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Katzenfrau beleidigt Tierarzt: 300 Euro Strafe

Rechtsstreit um Katzen Katzenfrau beleidigt Tierarzt: 300 Euro Strafe

Eine Brandenburger Katzenhalterin, die im Dauerstreit mit dem Veterinäramt und den Tierheimen liegt, muss 300 Euro Strafe zahlen, weil sie den Amtstierarzt als „notorischen Lügner, Verbrecher und Tierquäler“ beleidigt hat. Der Tierarzt hat bisher rund 100 Katzen aus der Wohnung der Frau geholt – wegen unhygienischer Tierhaltung. Doch die Frau sieht das anders.

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Diese Kätzchen ließ das Veterinäramt vor rund zwei Wochen aus der Wohnung von Angelika G. holen.

Quelle: Privat

Brandenburg/H. Eine Brandenburger Katzenhalterin, die im Dauerclinch mit dem städtischen Veterinäramt und dem Tierschutzverein liegt, muss 300 Euro Strafe bezahlen, weil sie den Amtstierarzt als „notorischen Lügner, Verbrecher und Tierquäler“ beleidigt hat. Zu einer Entschuldigung im Saal des Amtsgerichts Brandenburg war die 51-Jährige nicht bereit.

Vor etwa zweieinhalb Jahren hat sich der Streit zwischen der Katzenfrau, dem Veterinäramt und dem Tierschutzverein zugespitzt. Im Mai 2014 hatten die Tierschützer auf amtliche Veranlassung rund 60 Katzen aus Wohnungen der Halterin in der Steinstraße und der Göttiner Vorstadt herausgeholt und sichergestellt. Die Haltungsbedingungen dort sollen unhygienisch und überhaupt nicht tiergerecht gewesen sein.

Viele der weiblichen Tiere waren trächtig, etliche der wenig später geborenen Kätzchen starben jedoch. Den Ärger vorhersehend, ließ der Amtsveterinär Stadtverwaltung die Kadaver im Pathologielabor in Frankfurt/Oder untersuchen.

Dort wurden Viren- und Bakterienbefall festgestellt, dem das Immunsystem der Jungtiere nicht gewachsen war. Ein solcher Befund kann die Folge von Inzucht und schlechten Haltungsbedingungen der Elterntiere sein.

Mehrere Gerichtsverfahren werden seit 2014 geführt. So verklagte die Katzenfrau aus der Steinstraße den Tierschutzverein und dessen Vorstandsmitglieder, unter anderem wegen „Diebstahls“ und „Mordes“ an den kleinen Katzen. Sämtliche Klagen blieben aus ihrer Sicht ohne Erfolg.

Tierheime nehmen sichergestellte Katzen auf

Rund 70 Haustiere wurden im vergangenen Jahr in der Stadt Brandenburg behördlich sichergestellt. Nach Angaben des Amtstierarztes handelte es sich um 18 Hunde, 33 Katzen und 15 Kleintiere.

Die Feuerwehr und/oder Tierschützer haben im Jahr 2014 in Brandenburg 74 Katzen sichergestellt, die meisten stammten also von der Bürgerin aus der Steinstraße.

Das Veterinäramt nimmt selbst keine Tier auf, sondern beauftragt damit die beiden Tierheime, zu denen Vertragsverhältnisse bestehen.

Animal Hoarding nennen Tierschützer das krankhafte Halten mehrerer Tiere auf engem Raum. Die Vierbeiner leben – allgemein gesprochen – häufig in ihren eigenen Fäkalien, ohne tierärztliche Versorgung und ausreichend Futter und Wasser.

Die Stadt Brandenburg wiederum verklagt umgekehrt auch die 51-Jährige. Denn die Verwaltung zahlte den beiden Tierheimen in der Stadt seit Mai 2014 über viele Monate hinweg zwei Euro pro Tag und Tier für deren Lebensunterhalt. Dieses vorgestreckte Geld fordert die Stadt gerichtlich von der Halterin zurück. Im Gericht war von einer Summe von 70 000 Euro die Rede, die bisher die Allgemeinheit trägt.

Um sich in dieser Auseinandersetzung rechtlich wehren zu können, beantragte die Massenkatzenhalterin Prozesskostenhilfe bei Gericht. Als sie die Ablehnung erhielt, wetterte sie los, und zwar schriftlich: Offenbar habe das Gericht kein Problem, einen „notorischen Lügner, Verbrecher und Tierquäler“ zu unterstützen. Im Weiteren bezichtigt sie den Amtsveterinär dann noch der Anwendung von „Stasi-Methoden“.

Solche Hasstiraden gegen einen ihrer Mitarbeiter ließ Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (61, CDU) nicht durchgehen. Sie erstattete Strafanzeige. Der als Zeuge angehörte Amtstierarzt Knut Große (61) räumte auf Nachfrage des Staatsanwaltes ein, durch die Beleidigungen in seiner Ehre gekränkt worden zu sein. Doch eine Entschuldigung wolle er annehmen. Doch die Angeklagte bat ihn nicht um Verzeihung.

Die Amtsrichterin bestrafte die Katzenfrau zu 20 Tagessätzen à 15 Euro. Die musste sich vor rund zwei Wochen auf Betreiben der Verwaltung erneut von sieben Katzen trennen, eine davon wahrscheinlich trächtig.

Die einschließlich der Nachwuchstiere etwa hundert beschlagnahmten Katzen aus dem Jahr 2014 haben inzwischen ein neues Zuhause. Die letzte dieser Katzen hatte das Tierheim im November 2015 verlassen.

Die 51-Jährige betreibt einen Tierschutzverein und sammelt über ihre Internetseite Spenden, die ihren ursprünglich aus dem Osten der Türkei stammenden „Türkisch Van“ zugute kommen sollten. Sie bietet auch die Vermittlung der als Schwimmkatzen bekannten Tiere an.

Von Jürgen Lauterbach

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