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Brandenburg/Havel Jazzfest lässt die Innenstadt swingen
Lokales Brandenburg/Havel Jazzfest lässt die Innenstadt swingen
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20:48 26.08.2018
Das Rufus Temple Orchestra auf der Lions Bühne des Jazzfests. das Sextett die gute alte Zeit des Swing und Traditonal Jazz der 1920-er Jahre wieder aufleben. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Vor der herrlichen Kulisse des Altstadt Rathauses steppt in der „guten Stube“ der Stadt Brandenburg am Wochenende der Bär. Die Veranstalter der 23. Ausgabe des Jazzfestes „Swinging brandenburg“ haben wieder ein vielfältiges Programm zusammen gestellt. Die Bigband der Musikschule Vicco von Bülow ist aus der Jazzszene der Stadt nicht mehr wegzudenken. Ihr gebührt die Ehre, das diesjährige Fest schwungvoll zu eröffnen.

Die „Sleeping Pills“ (Schlaftabletten) von „Snooze on“ machen gar nicht schläfrig. Die Veranstalter der 23. Ausgabe des Jazzfestes „Swinging brandenburg“ haben wieder ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Die Bigband der Musikschule Vicco von Bülow ist aus der Jazzszene nicht mehr wegzudenken.

Ebenso schwungvoll geht es weiter. Auf gemütliche Art fetzt die Musik des Rufus Temple Orchesters aus Berlin. Mit viel Spielfreude lässt das Sextett die gute alte Zeit des Swing und Traditional Jazz der 1920er Jahre wieder aufleben. Wer da beim Zuhören keine gute Laune bekommt, dem ist einfach nicht zu helfen.

Die geballte Frauenpower von Brass Appeal ist gut anzusehen und anzuhören. Die Spezialität der vier Musikerinnen sind jazzige Arrangements alt bekannter Songs und Titel. Während sie spielen, bewegen sie sich auf der Bühne zu einer ausgeklügelten Choreographie.

„Bei mir bist du schön“, „Sag mir quando, sag mir wann“, und auch der Pharrell-Williams-Song „Because I‘m happy“ fehlt nicht in ihrem Repertoire. So dauert es nicht lange, bis die ersten Zuhörer anfangen, ausgelassen zu tanzen.

Im Bürgerhaus in der Bäckerstraße wird vorrangig experimenteller Jazz geboten. „Snooze On“ nennt sich eine Band aus Berlin, die Freitagabend sehr fantasievollen Jazz auf die Bühne bringt.

Bei dem Titel „Sleeping Pills“ (Schlaftabletten) erwartet man ruhige, sanfte Töne und keine Klangexplosion wilder Grooves. Doch Snooze On präsentiert mit „Sleeping Pills“ eine turbulente „Hallo-wach-Musik“, der Héloise Levebvre mit ihrer Geige Glanzlichter aufsetzt, bis ihr Markus Ehrlich mit seinem Tenorsaxophon einfach die Show stiehlt.

Die eruptive Musik dieser Gruppe wirkt streckenweise unausgewogen. Doch dazwischen gab es auch lyrische Phasen.

Einen Hörgenuss ganz besonderer Art erleben die Zuhörer am Samstagabend im Hof des Bürgerhauses mit dem Auftritt der deutsch-arabischen Band „Masaa“. Dieses Quartett bietet allerfeinsten Jazz. Obwohl sie an verschiedenen Orten leben, musizieren der im Libanon geborene Sänger Rabih Lahoud, der Schweriner Trompeter Marcus Rust, der Pianist Clemens Pötzsch und der Schlagzeuger Demian Kappenstein seit acht Jahren zusammen.

„Wir geben 20 bis 25 Konzerte im Jahr“, sagt Rust. Rabih Lahoud singt mit enorm wandlungsfähiger Stimme auf Französisch und Arabisch, oftmals nutzt er seine Stimme auch nur als Instrument. „Kaum jemand von Ihnen hier wird mich verstehen“, erklärt der Sänger in lupenreinem Deutsch.

„Aber Verstehen hat nichts mit Bedeutung von Sprache zu tun, in der Musik entwickelt sich ein tieferes Verständnis.“ Die Musik von Masaa ist stimmig und rund, ohne süßlich-harmonisch zu sein. Die Musiker entführen akustisch an Sehnsuchtsorte, ihre Musik berührt die Seele. Es sind Geschichten aus 1001 Nacht, die die Zuhörer restlos verzaubern. Die Musik dieses Ensembles sollte man eigentlich im Konzertsaal aufführen, denn jegliche Nebengeräusche stören.

„Jazz, Lyrik, Prosa“ dieses beliebte Programm bietet die Fouqué-Bibliothek beim Jazzfest immer an. Am Akkordeon begleitet von Heiner Frauendorf haben dieses Jahr die Schauspieler Anne Osterloh und Mike Sommerfeldt amüsante Texte des Brandenburger Autors Lutz Hübner gelesen. Wie sich anschließend herausstellt, war dessen Vater Hans Hübner in den 1960-er Jahren Leiter der Stadtbibliothek. Manche Zufälle könnte man nicht besser planen.

„Nach dem Jazzfest ist vor dem Jazzfest und nach einer kurzen Besinnungspause mit Manöverkritik geht es sofort mit den Vorbereitungen für das nächste Jazzfest weiter“, sagt Wolfgang Uhlmann, der für die Brandenburger Jazzfreunde Fotos macht und bei den Vorbereitungen hilft.

„Es gibt ein Vorbereitungsteam, das seit Jahren das Jazzfest ehrenamtlich vorbereitet“, erzählt er. Das Jazzfest Brandenburg habe in der Jazzszene einen guten Namen, so Uhlmann weiter. „Bis zu tausend Bands bewerben sich alljährlich um die Teilnahme.“

Von Ann Brünink

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