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Junge Brandenburger starten bei Charity-Rallye

Dakar-Banjul-Abenteuer Junge Brandenburger starten bei Charity-Rallye

Tofu, Reis, Nudeln und Kaffee werden schon mal vorsorglich unter dem ausziehbaren Lattenrost im VW-Transporter verstaut. Insgesamt 18 Kisten müssen hier Platz finden. Zwei junge Brandenburger wollen gut vorbereitet sein. In ihrem diesjährigen Campingurlaub werden sie wohl ihre bisher spannendste Fahrt gen Süden antreten.

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Fernweh gepaart mit sozialem Engagement für Gambia: Martin Mitrenga, 27, und Maximilian Hesse, 25, blicken dem Start der Dresden-Dakar-Banjul-Rallye am Samstag mit Vorfreude entgegen.

Quelle: charlotte klimas

Brandenburg. Tofu, Reis, Nudeln und Kaffee werden schon mal vorsorglich unter dem ausziehbaren Lattenrost im VW-Transporter verstaut. Insgesamt 18 Kisten müssen hier Platz finden. Die Freunde Maximilian Hesse, 25, und Martin Mitrenga, 27, wollen gut vorbereitet sein. In ihrem diesjährigen Campingurlaub werden sie wohl ihre bisher spannendste Fahrt gen Süden antreten.

Ziel ist nicht etwa die Toskana oder die französische Côte d’Azur, nein, die gebürtigen Brandenburger planen eine 20-tägige Reise, auf der sie die Straße von Gibraltar überqueren werden, um die Grenzen Europas hinter sich zu lassen. Das Endziel des fast dreiwöchigen Roadtrips durch die Sahara und entlang westafrikanischer Strände ist die Stadt Banjul im Staat Gambia. Für ihre Rückreise haben die Freunde bereits Flüge gebucht, den ausgebauten VW-Transporter werden sie in Afrika zurücklassen.

Die beiden jungen Abenteurer in ihrem Gefährt

Die beiden jungen Abenteurer in ihrem Gefährt.

Quelle: ck

Die spektakuläre Route bestreiten die zwei Havelstädter zusammen mit 48 Teams im Rahmen der zwei Mal jährlich stattfindenden Dresden-Dakar-Banjul-Rallye.

Mit Start in Hohnstein in der Sächsischen Schweiz werden die Rallyeteilnehmer aus allen Teilen Deutschlands in ihren Fahrzeugen über Frankreich nach Spanien gelangen, und von dort mit der Fähre nach Marokko einreisen. Von da führt ihr Weg weiter durch Mauretanien und den Senegal bis in das westafrikanische Gambia.

Das Besondere an der Rallye: Den Dresdner Organisatoren und den Startteams geht es dabei nicht nur um das Reiseabenteuer an sich. Kurz nach Ankunft in Banjul werden die Autos nach der 7000 Kilometer langen Fahrt an die Bewohner vor Ort versteigert. Der Erlös geht an die Dresden-Banjul-Organisation, um schulische, medizinische und gesellschaftliche Projekte im Land zu unterstützen.

Hintergrund

Zum 23. Mal organisiert der Dresdner Verein Breitengrad e. V. die Charity-Rallye.

Die abenteuerliche Route der Tour führt durch sieben Länder.

Über 7000 Kilometer Reisestrecke von Hohnstein bis nach Banjul nehmen die Teilnehmer auf sich.

Bis zu 50 Teams nehmen halbjährlich am Afrikaabenteuer teil und gehen an den Start.

Mit ungefähr 8000 Euro Gesamterlös pro Rallye rechnet die NGO Dresden-Banjul-Organisation vor Ort.

