: „Es ist gute fachliche Praxis Feldhecken auf den Stock zu schneiden, damit sich die Gehölze verjüngen und dichte Reiser austreiben. Dann finden auch wieder Rehwild, Hase, Fasan und viele Vogelarten Deckung.“ Der Groß Kreutzer kann sich gut an die Pflanzaktionen 1991/92 erinnern: „Die Apfelplantagen waren gerodet. In dieser ausgeräumten Landschaft haben die vielen Initiatoren des Projektes ein Zeichen für die Artenvielfalt gesetzt. Es ist absurd uns jetzt als Zerstörer der Natur zu bezeichnen.“

Jedes Jahr wird ein Drittel verjüngt

Dass in der Groß Kreutzer Feldmark alles mit rechten Dingen zugeht, bestätigt Sachbearbeiter Reinhard Baadke von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. „Die Arbeiten wurden schon im Vorfeld genauestens mit unserer Behörde abgesprochen“, so Baadke. Die Pflegemaßnahmen erstrecken sich über drei Jahre. Von jeder der fünfreihigen Hecken wird pro Jahr immer nur ein Drittel auf den Stock geschnitten. Edle Baumarten wie die Traubeneichen blieben unangetastet. Nur die damals gepflanzten Hybridpappeln werden vom Harvester eines Forstdienstleisters entnommen. Eine Rückemaschine stapelt die Hölzer zu Polter auf. Noch an Ort und Stelle wird das Heckenholz zu Hackschnitzel geschreddert. Endstation ist das Biomassekraftwerk des Holzverarbeiters Kronotex in Wittstock.

Über 100 Tierarten nachgewiesen

Der Erfolg der Hecken, deren verjüngte Abschnitte schon bald wieder frisches Grün austreiben werden, ist beachtlich. Bei einer wissenschaftlichen Erhebung wurden über 100 Tierarten nachgewiesen, denen die Anpflanzungen Schutz und Nahrung bieten. Zum Beispiel der Feldhase. Wurden 1990 nur fünf Exemplare auf 100 Hektar gezählt, sind es jetzt etwa 15 bis 20 Hektar.

Von Frank Bürstenbinder

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