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Brandenburg/Havel Keine „Essener Probleme“ bei der Tafel
Lokales Brandenburg/Havel Keine „Essener Probleme“ bei der Tafel
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23:46 07.03.2018
Die Brandenburger Tafel vesorgt bedürftige Menschen, egal, wo sie herkommen. Hinqweisschilder an der Ausgabestelle in der Wilhelmsdorfer Straße in Brandenburg an der Havel. Quelle: Ruediger Boehme Brandenburg/Havel
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Brandenburg/H.

„Wir orientieren uns an der Bedürftigkeit der Menschen, die zu uns kommen. Nicht an ihrer Nationalität“, sagt Andreas Griebel, DRK-Chef in Brandenburg und auch für die Brandenburger Tafel zuständig. Die Ankündigung der Tafel in Essen, bis auf Weiteres nur noch Bedürftige mit deutschem Pass als neue Kunden aufzunehmen, hatte jetzt empörte Reaktionen ausgelöst.

Unter anderem erklärte Bundessozialministerin Katarina Barley (SPD), eine Gruppe pauschal auszuschließen fördere Vorurteile und Ausgrenzung. Die Entscheidung hatte der Vorstand der Essener Tafel damit begründet, dass der Anteil der Migranten unter den 6000 regelmäßigen Kunden der Tafel auf 75 Prozent gestiegen sei. Ältere Menschen und Alleinerziehende würden so schleichend verdrängt.

Grundsätze sind festgeschrieben

Die Brandenburger Tafel würde sich an den eigenen Grundsätzen orientieren. Die seien eindeutig: Wer den Nachweis der Bedürftigkeit erbringe, bekomme bei der Tafel kostenlose Nahrungsmittel. In der Stadt vergebe das Sozialamt den Familienpass, wer aus dem Landkreis komme, bringe von dort eine Bescheinigung der Bedüftigkeit mit, erklärt Griebel.

Allerdings wolle er nicht den Stab über den Kollegen aus Essen brechen. „Die haben ganz andere Probleme als wir.“ Während dort 6000 Menschen Lebensmittel empfangen und 75 Prozent davon Ausländer seien, halte sich das in Brandenburg doch in viel engeren Grenzen. Zwar seien es nach 2015 auch in Brandenburg mehr ausländische Menschen geworden, die auf die gespendeten Lebensmittel angewiesen seien.

Keine Probelme unter Wartenden

Doch während man in den ersten Monaten damals für die Asylbewerber den Freitag reserviert habe „weil wir dann auch Dolmetscher da hatten“, würden sich heute Deutsche wie Flüchtlinge gemeinsam anstellen. Bevorzugt werde niemand. Vor der Eröffnung der Tafel würden Lose gezogen. Die Nummer Eins sei sofort dran, „wer die 98 zieht, der muss eben warten.“ Das Lostopf-Prinzip „ist ziemlich fair“, glaubt Andreas Griebel.

An der Tür der Tafel hat die Tafel-Mitarbeiterin Griseldis Grey ein Schild angebracht, das klar macht: „Uns ist egal, aus welchem Land die Lebensmittel kommen, die hier verteilt werden. Und es ist egal, aus welchem Land die Menschen stammen, die Hilfe in Anspruch nehmen.“

Produzenten, Bauern und Supermärkte helfen

Natürlich wissen auch die Mitarbeiter und Träger der Tafel, dass sie gebraucht werden, um Verfehlungen der Politik auszugleichen und die Armut zu lindern. Doch politisch bewerten will das niemand offiziell. Man helfe eben, ist der Tenor. Und die Hilfe kann sich sehen lassen. 300 Haushalte werden pro Woche mit Lebensmitteln versorgt, die die Tafel bei kleinen Produzenten, Bauern oder Supermärkten wie Rewe, Lidl oder Kaufland gespendet bekommt.

Mindestens drei Personen gehören in der Regel zu einem Haushalt. Griebel: „Ich denke es sind in Summe über 1000 Menschen pro Woche, die von unserer Tafel unterstützt werden.“ Sechs Tonnen Lebensmittel setzt die Tafel im Durchschnitt pro Monat um. Die Spenden zusammen zu bekommen, sei nicht einfach.

Fünf Kilo im Durchschnitt

Denn auch die Produzenten und Supermärkte würden schon aus Kostengründen vermehrt versuchen, Überproduktionen zu vermeiden. Und doch würde es gelingen, jeden Hilfesuchenden in der Woche mit einer Tüte im Gesamtgewicht von etwa fünf Kilo zu unterstützen.

Von Benno Rougk

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