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Brandenburg/Havel Junghennenanlage stößt auf Widerstand
Lokales Brandenburg/Havel Junghennenanlage stößt auf Widerstand
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06:18 11.09.2014
Friederike Schmitz vom „Tierfabriken-Widerstand“ im Glassaal der Burg Ziesar Quelle: F. Bürstenbinder
Ziesar

„Entweder die Hühner oder wir.“ Waffelhersteller Jörg Stenger droht mit Konsequenzen, sollte es zur Ansiedlung einer Junghennenaufzuchtanlage bei Steinberg (Gemeinde Buckautal) kommen. Er könne sich nicht vorstellen Lebensmittel zu produzieren, wenn in der Nachbarschaft eine Massentierhaltung die Luft mit Keimen belaste, sagte der Firmeninhaber der MAZ. Stenger produziert derzeit in der ehemaligen Molkerei Steinberg-Glienecke Spezialwaffeln für Diabetiker.

„Voll dagegen“ ist auch Ziesars Altbürgermeisterin Siglinde Wendt.

Bei einer Informationsveranstaltung von Tierfabriken-Gegnern am Dienstag im voll besetzten Glassaal der Burg Ziesar forderte Wendt die Investoren auf, ihren Antrag zum Neubau einer Aufzuchtanlage für 100 000 Hennen zurückzuziehen. Gleichzeitig kritisierte sie die fehlende Öffentlichkeitsarbeit der Antragsteller, hinter der sich die Agrarhof Steinberg GmbH mit dem Buckauer Axel Lenz als Geschäftsführer verbirgt.

„Darüber wurde nie ein Beschluss gefasst. Wir sind auch nicht gefragt worden. Es gab lediglich vor eineinhalb Jahren eine kurze Information“, beklagte sich die Buckautaler Gemeindevertreterin Ina Menge aus Dretzen. Sie wies damit gegenüber der MAZ gemachte Äußerungen von Amtsdirektor Norbert Bartels zurück, wonach das Vorhaben in allen Ortsteilen von Buckautal längst bekannt sei. Ein Raunen ging durch den Saal als bekannt wurde, wie der Verwaltungschef in die geplante Ansiedlung verquickt ist. So sollen laut Antragsunterlagen Flächen seines Landwirtschaftsbetriebes zum Ausbringen von Stallreinigungsabwasser genutzt werden. Außerdem gehört der Amtsdirektor zu den Gesellschaftern der Agrarhof Steinberg GmbH. Bartels verteidigt die Pläne der Aufzuchtanlage in einer strukturschwachen Region (MAZ berichtete). Dagegen würden sich Kritiker mehr Erfolg bei der Ansiedlung von Firmen im Gewerbegebiet von Ziesar an der A 2 wünschen.
Im März 2013 stellte die Agrarhof Steinberg GmbH beim Landesumweltamt (LUA) den Antrag auf Errichtung einer Aufzuchtanlage für Legehennen. Bis heute hat die Behörde keine Entscheidung getroffen. Dem Vernehmen nach sind noch nicht alle Unterlagen vollständig. Auch ist noch unklar, wann die öffentliche Auslegung der Antragsunterlagen erfolgt. Vom LUA war dazu gestern keine Stellungnahme zu bekommen. Dagegen geht Friederike Schmitz vom Bündnis „Tierfabriken Widerstand“ davon aus, dass die Unterlagen Ende September/Anfang Oktober zur Einsichtnahme ausgelegt werden könnten.

Auf der Nordseite der Autobahn

Mit 100 000 Hennen ist die Steinberger Anlage ein kleines Projekt unter den großen in Brandenburg. In Bestensee stehen 1,8 Millionen Legehennen. In Zernsdorf gibt es 1,25 Millionen Mastplätze. In Neuhausen/Koppaz sind es 2,3 Millionen Legehennen.
Errichtet werden soll die Anlage auf der Nordseite der A2 nahe der Steinberger Autobahnbrücke Flur 1, Flurstücke 127/1 und 127/2. Geplant sind zwei Ställe für je 50 000 Junghennen, die als Eintagsküken eingestallt und nach 16 Wochen ausgestallt werden.
Laut Antragsunterlagen werden die Tiere in dreietagigen Volierenanlagen untergebracht. Im Jahr fallen 800 Tonnen Hühnerkot an, davon sollen 135 Tonnen auf betriebseigenen Flächen aufgebracht werden. 50 Prozent des Futters wird selbst angebaut.

Die aus Berlin angereisten Gegner warnten in ihren Ausführungen vor den Folgen der Geflügelmassenhaltung. Es käme zu multiresistenten Keimen in der Luft, im Boden und auf Pflanzen. Zu befürchten seien erhöhte Ammoniakemissionen und gehäufte Atemwegserkrankungen, Lärm- und Geruchsbelästigungen. Axel Vogel, Fraktionschef der Grünen im Landtag, geißelte die öffentliche Förderung von Massentierhaltungen in Brandenburg.
Langsam, aber sicher formiert sich öffentlicher Widerstand gegen die Baupläne. Zur Gründung einer Bürgerinitiative kam es am Dienstag aber noch nicht. Dafür sind Anfänge eines Netzwerkes gemacht. Kritiker tauschten Telefonnummern und E-Mail-Adressen aus. Kerstin Kühne aus Grebs stellt sich zunächst als Kontaktpartner zur Verfügung.

Von Frank Bürstenbinder

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