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Kinder schaffen ein ganzes Haus voller Kunst

Brandenburg/Havel Kinder schaffen ein ganzes Haus voller Kunst

Toll, was die Kinder alles geschaffen haben. Ein ganzes Haus voller Kunst. Für jedes Kurskind ein Kunstwerk, lautete die Devise. Und so hängen in der diesjährigen Sommerausstellung, die Dienstagabend eröffnet wurde, etwa 180 Bilder in den Räumen der Brandenburger Galerie Sonnensegel.

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Auch die Geschwister Megan und Amy Clayton (von links) haben Arbeiten von sich dabei.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. Wahnsinn, was die Kinder alles geschaffen haben. Ein ganzes Haus voller Kunst. Für jedes Kurskind ein Kunstwerk, lautete die Devise. Und so hängen in der diesjährigen Sommerausstellung, die Dienstagabend eröffnet wurde, etwa 180 Bilder in den Räumen der Galerie Sonnensegel. Die Arbeiten der Kinder seien schon an so vielen Orten gezeigt worden, sogar bis nach Berlin waren sie unterwegs. Jetzt sei es an der Zeit gewesen, für die Kinder und ihre Familien die Werke einmal in ihrer Heimatstadt Brandenburg auszustellen, sagte Sonnensegelchef Matthias Frohl.

Die Qualität und die Individualität der Arbeiten überraschen. Selbst kleine Kinder von drei und vier Jahren haben Bilder geschaffen, die sich sehen lassen können. Beispielsweise erstaunt die dreijährige Nora Fünfstück mit der gelungenen Illustration eines Undine-Märchens. Und Matti Hildebrandt hat mit vier Jahren „Drei Freunde“ gekonnt ins Bild gesetzt.

Tolle Ergebnisse haben die kleinen Künstler erzielt, wenn sie eine konkrete Themenstellung bearbeitet haben. Künstlerisch überzeugende Bilder sind entstanden in der Auseinandersetzung mit Shakespeare und seinem „Wintermärchen“. „ Zur Einstimmung habe ich den Kindern die Geschichte vorgelesen, die Franz Fühmann nach dem Shakespeare Stück nacherzählt hat“, erläutert Kunstlehrerin Martina Stein. „Und Jacky Gleich hat für das Buch wunderbare Illustrationen dazu geschaffen, die sich die Kinder anschauen konnten.“ Doch keines hat einfach nur abgemalt. Alle haben eigenständige Bilder gemalt. Wie beispielsweise Michelle Bär, neun Jahre alt, der es mit ihrer Collage hervorragend gelungen ist, die märchenhafte Stimmung des Wintermärchens in Eis und Schnee zu vermitteln.

„An einem leeren Haselstrauch sitzen drei Spatzen Bauch an Bauch.“ Zum Knutschen niedlich sind die drei Vögel, die der siebenjährige Rim Jeoneit in seiner Bildergeschichte gezeichnet hat. Bunt und lustig geht es in der Geschichte vom Buchstaben F zu, die Ida van de Kamp (sechs Jahre) geschaffen hat: „Fiona erforscht faule Fliegen und findet frühe Frösche und flinke Finken.“

„Willst du mit mir gehen?“ Das fragt ein Junge seine Angebetete am Fenster. Das heißt, das würde er sie gerne fragen, wenn er nicht so furchtbar schüchtern wäre. Also lässt er den Schlager für sich sprechen. Auch die Theaterkinder haben sich von Shakespeare-Texten inspirieren lassen. Seit September proben insgesamt 36 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und fünfzehn Jahren in fünf Gruppen jeweils einmal in der Woche zwei Stunden lang mit Michelle Schmidt. Während die Jüngeren zur Eröffnung der Sommerausstellung mit kleinen Spielszenen, Tanz und Akrobatik ihren großen Auftritt hatten, brillierten die etwas Älteren bereits Anfang der Woche mit ihrem Stück „Erde, Liebe, Leben“ bei den Schultheatertagen.

Mit dem Theaterangebot beteiligt sich auch die Galerie Sonnensegel an der Umsetzung des neuen Musik- und Kunstschulgesetzes, das seit etwa zwei Jahren in Kraft ist. Das Problem: Für dieses zusätzliche Angebot werben die Kunst- und Musikschulen neue Kinder an. Gefördert werden sie aber aus einem Budget des Landes, dem nur ein fester Sockelbetrag zur Verfügung steht. Je mehr Schüler die Kunst- und Musikschulen insgesamt haben, desto weniger Förderung erhalten sie pro Kind. „Das ist absurd“, findet Matthias Frohl.

Von Ann Brünink

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