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Brandenburg/Havel So gemütlich klönen die Rädeler Senioren
Lokales Brandenburg/Havel So gemütlich klönen die Rädeler Senioren
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19:40 28.02.2018
Lotti Neumann und Lisa Reuter (rechts) im vertrauten Gespräch beim Rädeler Senioren-Kaffee. Quelle: Foto: JACQUELINE STEINER
Rädel

Als sich die Senioren-Kaffeerunde in Rädel zum ersten Mal getroffen hat, war Heidemarie Drechsler 45 Jahre alt. Heute ist die frühere Gärtnerin und Altenpflegerin selbst Rentnerin und gehört längst zum Kreis der mehr als 20 Frauen und wenigen Männern, die sich einmal im Monat auf Einladung des Rädeler Ortsbeirates treffen – so wie am Mittwoch im Pfarrhaus.

Es gibt Sahne-Mandarinen- und Schwarzwälder-Kirsch-Torte von der Rädeler Bäckerei Kirstein. Es duftet nach Kaffee, die Stimmung ist entspannt, auf den beiden festlich geschmückten Tafeln stehen kleine Vasen mit Tulpen und Birkenzweigen.

„Diese Treffen sind für mich ganz wichtig“, sagt Waltraut Lindemann (84). „Das Zusammenkommen ist einfach schön.“ Sitznachbarin Margrit Baudisch ergänzt: „Sonst sieht man doch den ganzen Tag niemanden. Ich bin ja alleine zuhause. So komme ich unter Menschen.“

Susann Golke reicht die Mandarinen-Sahne-Torte herum: Rund 20 Gäste sind am Mittwoch beim Senioren-Kaffee in Rädel. Quelle: JACQUELINE STEINER

Um älteren Menschen dieses Miteinander zu ermöglichen, in geselliger Runde bei Kaffee und Kuchen und in einer familiären Atmosphäre, hat Günter Reuter, der frühere Bürgermeister der damals noch eigenständigen Gemeinde Rädel, den Seniorenkaffee vor 20 Jahren ins Leben berufen.

An diesem Tag ist seine Witwe Lisa Reuter dabei, wie stets in dieser Runde. Die 85-Jährige ist in ein Gespräch mit Lotti Neumann vertieft.

Susann Golke ist Kommunalpolitikerin und Mit-Gastgeber

Den Kaffee schenkt Ortsbeirätin Susann Golke aus. Sie ist mit ihren 34 Jahren nicht einmal halb so alt wie die meisten Rädelerinnen, die an den beiden langen Tischen beisammensitzen.

„Viele fiebern diesen Nachmittagen richtig entgegen“, sagt die Pharmazeutisch-Technische Assistentin. „Es gibt ja nicht mehr so viel im Ort, wo man sich in Rädel treffen kann.“ 170 Haushalte zählt das Sackgassendorf Rädel.

„Wenn 25 Rädeler regelmäßig hier zusammenkommen, ist das schon in Ordnung“, sagt die ehrenamtliche Kommunalpolitikerin.

Klönen in vertrauter Runde: Die Rädelerinnen genießen das Beisammensein. Quelle: JACQUELINE STEINER

Zu 100 Prozent, wie er sagt, ist auch Ortsvorsteher Horst Juchert immer mit dabei. „Ich muss schon krank im Bett liegen, wenn es mal anders ist“, sagt der 63-jährige frühere Feuerwehrmann vom Truppen-Übungsplatz Lehnin. Seit sieben Jahren ist Juchert selbst im Vorruhestand. Der Seniorenkaffee ist auch für ihn eine Herzenssache.

„Ist der Bus schon da?“ Diese Frage gleich zu Beginn kommt öfter. Denn ein paar Frauen nehmen den Bus zum Pfarrhaus, wo an diesem Tag ausnahmsweise wegen Bauarbeiten im Sportheim das Treffen ist. Von Rädel nach Rädel – eine Station.

„Der Busfahrer wollte nichts haben, wir haben ihm aber doch Geld gegeben“, erzählt Minuten später eine der Frauen, während sie sich dazusetzt. Lachen macht die Runde. Drei Stunden sitzt die Kaffeerunde so immer beisammen und tauscht Neuigkeiten aus.

An diesem Tag ist der Besuch des „Landstreichers“ vom RBB kurz zuvor das große Thema.

Die meisten der Frauen sind alleinstehend

„Früher haben wir auch Ausflüge gemacht, zur Burg Eisenhardt oder nach Raben“, Horst Juchert. „Aber da sind meistens die Männer gefahren. Heute sind fast alle der Frauen alleinstehend.“

Die nächsten Kaffeerunden

Der Rädeler Ortsbeirat unterstützt den Seniorenkaffee mit jährlich 400 Euro. Von diesem Geld wird auch das Weihnachtsessen bestritten. Nach Angaben von Ortsvorsteher Horst Juchert gibt jeder der Teilnehmer zudem einen kleinen Obolus zum Kaffee und Kuchen dazu.

Der nächste Seniorenkaffee ist am 22. März um 14 Uhr wieder im Pfarrhaus. Am 24. April lädt der Ortsbeirat die älteren Rädeler wieder ins Sport- und Gemeindezentrum in der Hauptstraße 10 a ein.

Jung-Rentnerin nennt sich Heidemarie Drechsler. „Es ist ein neuer Abschnitt, so ist das Leben“, sagt sie. Die anderen Damen am Tisch „kenne ich alle, ich bin ja hier geboren“. Seit 1946 lebt Waltraut Lindemann in Rädel: „Ich bin nicht hier, sondern in Schlesien geboren, aber ich kenne ebenfalls alle“, lacht sie.

Auch jüngere Rädeler sind willkommen. „Aber da gibt es keine Nachfrage. Es kann auch ein 50-Jähriger gerne mal vorbeikommen“, sagt Ortsbeirätin Susann Golke und gießt Kaffee nach.

Von Marion von Imhoff

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