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Karnevalsauftakt in Brandenburg

Umzug durch die Stadt Karnevalsauftakt in Brandenburg

Ein paar Hundert Karnevalisten – darunter mehr als die Hälfte Kinder und Jugendliche – beleben am 11.11. die Innenstadt. Wie in den Vorjahren auch fanden sich die beiden konkurrierenden wie befreundeten Vereine BKC und KCH in einem Umzug zusammen, in diesem Jahr soll es erstmals nach 60 Jahren auch eine gemeinsame Sitzung geben.

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Übergabe des „Brückenzolls“ am Steintorturm.
 

Quelle: André Wirsing

Brandenburg/H.  Eine Runde mit Fußfessel und Eisenkugel durch die Stadt genügte Bürgermeister Steffen Scheller. „Eigentlich weigere ich mich, die Stadtschlüssel herauszurücken. Doch alle Senatoren haben gedroht, dass sie kein Bier trinken, wenn ich nicht mit ihnen trinke. Zudem haben die Pulversäcke in Aussicht gestellt, dass die Kugel wieder ans Bein kommt, wenn ich die Schlüssel nicht hergebe.“ Also fügte er sich im Paulikloster seinem Schicksal, übergab die Schließgeräte für die Neustadt an den BKC und für die Altstadt an den KCH – wie es sich gehört.

Zuvor am Steintorturm tat sich der knauserige Kämmerer nicht ganz so schwer, als er einen ganzen Sack Mini-Schnapsfläschchen in die Munitionskiste der Pulversäcke schüttete. Dabei fielen noch drei Kugelschreiber mit heraus, die sammelte er schnell wieder ein und ließ sie in der Manteltasche verschwinden – er kann eben nicht aus seiner Haut.

Als Brückenzoll hatten zugleich die Präsidenten Jacqueline Damus und Hans-Günter Koch 222 Euro für die Kinderintensivpflege „Paulchen“ an den Chef der Jedermann-Gruppe Andreas Rohde übergeben.

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Sie haben es wieder getan: Die beiden Karnevalsvereine BKC und Havelnarren sind am Mittwoch gemeinsam durch die Stadt gezogen, haben Bürgermeister Steffen Scheller entmachtet und haben die fünfte Jahreszeit eingeläutet – mit dem Versprechen, die arg strapazierte Stadtkasse zu schonen.

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Schon am Morgen beim Treffen vor dem Umzug war die Stimmung trotz des trüben Wetters ausgelassen, weit mehr als die Hälfte aller Teilnehmer waren Kinder und Jugendliche – das beweist, welch unschätzbare Arbeit die beiden Karnevalsvereine bei der Arbeit mit der jungen Generation leisten. Das nicht nur zum Rekrutieren des närrischen Nachwuchses, sondern vielmehr auch aus gesellschaftlicher Verantwortung. Ein BKC-Sprecher hatte es schön formuliert: „Wenn der Tag schon grau ist, umgeben wir uns mit vielen bunten Menschen.“ Die jungen Damen von den Garden sowie die Mitglieder der Freien Tambourvereinigung Brandenburg sorgten entsprechend für Stimmung beim Zug durch die Stadt. Auch als es beim Start hakte, weil Kutschenpferde zu spät eintrafen und sich der Konvoi erst geschlagene 25 Minuten lang sortierte. Die Garden verteilten Veranstaltungsflyer und sangen einfach drauflos, wenn die Beschallungstechnik aussetzte. „Viva Colonia“ ist auch nicht ganz verkehrt. Ebenso nicht „Denn wenn et Trömmelche jeht“ – nur mit dem kleinen Unterschied, dass in Brandenburg das Trömmelche ein Glöckchen ist, wie im Paulikloster bei der obligatorischen Prinzenpaarvorstellung zu hören war.

Dort hatten sich einige Hundert Schaulustige eingefunden, während beim Umzug erst in der Stein- und Sankt-Annen-Straße ein Gästespalier stand. Doch der Straßenkarneval scheint nicht des Brandenburgers Lieblingskind zu sein, während es bei den Indoor-Sitzungen bei beiden Vereinen immer voll ist.

Von André Wirsing

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