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Brandenburg/Havel Jan Beumelburg: Zwielichtiges aus Brandenburg
Lokales Brandenburg/Havel Jan Beumelburg: Zwielichtiges aus Brandenburg
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13:16 30.11.2018
Jan Beumelburg an seinem Gemälde „Esther“. Quelle: Hans-Peter Theurich
Brandenburg/H

Ein riesiges Radieschen auf einer Leinwand, deutlich sieht man die feine Wurzel, denn der Betrachter befindet sich unter dem Gewächs. Jan Beumelburg aus Brandenburg an der Havel hat sein Gemälde „Radieschen von unten“ genannt.

Es ist zu sehen in der Doppelausstellung „Zwielicht“, gemeinsam mit Bildern der Künstlerin Dana Bennewitz aus Liepe bei Nennhausen in der Berlin-Charlottenburger Galerie Art Studio von Maria Wirth.

Der rote Faden der Ausstellung

„Der Titel Zwielicht leitet uns zu etwas Uneindeutigem, zur Dämmerung und zum Unbewussten. Der rote Faden der Ausstellung ist eine Gratwanderung zwischen Innen- und Außenwelt“, sagt die Galeristin Maria Wirth. Jan Beumelburg stellt in seinen Bildern diesen Zweiklang dar, er verbindet das Innen und Außen in seinen Gemälden. Gern auch mit hintergründigem Humor wie bei dem Radieschen-Bild.

„Entweder – oder“ zeigt die Rückenfigur eines Mannes, der in den Anblick einer Molekülverbindung versunken ist, die an das Brüsseler Atomium erinnert, ein Denkmal der Technikgläubigkeit aus den späten 1950er Jahren.

Ein  großformatiges Bild von Jan Beumelburg „Entweder – oder“ . Quelle: Hans-Peter Theurich

„Für meine Gemälde greife ich auf alte Fotos zurück. Auf ihnen erscheinen die Menschen stärker in der Landschaft verortet, als es heute der Fall ist“, berichtet der Maler.

Auf dem Bild „Die Schlafwandlerinnen“ gehen junge Mädchen selbstvergessen über eine Wiese. Ihr Gang ist gebeugt, mit den Armen scheinen sie etwas aufzunehmen. Im Hintergrund ein Wald, in der Mitte belebendes Orange.

Das Zwielichtige daran: Es stellt dieselbe Frau dar, sie wiederholt die schöpfend wirkende Bewegung. Immer im schwarzen Badeanzug. Auch hier waren alte Fotografien eine Inspiration. Der Bildraum bleibt durchsichtig-leicht, was in einem angenehmen Gegensatz zu den meisten recht düsteren Bildern der Ausstellung steht.

Aus der Vita des Künsters

Jan Beumelburg, 1965 in Niedersachsen geboren, schloss die Braunschweiger Hochschule für Bildende Künstler als Meisterschüler ab.

Heute lebt und arbeitet er in Brandenburg an der Havel.

Dort hat er viele Objekte als Kunst am Bau geschaffen. Er gewann zahlreiche Stipendien und Preise

Wie schätzt Jan Beumelburg die Situation des Berliner Kunstmarktes ein, wird er durch die Ausstellung in der Hauptstadt bekannter? „In Berlin gibt es keine gewachsene Sammlerschicht wie im Köln-Düsseldorfer Raum. Ich hatte bisher eher Sammler aus jener Gegend oder aus Süddeutschland. Dort scheint es eine engere Verflechtung zwischen Sammlern und Galerien zu geben. In Berlin bin ich jedes Mal erstaunt über das Publikum. Hier sind mehr Künstler unter den Gästen und manchmal auch mehr Laien“, sagt der Maler. In der Hauptstadt erhofft er sich ein anderes Verständnis, eine größere Aufgeschlossenheit gegenüber zeitgenössischer Kunst.

Inspiriert durch alte Fotos, malt Jan Beumelburg hintergründige Bilder wie „Die Schlafwandlerinnen“ . Quelle: Hans-Peter Theurich

Die Ausstellung bei Maria Wirth ist nicht das erste Mal, dass der Brandenburger seine Werke in Berlin zeigt. Schon vor Jahren hatte er Kontakte zur Galerie Barbara Wien, hat in mehreren Künstlerateliers ausgestellt und erst kürzlich in der Galerie „Axel Obiger“ in der Brunnenstraße.

Die Ausstellung „Zwielicht“ endet am Samstag, 1. Dezember. Sie ist geöffnet ab 14 Uhr. Die Finissage läuft von 18 bis 21 Uhr. Die Galerie Art Studio Maria Wirth befindet sich in der Niebuhrstraße 71 in Berlin-Charlottenburg.

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Von Judith Meisner

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