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Brandenburg/Havel Jäger verlassen wildarme Reviere
Lokales Brandenburg/Havel Jäger verlassen wildarme Reviere
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17:28 10.04.2018
Gerald Wagner (l.) und Manfred Wüstenhagen gehören zur Pächtergemeinschaft Wittbrietzen, die bald mit nur noch vier Jägern besetzt ist. Andere Weidleute suchen aus Frust vor den Wölfen nach neuen Revieren. Quelle: Frank Bürstenbinder
Mittelmark

Die Trophäen an den Wänden künden von vergangenen Zeiten, als den Weidleuten in Wittbrietzen bei Beelitz das Jagdglück noch hold war. 1986 bauten sie sich in vielen Arbeitsstunden unter Kiefern ihr massives Jagddomizil für dienstliche Zusammenkünfte und gesellige Stunden auf. Heute steht die Idylle fernab vom Dorf vor einer ungewissen Zukunft.

Neun Männer bilden die Pächtergemeinschaft Wittbrietzen – noch. Denn zum 1. April haben fünf Jäger ihren Abschied erklärt. Sie geben das Hobby nicht auf, sondern suchen sich andere Reviere. Kein Wunder, die Chancen auf einen erfolgreichen Ansitz ganz im Südwesten Potsdam-Mittelmarks sind seit der Ansiedlung eines Wolfsrudels in der benachbarten Gemarkung Dobbrikow (Teltow-Fläming) dramatisch gesunken. Vor wenigen Tagen erst hat das Landesumweltamt den Antrag eines Landwirtes auf „Entnahme“ dieses Rudels wegen Angriffe auf Weidetiere abgelehnt.

Damwild macht sich rar

„Sechs Stück Damwild hatten wir 2017/18 im Abschussplan. Doch seit drei Jahren haben wir nicht ein Tier erlegen können. Beim Rehwild ging die Strecke um die Hälfte zurück“, berichtet Manfred Wüstenhagen (80). Der erfahrene Weidmann, der seit 1964 den Jagdschein besitzt, gehört zu den vier Jägern, die nach dem personellen Aderlass den Rest der Pächtergemeinschaft bilden. Dort macht man sich Sorgen um die Zukunft der Jagd in Wittbrietzen. Denn nun müssen deutlich weniger Leute die Jagdpacht für das rund 1400 Hektar große Revier aufbringen.

Nach der Jagd gehört das Legen der Strecke zum traditionellen Ritual. In Revieren, wo sich ein Wolfsrudel angesiedelt hat, steht das Jagdglück allerdings in den Sternen. Quelle: Norbert Stein

„Wir gehen nicht zur Jagd um des Geldes wegen. Doch wenn die Einnahmen aus dem Wildbretverkauf ausbleiben, wird die Differenz zu den Aufwendungen immer höher. Da muss so mancher Jäger passen“, gibt der Potsdamer Gerald Wagner (73) zu bedenken, der seit 1984 in Wittbrietzen auf die Pirsch geht. Jäger müssen nicht nur Pacht an die Landeigentümer zahlen. Sie haben sich um Wildschäden zu kümmern, sollen Raubwild kurz halten, müssen eine private Haftpflichtversicherung abschließen und zahlen Beiträge in die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft.

Für Regulierung des Wolfsbestandes

Mit den Wölfen können sich die Jäger arrangieren, mit dem hohen Schutzstatus jedoch nicht. Deshalb plädiert Wagner für eine Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. Wie Wüstenhagen will auch Wagner dem angestammten Revier treu bleiben. Die Jäger hoffen auf eine einvernehmliche Regelung mit der ortsansässigen Jagdgenossenschaft, die alle Besitzer von bejagbaren Flächen vereint. In Kürze steht die Verlängerung des Pachtvertrages an. Ob die Landeigentümer sich mit Rücksicht auf die neue Lage der Jäger auf eine Senkung der Pachthöhe einlassen, wird sich erst auf deren Jahresversammlung am 17. April entscheiden.

Bei Wittbrietzen handelt es sich um ein Niederwildrevier aus Wald und Acker. Es gibt Rehwild und Wildschweine. Bis zur Rückkehr der Wölfe trat Damwild als Wechselwild auf. Inzwischen scheint die Art das von den Raubtieren besetzte Terrain weitestgehend zu meiden. Ein Trend, den Jäger kreisweit zu spüren bekommen. Ihnen liefen im vergangenen Jagdjahr 2534 Tiere vor die Flinte. In Spitzenzeiten wurden in Potsdam-Mittelmark rund 4700 Stück erlegt.

Jäger mit genügend Geld

Eine Entwicklung, die auf Dauer nicht ohne Auswirkungen auf die Jagdpacht bleiben kann. „Die Diskussion kommt gerade ins Rollen. Von Revieraufgaben ist uns jedoch bisher nichts bekannt“, sagte Helge von Giese, Pressesprecherin des Landesjagdverbandes der MAZ. Dass die Konkurrenz durch Wölfe eines Tages zu jagdfreien Zonen führt, glaubt Karl-Heinz Hohmann vom Jagdverband Brandenburg an der Havel nicht. Insgesamt sei ausreichend Wild unterwegs. Außerdem würden viele Jäger mit genügend Geld in den Startlöchern stehen, um an ein eigenes Revier zu kommen – ob mit oder ohne Wolf, so Homann.

Von Frank Bürstenbinder

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