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Brandenburg/Havel Der elegante Winterbegleiter aus der Neustadt
Lokales Brandenburg/Havel Der elegante Winterbegleiter aus der Neustadt
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09:36 12.02.2019
Elke Kerber-Görn besitzt einen wunderschönen Kachelofen, der schon ihre Vorfahren gewärmt hat. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

In einer Wohnung am Neustädtischen Markt steht einer der vermutlich schönsten Kachelöfen in Brandenburg/Havel. „Ich fand ihn schon als Kind sehr schön“, erzählt Elke Kerber-Görn, die seit knapp zwanzig Jahren mit ihrem Mann Michael Görn in der Hausnummer 13 lebt.

Schlank und hoch aufgeschossen steht er da. Der Kachelofen von Elke Kerber-Görn vom Neustädtischen Markt zieht die Blicke eines jeden neuen Besuchers auf sich. Die Besitzerin kennt ihn seit ihrer Kindheit.

Beim Anblick des Ofens, der vermutlich aus der Gründerzeit stammt, staunt jeder neue Gast der Familie. Dieser Solitär der Wohnungseinrichtung ragt in seiner stillen Ecke elegant bis an die Zimmerdecke. Die Kacheln sind schlicht. Umso reicher verziert sind die Ofenelemente aus Ton.

Aufgegriffen werden vergangene Stilepochen, das stark verzierte Simsprofil hat sich vermutlich die Renaissancezeit zum Vorbild genommen. Löwenfiguren sind zu erkennen, ein Engelsgesicht, muschelförmige Gebilde, die an alte griechische Friesdekore aus dem Klassizismus erinnern.

Wer den Ofen in welchem Jahr angeschafft hat, wissen die heutigen Bewohner nicht. Womöglich war es Berta Sorge, die als erste der Familie in das Haus gezogen ist, das nach Unterlagen des Stadtarchivs in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut wurde und noch einen mittelalterlichen Keller aufweist.

Wohlige Stunden in der guten Stube

Berta Sorge war die Mutter des 1895 geborenen Helmut Sorge. Der Brandenburger Ingenieur wiederum war der Großonkel von Elke Kerber-Görn und ist in dem Haus seiner Mutter aufgewachsen. 1938 heiratete er seine Frau Ilse, eine Cousine von Elke Kerber-Görns Großvater.

Ilse Sorge verbrachte bis zu ihrem Tod im Jahr 1999 mehr als sechs Jahrzehnte mit der Wärme des schönen Kachelofens. Für die heutige Bewohnerin war sie wie eine liebe Oma.

Elke Kerber-Görn erinnert sich gern an die wohligen Stunden in der guten Stube bei Tante und Onkel, in denen der Kachelofen angenehme Temperaturen verbreitete. Ihre Mutter Käthe Feuerherdt erbte das Haus nach dem Tod der kinderlosen Tante. Sie wohnt in einer Hälfte des Hauses, Elke Kerber-Görn mit ihrem Mann in der anderen.

Das Familienerbstück hat seinen Ehrenplatz in der Wohnstube behalten. Seine Besitzerin hat einige wenige sehr schöne Porzellanfiguren auf den Sims gestellt, die die Wirkung des Ofens dezent unterstreichen. Die Fotos der vormaligen Bewohner hängen sonst an einem anderen Platz.

In Betrieb ist das Schmuckstück seit etwa 15 Jahren nicht mehr. Aber die Erinnerungen an seine wärmende Ausstrahlung und seine vormaligen Besitzer sind lebendig.

Wer hat noch einen Kachelofen daheim?

Die Kachelofen-Ausstellung im Archäologischen Landesmuseum im Brandenburger Paulikloster läuft bis zum 17. März dieses Jahres.

Seit dem hohen Mittelalter waren Kachelöfen die verbreitete Heiztechnik.

Wer hat noch einen schönen Kachelofen bei sich daheim stehen und lässt ihn fotografieren? Wer weiß etwas über seinen tollen Besitz?

Die MAZ-Redaktion in Brandenburg an der Havel ist zu erreichen unter der Telefonnummer 0 33 81/52 56 16 oder per E-Mail unter der Adresse juergen.lauterbach@MAZ-online.de

Von Jürgen Lauterbach

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