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Brandenburg/Havel Jugendkulturfabrik feiert 25 Jahre
Lokales Brandenburg/Havel Jugendkulturfabrik feiert 25 Jahre
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00:19 24.09.2017
Thomas Oliver im Haus der Offiziere. Quelle: Torsten Gränzer
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Brandenburg/H

Die Jugendkulturfabrik wird am 23. September ein Vierteljahrhundert alt. Hinter ihr liegt eine wechselvolle Geschichte, von Aktionen wie der Besetzung des „Haus der Offiziere“ bis hin zu dessen Etablierung als soziokulturelles Zentrum, das neben der Jugendarbeit mittlerweile ein vielfältiges und seit den Anfangstagen in seiner Breite gewachsenes Programm anbietet.

Große Vielfalt aus der Bühne

Indie-Disko, Poetry Slam, Workshops und eine ganze Reihe von Konzerten bestätigen den erfolgreichen Versuch, abseits der simplen Gesetzmäßigkeiten des Marktes zu agieren und sowohl Nachwuchskünstlern, als auch erfahrenen Gästen eine Plattform zur Präsentation und Ausübung ihrer Kunst zu bieten.

Am Dienstagabend gastierte der neuseeländische Musiker Thomas Oliver im Haus. Er gilt als einer der versiertesten Spieler auf der um 1920 in Los Angeles von Hermann C. Weissenborn zur „Weissenborn-Lap-Steel-Gitarre“ weiterentwickelten Hawaii-Gitarre.

Auf der Bühne mit Eric Clapton und Joe Cocker

Thomas Oliver teilte einst die Bühne mit Eric Clapton und Joe Cocker. Mit seinem 2013 erschienenden Instrumental-Album „Beneath the weissenborn“ erreichte er Top Ten-Chart-Platzierungen in seiner Heimat und ausverkaufte Häuser. Auf seiner 2016 veröffentlichten Platte „Floating in the darkness“ mit dem Hit „If I move to mars“ mischt er Roots, Soul, Folk und elektronische Anteile, setzt Backgroundsängerinnen, Bläser, Hammond-Orgel, Streicher, Gitarren, Perkussionen und die Weissenborn ein.

Über allem steht Olivers vielseitiger Gesang und liebevoll-nachdenkliche Texte. In ihnen erzählt er melancholisch, wie im Zehn-Minuten-Epos „Boy“ die Geschichte eines Ausreißers, der im Alter von 15 Jahren nur mit einem Skateboard, ein paar Klamotten und sechs Bier im Bauch von Zuhause abhaut.

Sehr persönliche Texte

„Ich schreibe immer aus meiner Perspektive“, erklärt Thomas Oliver die autobiographischen Anteile in seinen Songs. „Es ist ein Album, das sich mit Fragen des Herzens und Beziehungen im Allgemeinen beschäftigt. Die Themen sind definitiv Liebe, Verlust und Sehnsucht“. Aber auch das Erwachsenwerden, das er als schwierigen, intensiven Schritt erlebte.

Im Haus der Offiziere präsentiert er sich ohne Band, hatte zwei Gitarren dabei und elektronisches Spielzeug, mit dem er geschickte Live-Loops kreiert, die die Drums und weitere Gitarren ersetzen. Der Minimalismus funktioniert bei eigenen Songs genauso, wie in der kaum noch wiedererkennbaren, aber umso gefühlvolleren Version von Bob Marleys „Is this love?“

Groovende Perkussionen auf dem Torso der Weissenborn

Dass Thomas Oliver seine Erfahrungen in Genres wie Drum & Bass ebenso minimalistisch nachstellen kann, beweist er mit groovenden Perkussionen auf dem Torso der Weissenborn.

Im Vorprogramm agierte der britische Singer-Songwriter Ash Radford, der nur mit seiner Soulstimme und der Akustikgitarre europäische Bühnen bereist. Deutschland und speziell Brandenburg wollen beide nicht vergessen. Kamen am Vortag in Hamburg noch 60 Besucher, sind es im Haus der Offiziere nicht einmal ein Drittel davon.

Die Tradition der Maori

Thomas Oliver, der sich in der Tradition der Maori, den Ureinwohnern Neuseelands, sieht, nimmt es mit Humor. Er ist dankbar für zwei Hände voll Gäste. Seine Alben signiert er mit „Kia ora!“ („Möge es dir gutgehen!“), bevor die Reise weiter noch durch einige deutsche Städte und dann schließlich wieder in Richtung Wellington geht.

Ein ganz anderes Klangbild wird am heutigen Freitag im „Haus der Offiziere“ zu vernehmen sein, wenn Scrap und Crawfish die Bühne betreten. Dies ist der Auftakt einer Reihe von bis ins Jahr 2018 hinein reichenden Jubiläumsveranstaltungen der Jugendkulturfabrik. Beide Bands stehen für eine brachiale, e-gitarrenlastige Gangart und simnd in Brandenburg gute alte Bekannte.

Das Konzert mit Scrap und Crawfish beginnt ist um 20 Uhr.

Von Torsten Gränzer

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