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Keine Chance der Diskriminierung

Begegnungsstätte Gollwitz Keine Chance der Diskriminierung

Ukrainische und deutsche Jugendliche erarbeiteten gemeinsam Kurzfilme für mehr Respekt, Toleranz und Zivilcourage in der Begegnungsstätte Gollwitz (Brandenburg an der Havel). Eine Woche kreierten sie eine Idee, die sie filmisch umsetzten, entwickelten ein Storyboard, schauspielerten, führten Regie und lernten mit Licht und Ton umzugehen. Nun präsentierten sie ihre Ergebnisse.

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Jede der Gruppen stellte ihr Filmprojekt am Montagabend vor.
 

Quelle: Foto: Volkmar Maloszyk

Gollwitz.  Es sind tragische Augenblicke, wenn Menschen ausgeschlossen werden aufgrund ihres Glaubens, ihrer Sexualität oder ihres Aussehens. Um solchen Situationen und vor allem Vorurteilen und Rassismus entgegenzuwirken, erarbeiteten 25 Jugendliche des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Fürstenwalde sowie der Fachschule 14 in Kiew gemeinsam Kurzfilme zum Thema Respekt, Zivilcourage und Toleranz.

Vorurteile abbauen

Eine Woche lang verbrachten die Schüler gemeinsam in der Begegnungsstätte Gollwitz in drei gemischten Kleingruppen und kreierten ein Storyboard, filmten, schauspielerten, führten Regie lernten mit Licht und Ton umzugehen. Bei der Ideenfindung setzten sie sich auch mit ihren eigenen Haltungen und Vorurteilen auseinander.

Weniger Schubladen

Ziel des Projektes war es, starre und einseitige Kulturvorstellungen aufzuweichen und die Vielfalt der sich begegnenden Gesellschaften aufzuzeigen. „Die Jugendlichen gehen hier mit weniger Schubladen raus. Wir versuchen Denkanstöße zu geben“, sagte die Bildungsreferentin der Begegnungsstätte Dajena Schlöffel. „Der respektvolle Umgang miteinander ist sehr wichtig.“

Internationale Ausweitung

In diesem Jahr wurde das 2011 gestartete Projekt zum ersten Mal international ausgeweitet, neben den ukrainischen Teilnehmern gab es im Oktober bereits eine ähnliche Jugendbegegnung mit französischen und deutschen Schülern. Im vergangenen Jahr scheiterte die Teilnahme von ukrainischen Schülern an den Visa.

Ursachen finden

Staatssekretär Rudolf Zeeb freute sich über die gute Stimmung unter den Jugendlichen: „Es ist schön, wenn man ein solches Projekt hat und dabei gemeinsam über Respekt und Integration redet“, sagte er. Zeeb machte sich Gedanken darüber, warum Menschen andere ausgrenzen: „Die Ursache liegt in einem selbst, in den eigenen Ängsten, nicht im Verhalten anderer“, äußerte er sich. Wenn man die Ursachen kenne, könne man diese angehen. „Mir fällt keine andere Möglichkeit ein, Diskriminierung zu verhindern, als zusammenzukommen und so Vorurteile abzubauen.“

Sprachbarrieren überwinden

Um Sprachbarrieren zu überwinden, hat die 15-jährige Elly Lich des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in ihrer Gruppe während des Projektes gedolmetscht, zu Hause spricht sie mit ihrer Mutter Russisch. Auch ihre Klassenkameradin Monique Schulze nahm an dem Projekt teil: „Für mich war es toll, mit Schülern aus einem anderen Land zusammenzuarbeiten. Auch Freundschaften sind entstanden“, erzählte sie.

Hilfe suchen

Unterstützt wurden die Gruppen von drei Studenten der Fachhochschule Brandenburg aus dem Bereich Digitale Medien. Die Filme, die nun Eigentum der Schulen sind, behandelten Themen wie die Ausgrenzung einer hiv-positiven Frau oder zeigten ein Mädchen, das ausgeschlossen wird, weil es nicht an Gott glaubt. Ein kompletter Clip widmete sich der Diskriminierung in sozialen Netzwerken. Dabei bezogen die Jugendlichen immer mit ein, dass man sich Hilfe holen muss, ob bei Selbsthilfegruppen, in der Familie oder bei Freunden. Einer der Kurzfilme endet mit dem Satz: „Gute Freunde erkennt man leichter, wenn das Leben schwerer wird.“

Von Melanie Höhn

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