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Jede Menge Stroh für das Kreiserntefest

Fohrder Bauern öffnen ihre Höfe Jede Menge Stroh für das Kreiserntefest

In Fohrde laufen die Vorbereitungen für das Kreiserntefest am Wochenende auf Hochtouren. Auf dem Hof von Familie Schumacher können sich Kinder nach Herzenslust austoben, stellen die Kleintierzüchter aus, und präsentieren sich die stärksten Traktoren der Welt.

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Christian Gehrmann (l.) und Andreas Werner von der Brielower Agrar GmbH sind die Architekten der Fohrder Strohburg.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Fohrde. Andere Leute warten auf den Paketboten. Bastian Schumacher (40) hält nach einer Ladung Strohballen Ausschau. Der Fohrder Landwirt öffnet seinen Hof in der Hauptstraße, der sich seit gut 100 Jahren in Familienbesitz befindet, zum Kreiserntefest am kommenden Wochenende für die Öffentlichkeit. Besonders willkommen sind die jüngsten Besucher der Leistungsschau. „Auf einer Pyramide aus Stroh können sich Kinder richtig austoben“, kündigt der Hausherr an. Doch weil Schumacher die eigenen ausgedroschenen Getreidehalme zu Rundballen presst, hilft die Brielower Agrar GmbH mit Quadern aus, die sich unverrückbar zu einer kleinen Burg stapeln lassen.

Festumzug am Sonntag

Fohrde ist am Wochenende Gastgeber für das 21. Kreiserntefest in Potsdam-Mittelmark. Weil es in dem Ortsteil der Stadt Havelsee eine Bahnstation gibt, kann mit dem zwischen Brandenburg und Rathenow pendelnden Regionalzug angereist werden. Pkw-Parkplätze an den Ortseingängen.

Los geht es am Sonnabend um 9.30 Uhr mit dem Kreisleistungspflügen auf einem Acker der Bauernfamilie Vogeler unweit des B 102-Ortseingangs. Um 11 Uhr beginnt das bunte Markttreiben. Offiziell eröffnet wird das Fest um 13 Uhr. Der musikalische Nachmittag beginnt um 14.15 Uhr.

Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit dem Erntegottesdienst in der Kirche. Ab 11 Uhr wird zum Frühschoppen mit der Musikschule Fröhlich eingeladen. Gleichzeitig wird der Markt fortgesetzt. Höhpunkt ist der um 13.30 Uhr beginnende Festumzug. Anschließend Bühnenprogramm und Puppentheater.

Gleich zwei Hängerladungen schickte Agrar-Geschäftsführer Gerhard Ullrich in das Nachbardorf. Ein Teil des Pflanzenmaterials dient zur Dekoration des Veranstaltungsortes. Über 20 Quader dagegen bilden die Spielwiese auf dem Schumacherschen Hof. Andreas Werner und Christian Gehrmann von der Brielower Agrar GmbH können nicht nur Traktor fahren oder mit dem Häcksler umgehen. Auch mit den Riesenbausteinen aus Stroh kennen sie sich aus. Während Werner seinen Kollegen einweist, schnappt sich Gehrmann mit der Zange seines Teleskopladers die nächsten drei Quader vom Hänger. Auf den Zentimeter genau jongliert Gehrmann die Ballen auf dem Hof in die richtige Position für das Fundament. Obendrauf kommt die erste Etage, die zum gefahrlosen Klettern einlädt. Über 250 Kilo wiegt ein Quader aus gold-gelbem Roggenstroh. Schon das hohe Eigengewicht macht ein Verrutschen unmöglich.

Mit einem Claas Scorpion wird der Strohhänger entladen

Mit einem Claas Scorpion wird der Strohhänger entladen.

Quelle: Frank Bürstenbinder

So viel Stroh gab es lange nicht auf dem unter Denkmalschutz stehenden Vierseithof von Bastian und Sabine Schumacher. Tiere, die Einstreu bräuchten, gibt es dort schon lange nicht mehr. „Zu DDR-Zeiten standen Färsen der LPG im Stall. Damit war es nach der Wende vorbei. Heute nutzen wir die Aufbauten als Lager und Unterstellplätze“, berichtet Bastian Schumacher. Stroh und Heu werden trotzdem noch eingefahren. Und zwar für den Reiterhof, den Vater Siegfried im Dorf betreibt.

Aus vielen Quadern wird die Strohburg errichtet

Aus vielen Quadern wird die Strohburg errichtet.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Den Landwirtschaftsbetrieb mit rund 370 Hektar Acker und Grünland hat Bastian Schumacher auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. Das bedeutet nur mechanische Bodenbearbeitung, keine künstliche Düngung, keine Pflanzenschutzmittel. Roggen, Hafer, Lupinen und Buchweizen sind die Kulturen, die in der Bio-Wirtschaft ihre Abnehmer finden. Für den Landwirt, der sich kommunalpolitisch im Ortsbeirat und in der Stadtverordnetenversammlung von Havelsee engagiert, ist es selbstverständlich beim Kreiserntefest Flagge zu zeigen. „Die Landwirtschaft in Fohrde ist von bäuerlichen Familienbetrieben geprägt. Man hilft sich untereinander. Dann können wir auch zusammen feiern. Selbst wenn das Erntejahr 2017 sehr durchwachsen war“, so Schumacher. Auf dem Hof gibt es neben der Strohburg eine Technikschau und eine Ausstellung der Fohrder Kleintierzüchter.

Von Frank Bürstenbinder

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