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Kein Laden im ganzen Stadtteil

Brandenburg an der Havel Kein Laden im ganzen Stadtteil

Lange Wege zum Supermarkt: Für zwei Monate von jeglicher Nahversorgung abgeschnitten sind die Bewohner und Gartennutzer rings um das Wohngebiet „Eigene Scholle“ sowie im Ortsteil Wilhelmsdorf. Der einzige Markt von Netto schließt und vergrößert die Verkaufsfläche von 600 auf 800 Quadratmeter. Tausende Menschen müssen nun woanders einkaufen.

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Der Netto auf der Scholle.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Auf der Scholle ist für zwei Monate kaum Einkaufen möglich – jedenfalls für die Menschen, die nicht mit dem Auto oder mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Der Netto-Markt in der Ziesarer Landstraße wird am 9. Oktober geschlossen und danach umgebaut. Dabei wird auch die Verkaufsfläche vergrößert von 600 auf 800 Quadratmeter. Die Wiedereröffnung des Marktes ist für Ende November geplant. Die Bäckerei und Fleischerei im Eingangsbereich bleiben weiterhin bestehen, teilt Anne Kiefer von der von Netto beauftragten Werbeagentur mit.

Weitere Informationen soll es auf Wunsch des Unternehmens erst kurz vor der Wiedereröffnung geben. Doch war ja bereits schon vor Monaten sichtbar, dass beispielsweise der benachbarte Pflanzenmarkt abgerissen worden ist. Ob es in der Lücke noch beispielsweise einen zusätzlichen Getränkemarkt oder ähnliches gibt, war am Donnerstag nicht zu erfahren.

Netto hat direkt in der Wilhelmsdorfer Vorstadt und im Ortsteil quasi eine Monopolstellung. „Wir haben schon seit einiger Zeit gehofft, dass es eine Erweiterung an dem eigentlich viel zu kleinen Marktstandort im Nahversorgungszentrum für die Scholle gibt, aber bisher gab es dafür keine Signale“, hatte Stadtplaner Wolfgang Görlich im Stadtentwicklungs- und im Hauptausschuss beklagt. Die Diskussionen waren aufgekommen, weil der Markt ein Alleinstellungsmerkmal im Wohngebiet „Eigene Scholle“ mit mehr als 1000 Wohngrundstücken und etwa gleich vielen Erholungsgrundstücken sowie einem ganzen Ortsteil (Wilhelmsdorf) hat. Gerade in den Sommermonaten – wenn die ganzen Gartennutzer ebenfalls ihre Einkäufe erledigen – war es im Markt und auf dem Parkplatz zeitweise immer sehr voll. Görlich hatte zwischenzeitlich sogar angedeutet, dass es aus stadtplanerischer Sicht kaum Widerstände gegeben hätte, wenn sich an der Ziesarer Landstraße noch eine andere Handelskette mit einem normalen 800-Quadratmeter-Discounter niedergelassen hätte. Für Märkte dieser Größenordnung bedarf es keines aufwendigen Bebauungsplanverfahrens, nur einer Baugenehmigung, wenn die in den Nahversorgungsbereich nach dem Einzelhandelskonzept der Stadt passen.

Von André Wirsing

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