„Ich hatte vor zwei Jahren eine Doku über diese Rallye im Fernsehen gesehen“, sagt Martin Mitrenga vom Brandenburger Starterteam Buddelkiste. „Mich hatten vor allem die Reiselust und der gemeinnützige Aspekt dahinter begeistert.“ Neben dem Erlös durch die Versteigerung wollen Hesse und Mitrenga auch Sachspenden nach Gambia bringen. Thrombosespritzen, Verbandsmaterial und OP-Zubehör für Krankenhäuser, sechs Laptops der Organisation Lapdoo für Schulkinder, sowie Spiele und Büroartikel werden in Kisten mittransportiert. „Das Schöne ist ja, nicht direkt Geld in das Land zu bringen, sondern eher Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten“, erzählt Mitrenga, der in Brandenburg normalerweise als Erzieher in einer Kindereinrichtung arbeitet.

Im Mai vorigen Jahres haben die Freunde mit der Reisevorbereitung für das Abenteuer durch den größten Sandkasten der Welt begonnen. „Den VW, Baujahr ´92, hatten wir richtig preiswert aus einer Werkstatt in Netzen gekauft“, erzählt der Industriemechaniker Maximilian Hesse, „wir mussten die Frontscheibe austauschen, haben ein ausziehbares Bett eingebaut und extra starke Scheinwerfer und Verteilerdosen für Handy und Kühlbox angebracht.“ Die Umbauten im Fahrzeug seien vor allem durch Sponsoren und fleißigen Helfern mit Fachkenntnissen aus dem Bekanntenkreis unterstützt worden. Zahlreiche Firmenlogos schmücken nun den VW.

Im Fahrzeuginnern wurde ordentlich gewerkelt

Im Fahrzeuginnern wurde ordentlich gewerkelt.

Quelle: ck

Für die Startgebühren, Übernachtungen, Verpflegung, den Rückflug, die Impfungen beim Reisemediziner und den Transporter haben die zwei Brandenburger immerhin 4000 Euro investiert und jeweils 1500 Euro für die Tour zurückgelegt. „Für einen dreiwöchigen Urlaub zahlt man eben seinen Preis“, findet Hesse, „für einen All-Inclusive Urlaub am Strand in der Türkei wäre ich sowieso nicht der Typ.“ Die kommenden drei Wochen jeden Tag 800 Kilometer gemeinsam im Auto fahren zu müssen, mache den zwei Freunden keine Sorgen.

Schon oft seien sie zusammen im Wohnmobil auf der Mecklenburgischen Seenplatte oder in Schweden unterwegs gewesen. „Wir werden uns höchstens mal streiten, wer fahren darf“, sagt Mitrenga. „Aber am Ende schweißt uns so eine Reise nur noch mehr zusammen, vor allem weil wir immer den guten Zweck für die Menschen in Gambia im Blick haben.“ In Anlehnung an ihre Freundschaft seit dem Sandkasten sei auch der Teamname Buddelkiste entstanden: „Außerdem wird sich unsere Kiste, der VW, mit Sicherheit mal im Sand der Westsahara einbuddeln“, vermutet Hesse.

Aufkleber auf dem Auto

Aufkleber auf dem Auto.

Quelle: ck

Seit 2006 findet die Charity-Rallye jedes Halbjahr im November und März statt und wird vom Dresdner Verein Breitengrad e.V. organisiert. Bis zu 1700 Teilnehmer haben die Reiseveranstalter bereits nach Gambia gebracht. Aus dem Brandenburger und Berliner Raum seien jedes Mal bis zu drei Teams mit dabei, sagt der Dresdner Organisator Holger Leipnitz. Die Sicherheitslage in den afrikanischen Staaten schätzen die Veranstalter als gut ein. Durch die Vernetzung mit Leuten vor Ort verfüge das Team über reichlich Erfahrung. Seit Beginn der Rallye im Jahr 2006 habe es keine Übergriffe auf Teilnehmer gegeben.

Die Brandenburger werden während der nächsten drei Wochen unter facebook.com/TeamBuddelkiste die abenteuerliche Reise dokumentieren. Spenden für Benzinkosten und Reparaturen seien jederzeit willkommen.

Von Charlotte Klimas

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