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Kirchenkatze klärt Kids über Leiden Jesu auf

Brandenburg an der Havel Kirchenkatze klärt Kids über Leiden Jesu auf

Jesus starb ab Kreuz und erstand zwei Tage später wieder auf. Bei einer Kinderführung der Brandenburger Kirchenkatze drehte sich alles um den Grund für unser Osterfest. Wie das lange Zeit gefeiert wurde, zeigte auch ein Jahrhunderte alte Jesusfigur. Um sie zu sehen, durfte sich die Gruppe ins Depot des Doms wagen.

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Christian Radeke zeigt den Kindern die Auferstehung Jesus.

Quelle: Annika Jensen

Brandenburg/H. Eine uralte Kirche mal so richtig erkunden. Alles über ihre Geschichte und die christliche Religion erfahren und dabei auch noch hinter die Kulissen schauen. Das steht für Kinder im Brandenburger Dom einmal im Monat auf dem Programm. Unter dem Namen Brandenburger Kirchenkatzen sucht sich die Gruppe jedes Mal ein neues Thema und dann geht es zur Führung durch den Dom. Die Teilnahme ist kostenlos und steht jedem interessierten Kind ab fünf Jahren offen. Das Thema der jüngsten Veranstaltung war der Tode Jesu.

Kinder im Alter zwischen vier und neun Jahren und ihre Eltern sind dabei. Der Kirchenfremdenführer Christian Radeke leitet die Tour. „Jetzt war ja Karfreitag und da denken die Christen daran, wie Jesus starb“, beginnt Radeke seine Führung. „Wir haben hier im Dom ein paar Bilder, die zeigen, wie er starb. Weiß jemand, wo die Bilder sind?“ will er von den Kindern wissen. Sofort fängt eines der Kinder an, los zu laufen. Es glaubt zu wissen, wo es lang geht – und läuft doch in die falsche Richtung. „Ja, jetzt wird es wieder kälter“, kommentiert Radeke den Weg des kleinen Experten. Letztlich landen sie vor dem Altar. Dort, wo das große Kreuz ist, an dem Jesus leblos hängt, neben ihm Maria, Johannes, Petrus und Paul. Auch die drei anderen Kreuzigungsdarstellungen zeigt Radeke den Kindern und ihren Eltern.

Dann geht es weiter zur Auferstehungsszene. Davon gibt es nur eine im Dom. Und die ist ziemlich klein und ziemlich weit oben. Christian Radeke führt seine Gruppe vor das Kunstwerk und hält eine Fotografie von der Szene vor die Brust, damit seine Gruppe überhaupt erkennen kann, was zu sehen ist. „Morgen gedenken die Christen ja der Auferstehung, denn es ist Ostersonntag“, beginnt Radeke seinen Vortrag.

Doch dann wird er unterbrochen. „Morgen kriege ich meinen Basketballkorb“, sagt der kleine Nils und bringt die Erwachsenen zum Lachen. Nach der Auferstehung möchte der Kirchenführer von den Kindern wissen, was in der Zeit zwischen Jesus’ Tod und seiner Auferstehung passiert ist.

Sie schauen ihn aber nur ratlos an. „Da lag Jesus im Grab“, sagt Radeke schließlich. „Und diese Zeit wurde von den Christen lange mit einer großen Holzpuppe begangen, die sie in ein Grab legten.“ Sie sollte den Sohn Gottes darstellen.

Auch der Dom hat eine solche Puppe. Sie ist der Höhepunkt der Führung.Denn um sie zu sehen, geht Christian Radeke mit seiner Gruppe in einen Bereich des Doms, der sonst nur wenigen zugänglich ist: dem Depot für die Kostbarkeiten. Die Gruppe muss durch den Kreuzgang und einige Sicherheitsschleusen und schließlich in das dritte Stockwerk.

Letztlich sind sie auf dem Dachboden über der Ritterakademie angekommen. Hier sind teils Jahrhunderte alte Bilder, Büsten, Skulpturen und Figuren verwahrt. Nur zu Ausstellungen kommen sie aus ihren Kisten und Regalen, werfen ihre Tücher ab und zeigen sich der Öffentlichkeit.

Hier oben liegt sie: die überlebensgroße, hölzerne Jesuspuppe. Radeke schätzt, dass sie aus dem 14. Jahrhundert stammt. „Von diesen Puppen gibt es nicht mehr viele. Diese lag lange Jahre in der Unteren Krypta hier im Dom“, erzählt Radeke. „Dort gehörte sie aber eigentlich nicht hin, deswegen wurde sie hierher geschafft.“

Die Kinder sind begeistert. Es ist ein wenig gruselig hier oben. Dazu trägt besonders der Holz-Jesus bei. Die Puppe ist in weißes Tuch gehüllt und auf Kniehöhe aufgebahrt. Schon etwas beängstigend. „Ich finde die Führung toll, weil ich noch nicht hier oben war. Ich habe aber schon bei einigen Führungen mitgemacht“, sagt der neunjährige Georg Diedrichs. Er ist mit seiner Mutter Katharina dabei und macht regelmäßig bei den Kirchenkatzen mit. Als die Gruppe wieder am Tageslicht ist, zückt Georgs Mutter eine Blechdose. Zum Schluss jedes Treffens gibt es nämlich Kirchenkatzenkekse. Dieses Mal auch.

Die nächste „Kirchenkatze“ gibt es laut Programm am Samstag, 20. Mai, um 14 Uhr, zum Thema „Beten und bitten“.

Von Annika Jensen

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