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Kantor spielt zwei Orgeln stereo

Brandenburg an der Havel Kantor spielt zwei Orgeln stereo

Einen fahrbaren Spieltisch für den Organisten gibt es in der Philharmonie auch, aber keine zwei Orgeln die er gleichzeitig – praktisch in stereo – ansteuern kann. Für das in Ostdeutschland einmalige Projekt der Sankt-Katharinen-Gemeinde wird derzeit gesammelt, die ersten Spenden sind schon da.

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Fred Litwinski (links) und Jonas Börsel sammeln für das Orgelprojekt.

Quelle: André Wirsing

Brandenburg/H. Das Projekt ist einmalig in Ostdeutschland und Berlin: Der Organist sitzt in der Kirchenmitte unter anderen Musikern und spielt von hier aus gleichzeitig auf der Haupt – und auf der Chororgel. Gleichzeitig kann der Kantor mit den anderen Musikern interagieren – und vor allem mit dem Publikum, welches sehen möchte, was der Mann an der Orgel so treibt.

Der fahrbare Spieltisch ist ein zentrales Element in dem Orgelprojekt in der Kirche Sankt Katharinen, das vor wenigen Tagen gestartet wurde. Dazu gehört das Sanieren und Ergänzen der 1726 von Joachim Wagner gebauten Hauptorgel um ein Auxiliar – das sind die Register der Orgelerweiterung, welche 1937 entfernt worden waren. Vor den Registern gibt es bewegliche Jalousien (Schwellertüren), mit deren Hilfe ein dynamischer Klang erzeugt werden kann. Von zarten Pianoklängen bis zum raumfüllenden Fortissimo ist alles möglich, die 25 Register unterhalb der Hauptorgel sind nahezu unsichtbar.

Entsprechend teuer ist das Projekt – rund 650 000 Euro werden für das innovative Vorhaben benötigt. Ein Freundeskreis mit etwa 30 Mitgliedern um Kantor Fred Litwinski und Pfarrer Jonas Börsel hat sich vor wenigen Tagen gegründet, um Spenden einzuwerben. Eine erste positive Überraschung gab es auch schon: „Ich habe vor kurzem im Briefkasten einen Umschlag gefunden, in dem 2000 Euro in bar steckten. Auf der Vorderseite des Kuverts stand nur ,An die Gemeinde Sankt Katharinen’, es gab aber weder ein Anschreiben noch einen Absender. Dennoch danken wir herzlich“, sagt Börsel. Auch viele kleinere Spenden sind schon eingetroffen. Mit Aufstellern und Handzetteln sowie Überweisungsvorlagen wird um weitere Geldspenden geworben. „Die Kirchengemeinde gibt 160.000 Euro, noch in dieser Wochen führen wir Verhandlungen mit der Landeskirche. Zudem haben wir Anträge an die Stiftung ,Orgelklang’ bei der Evangelischen Kirche Deutschland gestellt“, sagt Litwinski.

Ein zentrales Ereignis beim Spendensammeln soll auch die Orgel-Sommernacht am 25. August sein. Da zeigen Litwinski und ein Kollege, wie es klingt, wenn beide Instrumente zugleich gespielt werden. Behelfen müssen sich die beiden Musiker aber noch auf altertümliche Weise: Über Mikrofon und Lautsprecher rufen sie sich ihre gegenseitigen Einsatz-Kommandos zu, dennoch dürfte der Raumklang für viele Zuhörer neu sein.
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Weiteres im Internet unter www.katharinengemeinde.de

Von André Wirsing

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