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Brandenburg/Havel Jochen Kowalski verzaubert den Dom
Lokales Brandenburg/Havel Jochen Kowalski verzaubert den Dom
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00:24 21.10.2015
Jochen Kowalski bei seinem Konzert im Dom. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg/H

Jochen Kowalski vertrat vor allem in den 1980er- und 1990er Jahren sein Stimmfach, den Altus, erfolgreich in aller Welt. Von der Komischen Oper Berlin aus hat der Sänger seine internationalen Erfolge mit Opern wie „Orpheus und Eurydike“ von Gluck und „Giustino“ von Händel beschritten. Nun gab er am Samstag anlässlich des 850jährigen Brandenburger Doms ein Benefizkonzert für den Förderverein des bedeutenden sakralen Baus der Mark Brandenburg. Es reihte sich ein in den großen Jubiläums-Reigen vielfältiger Konzerte, Lesungen und Vorträge, die ein wunderbar farbenfrohes Mosaik ergaben. Für Jochen Kowalski schien die Veranstaltung fast eine Art Heimspiel gewesen zu sein. Geboren wurde er nämlich im nahen Wachow. So saßen Freunde und Fans im Publikum, die dem sympathischen Altus mit besonderer Herzlichkeit zugetan waren. Auch so manch begeisterter Berliner Kowalski-Anhänger ließ es sich nicht nehmen, nach Brandenburg zu fahren.

Charmanter Moderator

Der Altus sang nicht nur, er führte auch durch das Programm und bewies damit seine charmanten Moderationsfähigkeiten. Die einzelnen Mitglieder des ihm begleitenden Ensembles aus Berlin stellte er selbst vor. Il Concertino Virtuoso, das Mitglieder der Staatskapelle Berlin vereint, hat zwar nicht unbedingt die historische Musizierpraxis im Blick, dennoch überzeugten die Musiker durch stringente, klangschöne und ausstrahlungskräftige Interpretationen in Werken von Johann Sebastian Bach, Arcangelo Corelli oder Antonio Vivaldi, obwohl man sich manchmal weniger allzu stürmische Tempi gewünscht hätte. Das klang dann doch zu sehr nach Stress. Instrumentaler Höhepunkt war Bachs Doppelkonzert für zwei Violinen in d-Moll BWV 1043. Die beiden Violinsolisten Axel Wilczok und Andreas Jentzsch spielten den Dialog dynamisch bestens ausgewogen und artikulatorisch ausgereift.

Jochen Kowalski, der in den vergangenen Jahren sich des öfteren der Romantik, der Salonmusik und sogar dem Jazz zuwandte, hat im Dom ein buntes Programm mit Kompositionen der Barockmusik sowie der Vorklassik geboten. Die Arien-Mischung trug er entspannt und souverän vor. Vor allem seine Künste in puncto Virtuosität wollte er hörbar beweisen, daher auch die Auswahl von Arien, die einst für berühmte italienische Kastraten komponiert wurden. Der 61-Jährige bevorzugte in den Wiedergaben der Arien aus Kantaten von Bach, aus Opern von Gluck, Johann Adolf Hasse und Riccardo Broschi eine expressive Gestaltung und teilweise sehr schnelle Tempi.

Auch im Theater zu Hause

Es ist gut möglich, dass Kowalski Piecen mit oftmals dramatischen Ausbrüchen wählte, weil er selbst spürt, dass die Stimme spröder geworden ist, dass nicht jeder Ton schön sein muss. Hin und wieder stellten sich auch Intonationstrübungen ein. Besonders war dies in der einzigen Arie mit geistlichem Inhalt, die er während des Programms im Dom sang, zu vernehmen, in „Bekennen will ich seinen Namen“ BWV 200. Exzellent gelang ihm dagegen die „frostige“ Gestaltung des Frostgottes aus der Oper „King Arthur“ von Henry Purcell. Da spürte man, dass Kowalski besonders im Theater immer noch bestens zu Hause ist, dass nunmehr Charakterpartien seine Sache sind.

Die gut aufgelegten acht Musiker von „Il Concertion Virtuoso“ waren entscheidend für den Spannungsbogen mitverantwortlich, mit dem man das Konzert von Anfang bis Ende durchzuhalten vermochte. Sie vermochten Jochen Kowalski ein stützendes Fundament zu geben. Es gab viel Jubel am Schluss des Konzerts.

Von Klaus Büstrin

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