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Kein Platz für Anwohner im neuen Parkhaus

Brandenburg an der Havel Kein Platz für Anwohner im neuen Parkhaus

Bis zum März 2018 entsteht auf dem Areal des Güterbahnhofes in Brandenburg an der Havel ein riesiges Parkhaus mit mehr als 600 Stellplätzen. Doch soll es nur den Mitarbeitern der Riester-Behörde ZfA vorbehalten sein. Bauherrin ist die SD Invest Brandenburg, die für die Behörde auch Hunderte Büros in den alten Brennaborwerken herrichtet.

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Die DIP hat unter anderem das Parkhaus am Eurobahnhof Saarbrücken mit 453 Stellplätzen errichtet.

Quelle: DIP

Brandenburg/H. Am Güterbahnhof wird innerhalb eines Jahres ein riesiges Parkhaus errichtet. Die Deutsche Industrie- und Parkhausbau GmbH baut den Komplex für die Beschäftigten der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen ZfA, für die gerade Büros in den alten Brennaborwerken hergerichtet werden. Bauherrin für beide Vorhaben ist die SD Invest Brandenburg GmbH aus Dörpen.

Geplant ist eine offene Großgarage mit 601 Stellplätzen und sieben Parkebenen die in einem so genannten Split-Level-Prinzip angeordnet sind – also versetzt beziehungsweise angesetzt. Auf drei kleinen Ebenen gibt es jeweils 14 Plätze, auf den vier größeren 137 bis 145 Stellplätze. Die Boxen sind jeweils 2,50 Meter breit, die Fahrgassen jeweils mindestens sechs Meter und breiter. Die Rampen zwischen den Decks haben ein Gefälle von weniger als 15 Prozent. Behindertengerechte Stellplätze sind außerhalb des Gebäudes in ausreichender Stückzahl vorgesehen.

280.000 Stellplätze im Bundesgebiet

Die Deutsche Industrie- und Parkhausbau GmbH mit Sitz in Bad Honnef (NRW) unterhält Niederlassungen in Berlin, München, Hannover, Stuttgart und Saarlouis.

Gebaut werden Industriegebäude und Parkhäuser – bislang mehr als 550 Bauwerke mit einer Fläche von 6,5 Millionen Quadratmetern und 280.000 Stellplätzen.

Das Unternehmen existiert seit 39 Jahren. Angeboten werden von Beratung, über Konzeption und Planung, Bauleistungen bis zur Instandhaltung/Wartung.

Bekannte Referenzobjekte sind die Parkhäuser am Flughafen Köln/Bonn oder das Parkhaus der Daimler AG am Salzufer in Berlin.

Es gibt zwei Treppenhäuser, in einem verkehrt zusätzlich ein Personenaufzug. Das Bauwerk wird 117 Meter lang, 32,30 Meter breit und 9,40 Meter hoch sein. Eine Fassadengestaltung ist aktuell nicht geplant, heißt es aus dem Unternehmen. Die umlaufende Absturzsicherung erfolgt aus verzinkten Doppelstabgittermatten.

Gegründet wird die ganze Konstruktion auf Einzel -und Streifenfundamenten sowie einer Bodenplatte. Das Parkhaus wird in Stahlskelettbauweise mit Stahlbetonverbunddecken errichtet. Wände und Decken werden in Sichtbeton hergestellt, das bedeutet, sie sind bereits glatt und eben, brauchen keine Extra-Beschichtung. Die Wände haben eine Dicke von 25 Zentimetern, ebenso die Treppenhauspodeste. Die Dachdecke hat eine Dicke von bis zu 23,5 Zentimetern.

Geplant ist eine Bauzeit von 227 Tagen von der Auftragserteilung an den Generalunternehmer bis zur Übergabe des Parkhauses. Die Tiefbauarbeiten sollen nach vorläufiger Planung am 14. Juli beginnen, die Betonarbeiten am 7. August. Die Endabnahme soll bis zum 9. März kommenden Jahres erfolgen.

Die Stadtverwaltung hat bereits die Baugenehmigung erteilt, sagt Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) auf MAZ-Anfrage. Dazu erforderlich war eine zudem eine Freigabe des Eisenbahnbundesamtes. „Das muss bestätigen, dass es die Flächen am alten Güterbahnhof nicht mehr für Bahnzwecke verwendet, dass sie entbehrlich sind.“ Das gleiche Prozedere musste die Stadt beim Gestalten des Bahnhofsumfeldes vor ein paar Jahren auch durchlaufen.

Nicht alle Stellplätze im neuen Parkhaus werden wohl von der Riester-Behörde (ZfA) auch gebraucht, weil nicht alle Mitarbeiter täglich mit dem Auto von außerhalb anreisen. Gleichwohl schließt die Behörde den Generalmietvertrag mit der Bauherrin. „Es gab schon einmal Vorgespräche mit einem ZfA-Vertreter und uns als Stadtverwaltung“, sagt der Bürgermeister. Demnach seien einige Optionen offen. So könnte es beispielsweise sein, dass die Brandenburger und die Menschen aus der Region das Parkhaus an den Wochenenden nutzen, da müsse man aber schauen, ob es dafür überhaupt Bedarf gibt.

Zudem müssen die Stadtverordneten spätestens im Herbst über das neue Konzept zur Parkraumbewirtschaftung befinden und entscheiden. Das sieht nämlich vor, dass in der Innenstadt und an zentralen Punkten wie dem Hauptbahnhof mehr Parkplätze bewirtschaftet werden – also dafür bezahlt werden muss. Welche Lösungen es für Berufspendler geben wird, steht noch nicht fest.

Das neue Parkhaus wird bei den Pendlern sicher auch Begehrlichkeiten wecken und Neiddiskussionen auslösen. Andererseits kann es für die offenen Stellplätze rings um den Bahnhof auch für Entlastung sorgen, weil die ZfA-Mitarbeiter dort keine Flächen mehr blockieren.

Noch scheint auch die Diskussion um ein weiteres Parkhaus nicht ganz vom Tisch – bislang hieß es immer, es finde sich kein Investor, der zu Konditionen baut, die sich durch Einnahmen refinanzieren. Aber offensichtlich hat sich im Falle ZfA auch eine Lösung gefunden, wie für eine überschaubare Summe eine praktikable und platzsparende Auto-Herberge errichtet werden kann.

Der neue Komplex dürfte die Debatte aufs Neue befeuern. Zumal die Stadt immer um neue Einwohner wirbt, dann muss sie auch dafür sorgen, dass diese auch unter zumutbaren Bedingungen zu ihrer Arbeit gelangen.

Von André Wirsing

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