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Brandenburg/Havel Jede dritte Familie ist für lange Kita-Öffnung
Lokales Brandenburg/Havel Jede dritte Familie ist für lange Kita-Öffnung
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19:15 01.03.2018
Diese Kita hat bald 24 Stunden geöffnet: Der rollende Betrieb über jeweils 24 Stunden muss extra organisiert werden. Quelle: RAP Ryl & Arnold/Tinius Architekten
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Brandenburg/H

Die 24-Stunden-Kita der Lebenshilfe bleibt Diskussionsthema. Das wird auch im Verwaltungsteam um den Beigeordneten Wolfgang Erlebach (Linke) so gesehen, deshalb wurde mit dem Träger an einem ausführlichen Konzept gefeilt.

Die neue Kindertagesstätte ist überhaupt nicht mehr zu vergleichen mit den früheren DDR-Wochenkitas, lautet ein Ansatz. Doch wie genau sieht dann ein Tagesablauf aus?

Ein Kind, dessen Mutter Nachtschicht hat, wird am Abend von der Mutter in die Wohneinheit gebracht. Mutter und Kind können bei Bedarf noch gemeinsam Abendessen, das Bad aufsuchen, die Mutter bringt Ihr Kind möglichst selbst ins Bett. Das Kind ist während ihrer Abwesenheit von einer Fachkraft betreut, die beispielsweise Gute-Nacht-Geschichten vorliest, in den Schlaf singt, bei Kummer tröstet, einfach für die Kinder da ist.

„Bei Personalwechsel wird immer berücksichtigt, dass die Fachkäfte möglichst stabile Kindergruppen betreuen, damit ein vertrauter Ansprechpartner als konstante Bezugsperson für die Kinder vorhanden ist“, sagt Erlebach.

Am Morgen kann die Mutter das Kind nach der Nachtschicht wecken, für die Kita fertigmachen und dann schlafen gehen. Es wird darauf geachtet, dass das Kind frühestmöglich aus der Kita abgeholt wird und Mutter und Kind ausreichend Zeit miteinander verbringen.

Im Falle einer Spätschicht wird das Kind erst kurz vor Beginn der Schicht in die Kita gebracht. Die Einrichtung ist darauf eingestellt, auch in den Nachmittagsstunden immer altersangemessene Bildungsangebote vorzuhalten. Am Abend wechselt das Kind in die Nachbetreuung und wird von den Fachkräften versorgt (Abendbrot, waschen, Geschichte lesen, Einschlafrituale).

Am frühen Morgen wird das Kind von der Mutter abgeholt und verbringt dann Zeit in der Familie. „Schichtarbeiter haben häufig in der Woche freie Tage. An diesen Tagen wird das Kind nicht in der Einrichtung betreut, die Familie hat sozusagen ein versetztes Wochenende“, erläutert der Sozialbeigeordnete.

Die Übernachtungszimmer sind getrennt von den anderen Kita-Räumen. In der 240 Quadratmeter großen Wohneinheit stehen zwei großzügige Wohn-Schlafbereiche für etwa 12 Kinder, zwei Rückzugsbereiche für die Pädagogen, ein großer Spielflur und ein gemeinsamer Gruppen- und Essenraum zur Verfügung. Diese Räume werden, ähnlich einer privaten Wohnung, einen Wohlfühlcharakter erhalten.

Der Bedarf ist da: Eine repräsentative Elternbefragung zu Kriterien der Auswahl von Kindertagesstätten ergab bereits im Jahr 2008, dass für mehr als 29 Prozent der befragten Eltern die Öffnungszeiten nach 17 Uhr wesentlichen Einfluss auf die Wahl der Kita haben.

Die Träger haben das zur Kenntnis genommen: Immer mehr Kindertagesstätten reagierten auf diesen steigenden Bedarf von zeitlich und organisatorisch flexiblen Betreuungsangeboten mit dem Ziel, Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen und bieten Familien Betreuungsangebote teilweise zwischen 5 und 21 Uhr oder zwischen 5.30 und 20 Uhr an.

Von André Wirsing

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