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Jugendtheaterchefin bekommt Kündigung

Christiane Ziehl würde Ensemble gern weiterführen Jugendtheaterchefin bekommt Kündigung

Dem Brandenburger Theater (BT) steht offenbar ein weiterer Aderlass bevor. Wie die MAZ erfuhr, hat Christiane Ziehl, die Leiterin des Brandenburger Jugendtheaters, ihre Kündigung vom Theaterchef Jörg Heyne erhalten. Demnach endet ihr Vertrag Mitte 2016. Ziehl möchte aber gern weitermachen.

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Christiane Ziehl

Quelle: MAZ/Archiv

Brandenburg an der Havel. Ziehl bestätigte gegenüber der MAZ die Kündigung, wollte sich aber zu Details „mit keinem Wort äußern“. Eines verriet sie aber doch: „Ich würde gern weitermachen!“ 2016 erreicht die mobile Jugendtheaterchefin das Rentenalter, was in der Tat ihr Ausscheiden begründen würde. Allerdings ist das Feld nicht neu bestellt: Ein Nachfolger fehlt.

Zwar wird Ziehl von dem jungen Schauspieler Stephan Drotleff temporär unterstützt. Doch das Jugendtheater braucht, um seine Qualität zu halten, eine durchsetzungsfähige Vollzeitkraft, die die 15 Jugendlichen auf ihrem Weg auf der Bühne begleitet.

Dazu kommen die schulpädagogische Arbeit bei der Vor- und Nachbereitung der Stücke mit Schulklassen, die Werbung, das Inszenieren und Auswählen von Stücken. Dass Ziehl mit ihrem Konzept erfolgreich ist, hat sie vielfach bewiesen. Für die „Geschichte vom Soldaten“ und Frank Wedekinds „Frühlingserwachen“ wurde das Jugendtheater zwei Jahre nacheinander mit dem Papageno, dem höchsten europäischen Theaterpreis für Jugendtheater, ausgezeichnet. Auf diese Auszeichnungen schauen große deutsche Theater mit Neid.

Wie es nun weitergeht, ist offen. Einen schlecht dotierten Honorarvertrag wird Ziehl, wie es aus dem BT heißt, nicht annehmen. Sie hoffe, offenbar noch zwei bis drei Jahre arbeiten zu können. In der Politik genießen Ziehl und das Jugendtheater Rückhalt. In der Kooperation der Linken mit der CDU findet sich extra ein Passus, der auf den Erhalt dringt. Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann hat sich offen als Fan der jungen Mimen bekannt. Auch mit Blick auf das eher austauschbare Profil des BT hatte jüngst Kulturstaatssekretär Martin Gorholt (SPD) das Jugendtheater als „wichtigen Leuchtturm“ bezeichnet.

Neben Wiederaufnahmen steht also nur noch ein selbstproduziertes neues Stück auf dem Arbeitsplan von Christiane Ziehl. Es werde eine Verbindung vom Film, Theater und Musik, verrät sie schon. Und doch wird das BT in der Spielzeit 2015/16 kaum mehr selbst produzieren als dieses Stück.

Zwar finden sich im Spielplan neben der Operngala auch sechs großartige Sinfoniekonzerte, bei denen der neue Chefdirigent Peter Gülke beispielsweise Beethoven und Dvorak, Haydn und Brahms oder Mendelssohn und Max Bruch zu Gehör bringt.

Doch darüber hinaus gibt es neben ein paar Gastspielen im Theaterverbund wie „Ein Käfig voller Narren“ vom HOT vor allem Kabarett von Götz Alsmann über Ingo Appelt bis Markus Maria Profitlich. Also Kulturhauskost. Allerdings durchaus mit Höhepunkten wie einer Lesung von Wladimir Kaminer und einem Konzert von Ray Wilson.

Von Benno Rougk

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