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Jenny Stoge (29): Allein, Hartz IV, zwei Söhne

Start für MAZ-Sterntaler-Aktion Jenny Stoge (29): Allein, Hartz IV, zwei Söhne

Die Märkische Allgemeine Zeitung läutet eine neue Runde der Spendenaktion Sterntaler ein. Die Sammlung kommt Familien in der Region Rathenow, Brandenburg und Bad Belzig zugute, die kein unbeschwertes Fest feiern können. So wie Jenny Stoge mit ihren beiden Söhnen aus Brandenburg an der Havel.

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Jenny Stoge mit ihren Söhnen Alexander-Enrico (l.) und Niklas.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Brandenburg an der Havel. Jeden Nachmittag schaut Jenny Stoge (29) aus dem Fenster ihrer Wohnung in der Willibald-Alexis-Straße. Die alleinerziehende Mutti zweier Kinder wartet auf den DRK-Fahrdienst. Ein Auto bringt ihren Sohn Niklas nach Hause. Dann eilt sie vor die Tür, um den Achtjährigen in die Arme zu schließen.

Oben ein Blick in die Schulmappe. Die Klassenlehrerin hat ein Smiley ins Muttiheft gestempelt. „Gut gemacht“, freut sich die gebürtige Brandenburgerin. Ihrem Jungen ist der Bewegungsdrang anzumerken. Niklas will nur noch raus, düst mit seinem Fahrrad zum nahen Kinder- und Jugendfreizeitclub Kiju. Dort ist er Stammgast, kann sich austoben.

Sterntaler hilft Familien

Die MAZ sammelt wieder Spenden für das Weihnachtsfest, um Wünsche für in Not geratene und von Armut bedrohte Familien in der Region Rathenow, Brandenburg und Bad Belzig erfüllen zu können.

Bitte überweisen Sie Spenden auf das bei der Brandenburger Bank eingerichtete Konto mit der IBAN DE77160620730100070700. Kennwort: MAZ Sterntaler. Das Konto wird vom DRK-Kreisverband Brandenburg verwaltet.

Für Spendenquittungen bitte Name und Anschrift angeben. Wir bitten um Verständnis, dass wir keine Sachspenden entgegennehmen oder vermitteln.

Hinter Niklas liegt ein langer Tag in der Havelschule, eine städtische Förderschule mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt „geistige Entwicklung“. Eine reguläre Schule kommt für den Jungen mit der Pflegestufe I derzeit nicht in Betracht. Zu groß ist sein Rückstand in der Entwicklung. Schuld daran ist eine Veränderung im Erbgut, die als Turner-Syndrom oder Monosomie bekannt ist. Niklas braucht deshalb besondere Förderung und Zuwendung. Mutter Jenny versucht ihrem Sohn beides angedeihen zu lassen.

Dabei bräuchte Jenny Stoge selbst Hilfe. Sie lebt von Hartz IV. Die Vier-Raum-Wohnung im unsanierten Plattenbau, die ihr die Behörden wegen der Kinder zugebilligt haben, ist karg ausgestattet. Das Geld reicht nicht mal für Gardinen. Ein Stundenjob wäre gut. Aber der muss mit Bus oder Bahn erreichbar sein. Denn am Monatsende bleibt nicht genügend übrig, um einen Führerschein bezahlen zu können.

Sohn leidet unter epileptischen Anfällen

Einen Vollzeitjob kann die gelernte Beiköchin nicht annehmen. Denn da ist noch Sohn Alexander-Enrico (3), der unter epileptischen Anfällen leidet und im Sozialpädiatrischen Zentrum des Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Behandlung ist. Bis zum Mittag besucht Alex die Kita „Klein und Groß“. Auch er ist in seiner Entwicklung nicht so weit wie andere Kinder. Es kommt vor, dass Erzieherinnen den Rettungsdienst rufen müssen. Dann muss sich auch Jenny Stoge um ihren Jüngsten kümmern. Unterstützung im Alltag bekommt sie von einer Familienhelferin des Humanistischen Regionalverbandes.

Zerbrechen will die Alleinerziehende, die sich für das neue Jahr Arbeit und gesunde Kinder wünscht, an ihrer Last nicht: „Ich versuche das Leben bei allen Problemen positiv zu sehen.“ Das soll auch Weihnachten so sein, wenn es sich Jenny Stoge mit ihrem Nachwuchs und selbst gebackenen Plätzchen unter der „Kunstkrücke“, wie sie lachend sagt, so gemütlich wie möglich macht. Große Geschenke waren bei ihr noch nie ein Thema, aber Sterntaler könnte dieses Mal etwas daran ändern.

Von Frank Bürstenbinder

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