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Brandenburg/Havel Zulu-Rhythmen und Romantik: Chor aus Canterbury gibt Konzert im Dom
Lokales Brandenburg/Havel Zulu-Rhythmen und Romantik: Chor aus Canterbury gibt Konzert im Dom
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15:00 12.07.2018
Bei seinem Auftritt am Mittwoch begeistert der Junior Kings Chapel Choir aus Canterbury im voll besetzten Brandenburger Dom das Publikum. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Eltern, Großeltern und Geschwister begleiten die Konzertreise des Junior King‘s Chapel Choir nach Frankreich und Deutschland. Die gut 30 Mädchen und Jungen aus Canterbury, die am Mittwochabend im Brandenburger Dom ein Konzert gaben, hatten in ihnen begeisterte Animatoren. Hin und wieder wurde es durch Winken von Chorkindern behutsam erwidert. Ansonsten sangen sie konzentriert und verantwortungsvoll, mit einer schönen Frische und Natürlichkeit.

Der Junior Kings Chapel Choir aus Canterbury im Dom. Quelle: Rüdiger Böhme

Das kirchenmusikalische Geschehen dieses Sommers in Brandenburg an der Havel ist in besonderer Weise von abwechslungsreicher Chormusik geprägt. Das gemeinsame Singen verbindet ja bekanntlich Körper, Geist und Seele und kann damit sehr emotional sein. Gleichzeitig befördert es die Achtsamkeit gegenüber anderen Menschen und stärkt Glücksmomente.

Klar, einem besonders guten Chor zuzuhören, bringt Momente tiefer Berührung und sie können künstlerische Ereignisse sein. Nach dem hochprofessionellen Auftritt des Dresdner Kreuzchores jüngst in St. Katharinen in Brandenburg an der Havel wird es wohl fast jeder Chor, den man danach hört, schwer haben, zu überzeugen. Man vergleicht ihn mit der Qualität des berühmten Knabenchors aus Dresden. Bewusst oder unbewusst. Doch jedes Ensemble hat seine Prägung, vertritt seinen eigenen Klang und eigene Interpretationen. Ansonsten wäre das Musikleben ärmer.

Der Junior Kings Chapel Choir aus Canterbury im voll besetzten Brandenburger Dom. Quelle: Rüdiger Böhme

In England gibt es eine besonders starke Konkurrenz zwischen traditionsbewussten Knabenchören, die meist in Kathedralen auftreten. Aber auch die Schulen im Königreich lassen es sich nicht nehmen, mit Chören musikalisch auf sich aufmerksam zu machen. Auch der Junior King‘s Chapel Choir, der in der alten Universitätsstadt Canterbury beheimatet ist, gehört dazu. In der dortigen Kathedrale, in der der Erzbischof seinen Sitz hat, und die als Zentrum der Anglikanischen Kirche gilt, lassen die zehn- bis dreizehnjährigen Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Tim Frost oftmals ihre Stimmen erklingen.

Konzertreise durch Frankreich und Deutschland

Nun reisten sie auf das europäische Festland, waren in Frankreich und in Deutschland. Mit der Frauenkirche zu Grimma, der Thomaskirche zu Leipzig und dem Brandenburger Dom wählten sie Orte, an denen die Musica sacra einen festen Platz und eine weite Ausstrahlung besitzt. Das Programm, das Tim Frost auswählte, war jedoch von Zufälligkeiten geprägt.

Die einzelnen Chorsätze, die von Komponisten aus dem 17., 19. und 20. Jahrhundert stammen, wollten inhaltlich nicht recht miteinander korrespondieren. Natürlich gehört ein wenig Pathos bei englischen Chören dazu, auch bei den von der Spätromantik inspirierten Chorsätzen des 20. Jahrhunderts wie John Rutter, Cecilia McDowall oder Andrew Carter.

Die Gesänge der Zulus faszinierten am meisten

Die Schülerinnen und Schüler sangen zwar mit natürlicher Inbrunst, aber in Sachen Phrasierung, Tempo und Gestaltung weitgehend nur auf einem Level. So vernahm man es auch bei Felix Mendelssohn-Bartholdys Chor „Hebe deine Augen auf zu den Bergen“ aus dem Oratorium „Elias“, beim Geistlichen Konzert „Eins bitte ich vom Herren“ von Heinrich Schütz oder beim Weihnachtslied „Psallite“ von Michael Praetorius. Doch im Werk dieses Komponisten hätte Tim Frost eine reichhaltige Auswahl gefunden.

Am überzeugendsten an diesem Abend waren die von Trommeln begleiteten traditionellen Gesänge der Zulus, einer Stammesgruppe in Südafrika, deren Rhythmen besonders einprägsam sind. Sie waren bei den Sängerinnen und Sängern aus Canterbury hörbar bestens aufgehoben.

Von Klaus Büstrin

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