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Kiez-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

Drei Bewerber in Bollmannsruh Kiez-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

Wie weiter mit dem Kiez Bollmannsruh? Drei Bewerber wollen das Bungalowdorf am Beetzsee von der Gemeinde Päwesin kaufen. Darunter der Humanistische Regionalverband (HRV). Dieser betreibt das Freizeitareal seit sechs Jahren. Eine Entscheidung wird erst in den nächsten Wochen erwartet. Bis dahin bangen die Kiez-Mitarbeiter um ihre Jobs.

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Kiez-Mitarbeiter verfolgen die Sitzung der Päwesiner Gemeindevertreter. Über einen Verkauf wird erst im April entschieden.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Päwesin. Sie bangen um ihren Job – die 16 Männer und Frauen vom Kiez Bollmannsruh. Ihr Arbeitgeber ist der Humanistische Regionalverband Brandenburg/Belzig (HRV), der seit sechs Jahren das Bungalowdorf am Beetzsee betreibt. Schwerpunkt sind Kinder- und Jugendfreizeiten. Damit könnte Ende des Jahres Schluss sein. Die Gemeinde Päwesin will das rund zehn Hektar große Freizeitareal verkaufen. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung hat nicht nur der gemeinnützige HRV ein Angebot abgegeben. Es gibt zwei weitere Interessenten. Dabei soll es sich um Privatleute handeln, die das Gelände für touristische Dienstleistungen weiter entwickeln wollen. „Die preislichen Angebote liegen ziemlich dicht beieinander“, sagte Amtsdirektor Dirk Müller der MAZ.

Über Einzelheiten der drei Kaufangebote bewahren sowohl die Gemeindevertreter als auch die Verwaltung vorerst Stillschweigen. Am 31. März sollen alle drei Bieter ihre Konzepte vorstellen. „Wir werden uns jedes einzelne Angebot ansehen und dann hoffentlich eine gute Entscheidung treffen“, sagte Päwesins Bürgermeister Hubertus Kühne am Dienstag auf einer Gemeinderatssitzung. Eine Entscheidung wird für den April erwartet. Die Begegnungsstätte platzte aus allen Nähten, weil der HRV-Vorstand und die Kiez-Mitarbeiter mit ihrer Anwesenheit ein Bekenntnis zum Standort Bollmannsruh abgeben wollten.

Das Kiez Bollmannsruh grenzt direkt an den Beetzsee

Das Kiez Bollmannsruh grenzt direkt an den Beetzsee.

Quelle: Frank Bürstenbinder

HRV-Geschäftsführer Axel Krause erinnerte vor den Kommunalpolitikern an das Engagement des Verbandes für das Kiez Bollmannsruh, das in sechs Betreiberjahren von der Drei-Sterne-Zertifizierung über zahlreiche Modernisierungen bis hin zu kulturellen Höhepunkten reichte. 70 000 Gäste haben dem Kiez in den vergangenen Jahren einen Besuch abgestattet. Ein erstes Kaufangebot des HRV an die Kommune war an der Höhe gescheitert. Päwesin entschied sich für eine öffentliche Ausschreibung. „Wir haben geliefert. Wir haben gekämpft. Doch was wollen Sie?“, fragte Krause die Gemeindevertreter.

Nicht nur Freunde

Nicht alle neun Volksvertreter hängen an den HRV. Frank Brademann ist eigentlich gegen einen Verkauf. Außerdem monierte er, dass der HRV nur die Hälfte der Pacht wie der Vorgängerbetreiber bezahlt. HRV-Vorstandsvorsitzender Thomas Ukrow erinnerte dagegen an die Abmachung mit der Kommune, dass der Verband im Gegenzug für Investitionen selbst aufkommt. „Wir haben zum Beispiel sämtliche Küchengeräte ausgetauscht und neue Heizkessel angeschafft. Das hätte sonst die Gemeinde als Eigentümerin finanzieren müssen“, stellte Ukrow klar. Wenig am Hut hat auch Lisa Price mit dem HRV. Ihr passt Ukrows Betätigung als Reiseveranstalter nicht. Der Verbandschef betreibt das Unternehmen Ki Ju Reisen und vermarktet auch Ferienfreizeiten im Kiez Bollmannsruh. „Da bleibt der Profit. Deshalb wird im Kiez so wenig investiert“, wittert die SPD-Frau. Eine Theorie, die beim Humanistischen Regionalverband nur noch Kopfschütteln auslöst.

Holzschuher meldet sich zu Wort

Bürgermeister Kühne macht keinen Hehl daraus, dass er mit dem jetzigen Betreiber sympathisiert. „Ich habe mich mit dem HRV wohl gefühlt. Es ist eine Menge auf dem Gelände passiert. Geld allein kann nicht das Nonplusultra sein“, so Kühne. Doch gibt es offensichtlich Kräfte im Gemeinderat, die eine Trennung vom Kiez mit einer maximalen Einnahme für die Gemeindekasse verbinden wollen. Mittlerweile interessiert sich auch die große Politik für die „Grundstücksangelegenheit Kiez Bollmannsruh“. In einem Brief an Bürgermeister Kühne bricht SPD-Landtagsabgeordneter Ralf Holzschuher eine Lanze für den Humanistischen Regionalverband, dessen „enorme Initiative“ er lobt. Zwar wolle er sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Gemeinde einmischen, doch hoffe er, dass es der Gemeindevertretung gelingt, die derzeitige Struktur des Kiez Bollmannsruh zu sichern. Holzschuher besuchte das Bungalowdorf in der Vergangenheit mehrfach.

Von Frank Bürstenbinder

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