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Kirchmöser aus der Froschperspektive

Jürgen Führer setzt Stofftiere in Szene Kirchmöser aus der Froschperspektive

Zehn Jahre ist es her, dass die MAZ den Fotografen und Geschichtenerzähler Jürgen Führer (66) erstmals vorstellte und mit ihm die Welt seiner Stofftiere, in der Frösche deutlich in der Mehrheit sind. Mit ihnen betrachtet der gebürtige Sachse das Leben in Kirchmöser und der Welt aus der Froschperspektive.

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Jürgen Führer mit den Urviechern Kurti und Mondi, die ihre Winterpullover nach dem Waschen selbst aufhängen.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Kirchmöser. Wäschewechsel im Froschhaus. Die Winterwollpullover von Kurti, Mondi & Co flattern auf der Wäscheleine, auf dass der Wind sie trockne. Die berühmten grünen Tiere aus Kirchmöser-Ost tragen inzwischen Sommer- oder Übergangskleidung. Bereit für neuen Ausflüge und Abenteuer.

Zehn Jahre ist es her, dass die MAZ den Fotografen und Geschichtenerzähler Jürgen Führer (66) aus erstmals vorstellte und mit ihm die Welt seiner Stofftiere, in der Frösche deutlich in der Mehrheit sind. Der aus Dresden stammende Rentner nimmt seine Froschherde seit 2001 in wechselnder Besetzung mit auf große und kleine Fahrt.

Er lässt seine Beifahrer an den möglichsten und unmöglichsten Stellen aussteigen, arrangiert sie und drückt auf den Auslöser. Lustige Szenen mit Frosch. Es gibt inzwischen Hunderte Spaßbilder oder sogar Tausende. Mit staunenden Schweinen, im selbst gebauten Segelbötchen, im Flugzeug, beim Angeln, Backen, Baden, beim Pilzesammeln oder Temposünderblitzen.

Mit seinen beiden Urviechern Kurti und Mondi hat Jürgen Führer vor 15 Jahren begonnen, das Leben in Kirchmöser und der Welt aus der Froschperspektive zu betrachten. Inzwischen machen es sich 350 Frösche und andere Stofftierarten in der Wohnung der Führers bequem, an allen denkbaren Ecken und Enden. Auf der Couch sitzen die privilegierten Frösche und unken, wenn ihnen danach ist.

Die meisten Stofftiere tragen selbst gestrickte Sommer- oder Winterware. Die zwanzig erstgeborenen Stofftiere besitzen sogar Ausweispapiere mit Namen und Lichtbild. Mit Leidenschaft und einem Lächeln treibt der Mann, der in seinem Berufsleben für die Sicherung der Bahnstrecken Verantwortung trug, das Leben im Froschhaus auf die Spitze.

Man täte Jürgen Führer aber Unrecht, wollte man ihn als Fotografen auf den Spleen mit den Fröschen reduzieren. In seinem Arbeitsleben, das vor zwei Jahren endete, war er Frühaufsteher. Entsprechend häufig hat er die Natur, die Landschaften und die Städte morgens erwachen sehen. Er hat immer wieder den fotografischen Blick, der einen Freizeitknipser von einem guten Hobbyfotografen unterscheidet.

Blende, Belichtungszeiten, Kameratechnik, all das interessiert den Mann mit der Kamera nicht wirklich. Er sucht Momente und Motive, findet sie und hält sie fest – keineswegs nur aus der Froschperspektive. Im Gästebuch seiner 10 000-fach angeklickten Internetseite www.fuehrer-grafik.de wird der Rentner mit Lob überschüttet, dem sein Sohn einst den Blick durch die Kameralinse schmackhaft gemacht hat.

Dennoch, das meiste Aufsehen erregt der Sachse aus Kirchmöser, wenn er seine grünen Freunde irgendwo akribisch in Szene setzt: „Fremde Menschen sprechen mich an, einige wollen mir die Frösche sogar abkaufen“, erzählt er, fügt aber gleich hinzu: „Meine Frösche sind unverkäuflich.“ Und wahrscheinlich auch unbezahlbar.

Von Jürgen Lauterbach

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