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Brandenburg/Havel Junge Männer wegen Goldraubes vor Gericht
Lokales Brandenburg/Havel Junge Männer wegen Goldraubes vor Gericht
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18:44 08.03.2017
Der junge Litauer (Bildmitte, hier mit Anwalt und Dolmetscherin) hat den Überfall in der Brandenburger Altstadt gestanden. Quelle: Julian Stähle
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Brandenburg/H

Der Raubüberfall auf Goldschmiedemeisterin Antje Timm am 25. Juli 2015 in von Brandenburg an der Havel ist fast aufgeklärt. Zwei tatverdächtige junge Männer aus Litauen sitzen auf der Anklagebank des Landgerichts Potsdam. Einer von ihnen hat den bewaffneten Überfall auf die Geschäftsfrau in der Altstadt gestanden. Der andere gibt den zweiten angeklagten Überfall zu, den auf ein Juweliergeschäft in Havelberg am 8. Mai 2015.

Zygimantas E. ist fast noch ein Kind, als er an jenem Sommermorgen mit einem Komplizen das Geschäft der Goldschmiedemeisterin in der Bäckerstraße betritt. Gerade mal 17 Jahre alt ist der Junge, der eigens für den Überfall aus Kaunas in Litauen angereist ist.

Wie Räuber sehen er und sein ebenfalls sommerlich gekleideter, Strohhut tragender Begleiter nicht aus. Keiner trägt eine Maske. Antje Timm die beiden später im Gerichtssaal als gut aussehende junge Männer beschreiben, fast wie Models.

In guter Absicht sind die jungen Leute allerdings nicht in den Laden gekommen. Nachdem die Geschäftsfrau den mutmaßlichen Kunden Schmuck gezeigt hat, bekommt sie plötzlich eine Waffe an die Schläfe gehalten. Einen ungeladenen Gas- und Schreckschussrevolver, was sie in dem Moment natürlich nicht weiß. Sie wird in den hinteren Raum gedrängt und mit Klebeband am ganzen Körper gefesselt.

Die jungen Litauer wurden ausgeliefert

Schwerer Raub in zwei Fällen ist der Tatvorwurf gegen die beiden litauischen Angeklagten. Die Straftaten stehen nicht isoliert, sondern gehören nach Erkenntnissen der Ermittler zu einer größeren Serie von Straftaten im weiteren Umkreis von Rathenow.

Zu einem dritten Raubüberfall im August 2015 , an dem die aktuell angeklagten Männer beteiligt gewesen sein sollen, ermittelt die Staatsanwaltschaft Stendal. Opfer dieses offenbar brutalsten Überfalls war der Chef der Goldschmiede in Havelberg, die bereits im Mai 2015 ausgeraubt worden war. Die Täter entkamen ohne Beute.

Litauen hat seine in Brandenburg verfolgten Staatsbürger auf Antrag der deutschen Behörden ausgeliefert, so dass ihnen in Potsdam der Prozess gemacht werden kann.

Die Räuber bedienen sich im Schmuckladen. Sie nehmen einen Laptop mit, Schmuck im Wert von etwa 13 000 Euro, Arbeitsgold und Altgold mit einem Wert von rund 45 000 Euro und fast 5000 Euro Bargeld. Dafür lassen sie ihre Schreckschusswaffe zurück und die Sonnenblumen, mit denen sie in den Laden gekommen waren.

Antje Timm kann sich kurz darauf selbst befreien und einen der Täter gut beschreiben, sie erinnert sich an den markanten Leberfleck auf der linken Wange.

De Überfall in der Altstadt ist, wie die Ermittler herausfinden, keineswegs die Einzeltat zweier junger Litauer. Er steht in Zusammenhang mit anderen Straftaten und einer ganzen Tätergruppe, die von Rathenow aus ihr Unwesen treibt.

Eine länderübergreifende Ermittlergruppe der Berliner und Brandenburger Polizei ist der Rathenower Bande schon geraume Zeit auf der Spur, allerdings anfangs nur wegen einer Serie von Einbrüchen, die bis 2011 zurückreichen.

Aufgrund von Telefonüberwachung, eines Fotos aus einer Blitzerkamera und weiterer Erkenntnisse wird den Polizisten klar, dass auch zwei oder sogar drei Raubüberfälle auf der Konto der Rathenow-Litauen-Connection gehen, die ihr Versteck in einem Haus in der Großen Milower Straße in Rathenow hat, das einem Deutsch-Russen gehört.

Dort werden bei der Durchsuchung später Einbruchswerkzeuge, Taschenlampen und eine Maske gefunden. Was sich bei den Ermittlungen herauskristallisiert: Die kriminelle Gruppe geht arbeitsteilig vor.

Die Drahtzieher aus Rathenow, von denen zwei inzwischen verurteilt sind, organisieren die Verbrechen. Ihre als „Arbeiter“ bezeichneten Handlanger führen die Taten für eine Art Handgeld aus. Die jungen Männer reisen dafür eigens aus der kleinen Stadt in Litauen an, aus der alle Beteiligten stammen.

Auf der Anklagebank sitzen aktuell zwei dieser „Arbeiter“, darunter der damals 17-Jährige, dessen Gesichtshaut von Pubertätsakne gezeichnet ist. Dieser aufgrund von DNA-Spuren überführte Angeklagte hat den Raub in der Brandenburger Altstadt gestanden, war aber an dem vorherigen Überfall im Mai 2015 in Havelberg nicht beteiligt.

Seinerzeit haben zwei junge Litauer, darunter der ältere Angeklagte Vlytautas P. (23), die Goldschmiede in der Havelberger Innenstadt überfallen, eine Angestellte mit einer Waffe bedroht, gefesselt und Schmuck im Wert von 80 000 Euro geraubt. In Brandenburg will P. nicht dabei gewesen sein. Die Aussagen dazu sind widersprüchlich.

Das Beutegut wurde zunächst zu einem stillgelegten Fabrikgelände im Viertellandsweg gebracht, wo sich auch der Fuhrpark gestohlener Autos befand. Diese Straße liegt in der Nähe der Rathenower Räuberzentrale in der Großen Milower Straße. „Wir wissen nicht, wohin die Beute dann hingegangen ist, vielleicht in die Schweiz“, sagt Polizeiermittler Jan S. (38) als Zeuge vor der 2. Großen Strafkammer.

Von Jürgen Lauterbach

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