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Jeder Song verkörpert ein Gesetz

Brandenburger Band „Call me later“ Jeder Song verkörpert ein Gesetz

Die Band „Call me later“ aus Brandenburg an der Havel veröffentlicht nur ein Jahr nach ihrer Debütplatte „Fly“ ihr zweites Album „13 Rules“. Sie sind noch experimentierfreudiger geworden, wechseln schnelle und sanfte Stücke ab und ändern manchmal mitten im Lied den Musikstil. Inzwischen sind die Brandenburger so etwas wie eine Familie geworden.

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„Call me later“: Stephan Hiller, Oliver Irmer, Dana Lenk, Andreas Weimer und Christoph Jordan (v.l).

Quelle: privat

Brandenburg an der Havel. Sie sind zusammengewachsen, so etwas wie eine Familie geworden, sagt der kreative Kopf der Band „Call me later“ aus Brandenburg an der Havel, Oliver „Zampano“ Irmer. Seit der Veröffentlichung ihres ersten Albums „Fly“ im vergangenen Jahr ist viel bei der fünfköpfigen Band passiert, jetzt legen sie mit ihrer zweiten CD „13 Rules“ nach. Über 2600 Stunden Arbeit stecken darin, von der Songidee bis zum Endprodukt. „Wir sind seelische Geschwister“, ist der Musiker überzeugt.

Schon auf ihrer ersten CD waren sie experimentierfreudig, dabei war harte Rockmusik ebenso vertreten wie Balladen oder Reggae-Anspielungen. Ihr neues Album geht musikalisch noch weiter: „Wir sind nun breiter aufgestellt und vermischen Rock zum Beispiel mit Pop, Disco- oder Akustikmusik“, sagt Schlagzeuger Christoph Jordan. In manchen Liedern hört man sogar Dudelsäcke, Geigen oder ein Klavier im Hintergrund.

Musikalisch weiterentwickelt

Die Songs schreibt Oliver Irmer fast alle selbst. Das Lied „Storm last Night“ kreierte er um drei Uhr nachts in einer stürmischen Nacht: „Die Bäume vor meinem Fenster rauschten die Gesangsmelodie“, erzählt er. Um fünf Uhr war das Lied fertig, schon mit Bruchstücken des Endtextes. Mit Sängerin Dana Lenk übt er seine Rohfassungen, zusammen verfeinern sie die Musik. Die Verbindung der beiden ist eine Besondere: „Ich komme mit einer Idee und sie findet immer den richtigen Ton. Dana hat eine Bescheidenheit in ihrer Stimme, die die Leute berührt.“ Erst sie konnte den von ihm schon lange geschriebenen Song „Never Rains in L.A.“ nach seinem Geschmack perfekt umsetzen. „Vorher gab es dazu nicht die richtige Stimme. So etwas habe ich noch nie erlebt.“

Irmer war es auch, der den Kontakt zu der Sendung Kulturzeit auf 3Sat herstellte: Er ließ so lange nicht locker, bis sie ihr Video „Welcome in the rain“ ins Programm nahmen, nachdem sie ihren „künstlerischen Anspruch“, wie Schlagzeuger Christoph Jordan es beschreibt, neu definierten und ihre Aufnahmetechnik veränderten.

„So etwas noch nie erlebt“

„Bei der Entstehung der neuen CD fragten wir uns: Wie wollen wir als Band miteinander umgehen? Für uns gehört zum Beispiel Respekt, Liebe, Freundschaft und Ehrlichkeit dazu. Jeder Song verkörpert ein Gesetz für uns“, erklärt Bandleader Irmer das Konzept des Albums. Doch „wie in einer Engelsbude“ gehe es nicht zu, „hier wird um jede Note gekämpft.“

In den vergangenen 12 Monaten hatte die Band viele Auftritte in der Region, auch in Potsdam, Berlin oder Dessau, „häufig mit Wohnzimmeratmosphäre“, betont Gitarrist Stephan Hiller. Ihre Familie und Freunde sind oft dabei. „Meine Mutter lernt alle Texte, denn sie möchte Fan der ersten Stunde sein“, verrät die Sängerin Dana Lenk. Auch die jeweiligen Partner der Bandmitglieder gehören inzwischen fest mit zum Clan.

Jeden Mittwoch und auch am Wochenende treffen sich die Musiker in ihrem Proberaum im SWB-Park, der schon wie ein zweites Zuhause für sie geworden ist. Dort sinnieren sie, sitzen auf der rosa Couch beisammen, ab und zu bringt mal jemand einen selbst gebackenen Kuchen mit. Dort nehmen sie auch ihre Lieder auf, Bassist Andreas Weimer ist gleichzeitig Tontechniker. In den Proben achtet er darauf, dass die zarte und zugleich kräftige Stimme von Sängerin Dana Lenk gut zu hören ist.

Proberaum im SWB-Park

Bassist Andreas Weimer, das jüngste Mitglied, hat vor allem Gefallen an dem Song „Sixteen Hours“ im Stil von Boney M gefunden: „Weil er zeigt, dass die Band auch Klischees bedienen kann. „Manchmal muss man sich selbst nicht so ernst nehmen“, bemerkt der Bassist. Darin wechseln sie die Musikart mitten im Lied von Disco zu Reggae. Weimer: „Es gibt nichts Schöneres, wenn das Publikum sagt: Bei euch weiß man nie, was als Nächstes kommt.“ Der 27-Jährige hat während der Proben sogar ein Instrument selbst erfunden: Als er die Saiten wechseln wollte, funktionierte er seine Gitarre als Cello-Ersatz um: „Wir nennen es die Batsche.“ Einig ist sich die Band über die Umsetzung der nächsten Videos, die „mit Sicherheit humorvoll und gleichzeitig anspruchsvoll sein werden“, ergänzt Christoph Jordan.

Die fünf haben definitiv Großes vor: „Wir würden unsere Jobs aufgeben, wenn wir Berufsmusiker sein könnten“, sind sie sich einig. Fest steht: Sie sind Freunde geworden. Beste Voraussetzungen also für eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit. Oliver Irmer: „Wenn ich in unserer gemeinsamen Whats­app-Gruppe mal vier Stunden nichts von jemandem höre, werde ich nervös.“

Von Melanie Höhn

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