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Brandenburg/Havel Katzenjammer: Tierschützer und Amtsärzte streiten über vier verwilderte Tiere
Lokales Brandenburg/Havel Katzenjammer: Tierschützer und Amtsärzte streiten über vier verwilderte Tiere
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19:51 14.06.2018
In solche Käfige werden verwilderte Katzen gelockt, um sie sicherzustellen und zu kastrieren. Quelle: Tierschutzverein Brandenburg
Brandenburg/H

Tierschützer und Amtstierärzte liegen im Streit, sogar der Oberbürgermeister kümmert sich schon um den Katzenkammer. Die Frage ist: Was soll mit den vier verwilderten Katzen vom Schützenworth geschehen, die der Tierschutzverein ursprünglich im Auftrag der Stadt eingefangen hat, damit sie kastriert werden können.

Im Grundsatz herrscht zwar Einigkeit zwischen Katzenfreunden, dem Tierschutzverein, den beiden Tierheimen in der Stadt und der Stadtverwaltung. Die wild lebenden, umher streunenden Katzen hinter dem Hauptbahnhof am Schützenworth erkennen alle als Problem, das gelöst werden muss.

Wiederholt haben sich viele Anwohner über die Samtpfoten beschwert, von denen die meisten alles andere als lieb, sanft und handzahm sind. Bisher kümmern sich zwei in der Nachbarschaft lebende Menschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten um die Anarchie auf vier Pfoten. Doch Gegen die Bürger haben die Fachleute der Verwaltung in der jüngeren Vergangenheit eine Haltungsuntersagung ausgesprochen, weil sie dort keine artgerechte Haltung erkennen.

Sechs verwilderte Katzen wurden kastriert

Wie viele wilde Katzen am Schützenworth ihr Revier haben, weiß niemand ganz genau, berichtet Anja Linckus, Sprecherin der Tierschutzvereins Brandenburg/Havel. Um das Problem zu lösen, haben Tierschützer im April so viele Katzen wie möglich im Auftrag der Verwaltung sichergestellt, so dass sie kastriert werden konnten.

Mit Käfigfallen gelang es, sechs Katzen in die Brandenburger Tierheime zu bringen. Eine der Katzen hat inzwischen Junge bekommen und wird vorerst im Tierheim bleiben – ebenso wie ein relativ zahmer Kater, bei dem die Tierfreunde auf eine Vermittlung hoffen können.

Übrig bleiben vier schwierige Katzen. Einig sind sich alle Beteiligten, dass die wilden Kerle auf Dauer nicht in den Quarantänestationen bleiben können. Denn die Katzen haben den Kontakt zum Menschen verloren, sind verwildert.

Das Tierheim kann keine Dauerlösung für die Katzen sein

„Ein länger andauernder Aufenthalt im Tierheim verstößt gegen das Tierschutzgesetz, da dies bei den Tieren zu länger anhaltenden Leiden führen würde“, schreibt die Verwaltung. Das sehen die Betreiber des Tierheims ebenso. Doch was mit den Tieren geschehen soll ist umstritten und beschäftigt inzwischen auch Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU).

Nach bisheriger Planung wollen die Amtsveterinäre die verwahrlosten Katzen an einem nicht näher bekannten Ort ihrem Schicksal überlassen. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt bezeichnet die geplante Aktion als „Zurücksetzen der Tiere in die Freiheit“ und ausdrücklich nicht als ein Auswildern oder Aussetzen.

Tierschützer halten den Weg für ganz falsch. Uta Ewert, die die Katzenpension in Emstal und die Katzenhilfe Kloster Lehnin führt, weist alle Amtsveterinäre der Stadt darauf hin, dass eine solche Aktion gegen das Tierschutzgesetz verstoßen würde, und betont, dass sie gegebenenfalls Strafanzeige gegen die Amtsveterinäre erstatten werde.

Zurücksetzen, aussetzen oder auswildern?

Die beiden Tierheime in der Caasmannstraße und im Eichhornweg weigerten sich, die Katzen herauszugeben, als die Verwaltung am Montag anrückte. „Zurücksetzen“ würde laut Anja Linckus bedeuten, sie an den vertrauten Ort am Schützenworth zurückzubringen. Doch genau das sei eben nicht beabsichtigt. „Es geht nicht, die Katzen einfach orientierungslos in fremder Umgebung umherirren zu lassen“, sagt die Vereinssprecherin.

Das Tierheim schlägt vor, eines seiner vorhandenen Außengehege zu nutzen, damit sich die Katzen dort an eine neue Umgebung gewöhnen. Mindestens 14 Tage dauere es, ehe sie so weit seien, dass sie ausgewildert werden könnten.

In dieser Woche bleiben die Tiere noch wo sie sind. Die Verwaltung behauptet, es sei zwischen dem Veterinäramt und den Tierheimen abgesprochen, die Katzen voraussichtlich in der nächsten Woche „wieder in die Natur entlassen, nicht am Ursprungsort“.

„Das ist eine Lüge“

Die Katzen seien in der Lage, sich selbst zu versorgen, ihrer Natur entsprechend würden sie nicht gefüttert. „Das ist eine Lüge“, widerspricht Anja Linckus. Derartige Absprachen existierten nicht und wären auch nicht im Sinne des Tierschutzes, versichert die Vereinssprecherin. „Die Tiere sind Menschen gewohnt, die sie füttern.“

Von Jürgen Lauterbach

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