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Johanniskirche soll Veranstaltungsort werden

Nutzung gesucht Johanniskirche soll Veranstaltungsort werden

Mitten in der Brandenburger Innenstadt ist mit der sanierten Johanniskirche aus der Weltkriegsruine ein architektonisches Kleinod entstanden, das sowohl als Veranstaltungs- als auch als Ausstellungsort der Stadt Brandenburg gut zu Gesicht steht. Nun geht es um die öffentliche Nutzbarkeit des Hauses.

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Mit etwa 400 Plätzen gehört die Johanniskirche zu den größten Veranstaltungsorten der Stadt Brandenburg.

Quelle: Holger Siggel

Brandenburg/H. Mitten in der Brandenburger Innenstadt ist mit der sanierten Johanniskirche aus der Weltkriegsruine ein architektonisches Kleinod entstanden, das sowohl als Veranstaltungs- als auch als Ausstellungsort der Stadt Brandenburg gut zu Gesicht steht.

Nachdem die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit anderen Trägern dort erste Veranstaltungen wie die Lesung mit Hape Kerkeling und die aktuelle Ausstellung „Deine Anne“ organisiert hat, wollte die linke Stadtverordnete Heidi Hauffe wissen, unter welchen Umständen man die Johanniskirche nutzen könne und ob es dafür eine Benutzungs- und Entgeltordnung gäbe.

Der Kulturbeigeordnete Wolfgang Erlebach (Linke) hat ihr jetzt mitgeteilt, dass die Kulturverwaltung nicht davon ausgehe, dass eine gesonderte Benutzungsordnung dafür nötig sein werde. Das sei das Ergebnis einer steuerrechtlichen Prüfung. Sollte sich die Rechtsauffassung ändern, werde sofort eine entsprechende Ordnung erarbeitet und in den Beschlussumlauf gegeben, so Erlebach weiter.

„Sehr wahrnehmbar und sehr präsent“

Sollte sich diese Rechtsauffassung aber halten lassen, könnte die Nutzung des riesigen Kirchenschiffes, das mit mehr als 400 Sitzen bestuhlt werden kann, relativ unaufwändig vonstatten gehen. Zugrunde liegt dem Verfahren das schon 2010 beschlossene Nutzungskonzept, das auch der reformierten Kirchengemeinde ein „eingeschränktes Nutzungsrecht“ mit etwa zehn Nutzungen pro Jahr zwischen Ostersonntag und Erntedank gewährt. Darüber hinaus geht die Stadtverwaltung laut diesem Konzept davon aus, dass die Johanniskirche für die „kommenden zwei bis drei Jahrzehnte eine geringe Nutzung als Gemeinbedarfseinrichtung erfährt.“

Da die Kirche in bester Lage aber „sehr wahrnehmbar und sehr präsent“ sei, müsse die Nutzungskonzeption darauf abzielen, eine hohe touristische Wirkung zu entfalten und „als Ankerpunkt im öffentlichen Leben der Stadt zu dienen.“ Die Kirche, so heißt es im Nutzungskonzept, biete sich an als „Großvitrine“, die Platz für riesige Skulpturen und Bilder biete und in der - „geringe technische Installationen vorausgesetzt, darüber hinaus , Video- und Klanginstallationen denkbar sind.“ Mithin als der ideale Ort für ein nächtliches Sommerkino.

Denkbar ist die Johanniskirche als offenes Sommeratelier

Überdies, so wird in dem Konzept von 2010 deutlich, soll die Johanniskirche ein Ort sein und werden, der insbesondere in den Sommermonaten der Öffentlichkeit „weitgehend zugänglich zu machen“ ist. Deshalb wurde die Sanierung auch mit hohen Summen aus der Städtebauförderung unterstützt. Denkbar ist beispielsweise die Johanniskirche als offenes Sommeratelier für Maler und Bildhauer zu nutzen. Dabei könnten Besucher und Brandenburger Kunst als „Happening“ erleben und die Johanniskirche als „Anziehungspunkt“ erfahren, wie Erlebach schreibt.

Tatsächlich deckt sich seine Vorstellung mit den Ideen des Kulturmanagers Tim Freudenberg, der die Johanniskirche deutlich mehr als bisher in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung stellen würde, dem allerdings bisher das Geld und das Personal dafür fehlen. Auch die Ausstattung der Johanniskirche mit Stühlen, Technik, etc. ist völlig unzureichend, was die Nutzung erheblich erschwert.

Nicht kostendeckend zu bewirtschaften

Dass sich mit der Johanniskirche viel Geld machen lässt, schließt man in der Verwaltung aus. Angesichts der fehlenden Toiletten in der Kirche und ohne Heizung sei die Nutzung insgesamt eingeschränkt. Deshalb schließe man auch im Falle „in geringem Umfang möglicher gewerblicher Nutzungen“ eine Rentierlichkeit der Fremdnutzung aus und erwartet „allenfalls einen Deckungsbeitrag zu laufenden Kosten.“

Von Benno Rougk

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