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„Kinderschutz gehört ins Grundgesetz“

Brandenburg an der Havel „Kinderschutz gehört ins Grundgesetz“

Die 63-jährige Gabriele Gawlich wurde von Bildungsminister Günter Baaske für ihren Einsatz zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch und der Hilfen für Betroffene mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sie selbst hat eine lange Leidenszeit hinter sich und möchte ihre neu gewonnene Kraft an Betroffene weitergeben.

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Gabriele Gawlich und Bildungsminister Günter Baaske.

Quelle: Melanie Höhn

Brandenburg/H. Nach langer Leidenszeit und Therapie entschied sich Gabriele Gawlich vor etwa zehn Jahren, etwas für Menschen zu tun, denen das Gleiche widerfahren ist wie ihr.

Für ihren Einsatz zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch und der Hilfen für Betroffene ist sie deshalb am Mittwoch im Rathaus der Stadt Brandenburg mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. „Sie hat sich getraut und deutlich gesagt, worum es bei diesem Thema gehen muss: Kinderschutz gehört ins Grundgesetz“, sagte Brandenburgers Bildungsminister Günter Baaske. „Für mich ist es eines der schönsten Male, dass ich diese Auszeichnung verleihen darf.“

Neu gewonnene Kraft an andere Betroffene weitergeben

Eine zehn Jahre lange Therapie half der gebürtigen Berlinerin, dass sie heute offen über das Thema sprechen kann. „Ich möchte anderen Betroffenen meine neu gewonnene Kraft weitergeben“, sagt Gabriele Gawlich, die seit zehn Jahren in der Havelstadt wohnt. Die 63-Jährige hat am Runden Tisch zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in Deutschland in den Jahren 2010 und 2011 maßgeblich mitgewirkt, um Betroffenen eine Stimme zu geben. „In meiner Arbeitsgemeinschaft setzte ich mich für diejenigen ein, die massiv in ihrer Kindheit geschädigt wurden und niemals Hilfe erfahren haben.“ So sei eine Basis geschaffen worden, dass sich die Bundesregierung dauerhaft mit diesem Thema beschäftige, sagte Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Missbrauchs.

Völlig geheilt wird man nie

Als Teil einer Frauengruppe, die sich per Brief an öffentliche Personen, Ärzte und Psychotherapeuten wandte, machte sie viele Jahre lang darauf aufmerksam, was sich ändern muss. „Jeder braucht eine individuelle Therapie. Völlig geheilt wird man nie, das geht bis zum Lebensende“, weiß sie. Gabriele Gawlich ist zudem Gründungsmitglied des Vereins Mogis, der sich für die Rechte von Betroffenen aller Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung einsetzt.

Bewusstsein für Kinderrechte schärfen

Dabei liegt ihr das Thema Prävention gegen Kindesmissbrauch sehr am Herzen: „Ich möchte das Bewusstsein dafür schärfen, dass Kinder uns alle angehen und wir alle für sie verantwortlich sind“, sagt sie. Dass Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden müssen, ist ihr im Zuge der Bundestagswahlen sehr wichtig: „Das muss als Wert in die Politik einfließen.“ Trotz ihrer schweren Krebserkrankung hat sie die Kraft, anderen zu helfen, nicht verloren: „In all den Jahren habe ich mehr empfangen, als ich gegeben habe.“

Von Melanie Höhn

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