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Brandenburg/Havel Jeserig: Ausbildung mit Spiel und Spaß
Lokales Brandenburg/Havel Jeserig: Ausbildung mit Spiel und Spaß
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13:00 01.04.2016
Kinderwart Christian Mendel mit Jeseriger Kita-Kindern. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Jeserig

Feuerwehr mit Blaulicht vor der Kita „Bummihaus“! Doch die Rundumleuchte reichte den Knirpsen nicht. „Wo ist der Schalter für die Sirene ?“, wollten die Mädchen und Jungen wissen. Im Fahrerhaus des Tanklöschfahrzeuges natürlich. Also musste Ortswehrführer Carsten Groth erst die Zündung und dann das Martinshorn anmachen. Allerdings nicht ohne Vorwarnung: „Ohren zuhalten. Es wird laut!“ Erst der Sound der Sirene machte die Vorschulkinder glücklich. Was war da los am Freitag in Jeserig?

Im Dorf gibt es jetzt eine Kinderfeuerwehr. Sechsjährige wollen eines Tages ihren großen Vorbildern nacheifern – am Lenkrad eines Feuerwehrautos, mit einem Schlauch in den Händen und einem Helm auf dem Kopf. Für den kleinen Luca war der Helm dann noch zu schwer, als er das Strahlrohr für den Schnellangriff halten durfte. Aber die Nachwuchs hat noch viel Zeit, um in die Einsatzuniform hineinzuwachsen. „Für den Anfang bekommt ihr erst einmal T-Shirts“, versprach Feuerwehrchef Groth den aufgeregten Kindern.

Kinderflamme als Nachweis

In Brandenburg gibt es keine gesetzlichen Altersvorgabe für den Eintritt in eine Freiwillige Feuerwehr. Die Feuerwehrunfallkasse empfiehlt jedoch ein Mindestalter von sechs Jahren für die Aufnahme in eine Kinderfeuerwehr.

Ein erster Ausbildungsnachweis für junge Brandschützer ist die Kinderflamme. Dabei handelt es sich um ein Abzeichen, dass in zwei Stufen gegliedert ist. Für die Vergabe gibt die Landesjugendfeuerwehr einen einheitlichen Rahmenplan vor.

In der Geschichte der traditionell guten Beziehungen zwischen der Jeseriger Feuerwehr und der Kita wird mit der jüngsten Werbeaktion ein neues Kapitel aufgeschlagen. Wer mindestens sechs Jahre alt ist, kann sich der Kinderfeuerwehr anschließen – vorausgesetzt, die Eltern sind mit dem offiziellen Eintritt in die Brandschutztruppe einverstanden. „Es gibt viele begeisterte Kinder, aber das letzte Wort haben natürlich die Eltern. Bisher sind drei ausgefüllte Anträge eingegangen. Ich hoffe, dass es noch mehr werden“, sagte Christian Mendel. Der Feuerwehrmann kümmert sich um die künftige Ausbildung der Mädchen und Jungen, die in diesem zarten Alter allerdings zu 90 Prozent aus Spiel und Spaß besteht.

Stolz sitzen diese Mädchen und Jungen im Feuerwehrauto. Quelle: JACQUELINE STEINER

Der Hintergrund für die Kampagne ist ernst. Die Jeseriger Feuerwehr muss beim Personal an die Zukunft denken. Zwar gibt es derzeit 35 aktive Kameraden, dennoch ist die Tageseinsatzbereitschaft oft eine Gratwanderung. „Wir müssen um Nachwuchs werben. Damit kann man nicht früh genug anfangen. Sonst wird die Situation noch kniffliger“, weiß Feuerwehrchef Groth. Eine Jugendfeuerwehr für Kinder ab zehn Jahre gibt es bereits. Doch nur die wenigsten Mitglieder rücken tatsächlich in die Einsatzabteilung nach. Aus familiären und beruflichen Gründen verschlägt es den Nachwuchs in andere Regionen. „Uns fehlen die 30-Jährigen mit Familie und Haus, die ihren Lebensmittelpunkt in Jeserig gefunden haben“, meinte Groth.

Jeserigs Ortswehrführer Carsten Groth. Quelle: JACQUELINE STEINER

Derweil half Kinderwart Mendel den Sechsjährigen beim Aufstieg ins Fahrerhaus, führte das Anlegen einer Atemschutzmaske vor, und präsentierte das Fahrzeugzubehör. Wozu die Kegel und Warnleuchten da sind, musste der selbstständige Brandschutzerzieher erst gar nicht erklären. „Zum Absperren“, wusste Matz Ziem. Kein Wunder, sein Vater gehört zum Stamm der Jeseriger Feuerwehr. Angetan vom Engagement der Kameraden ist Kita-Leiterin Peggy Scheer. Ohne die Unterstützung der Brandschützer ist das jährliche Bummi-Fest kaum vorstellbar. „Deshalb sind wir gern Gastgeber für die Aktivitäten der Kinderfeuerwehr“, so Kita-Leiterin Scheer. Das erste halbe Jahr wird Kinderwart Mendel seinen Schützlingen spielend beibringen, wie man zum Beispiel einen Notruf wählt, ein Pflaster aufklebt und einen Knoten bindet.

Von Frank Bürstenbinder

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