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Kirchmöser erste Adresse für Flüchtlinge

Brandenburg an der Havel Kirchmöser erste Adresse für Flüchtlinge

Sechs bis acht Wochen lang will der Sozialbeigeordnete von Brandenburg an der Havel, Wolfgang Erlebach (Linke), neu ankommende Flüchtlinge in Kirchmöser, auf dem Görden oder im Fliegerhorst Briest unterbringen. Ende nächster Woche wird das auf 288 Plätze aufgestockte Heim in der Flämingstraße voll belegt. Auch die 81 Wohnungen für Flüchtlinge sind voll.

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Das frühere Gebäude der Deutschen Bahn in der Hafenstraße kommt als Flüchtlingsunterkunft zumindest übergangsweise ein Frage.

Quelle: Christian Griebel

Brandenburg an der Havel. Die Stadt Brandenburg will keine Zelte aufbauen oder Turnhallen benutzen, um Flüchtlinge unterzubringen, für die das vorhandene Platzangebot nicht ausreicht. Für eine Übergangszeit von sechs bis acht Wochen will die Verwaltung vom 24. August an Flüchtlinge entweder in Kirchmöser, auf dem Görden oder im Fliegerhorst Briest unterbringen, angeblich vorübergehend.

Das ist aber noch nicht alles, wie der Sozialbeigeordnete Wolfgang Erlebach (Linke) bekannt gibt. Die Aufnahmekapazität des bisher einzigen Flüchtlingsheims in der Flämingstraße mit bisher rund 185 Plätzen wurde inzwischen drastisch erhöht. Ende nächster Woche sollen dort 288 Menschen wohnen, also rund hundert mehr als bisher, wie die Verwaltung bestätigt.

Grundlage ist den Angaben zufolge, dass die Belegung in den Unterkünften wegen des stark gestiegenen Bedarfs verdichtet werden darf auf sechs Quadratmeter Wohnfläche pro Mensch.

Etwa 75 Plätze in der Hafenstraße

Bis zum nächsten Dienstag soll sich nun erst einmal entscheiden, ob neu ankommende Flüchtlinge zunächst in der ehemaligen Ausbildungsstätte der Deutschen Bahn in der Hafenstraße 5 unterkommen. Das Gebäude gehört der Stadt. Dieser Standort ist mit etwa 75 Plätzen für den Übergang verwaltungsintern aktueller Favorit.

Gelegen ist das frühere Politechnik-Gebäude der Bahn etwa in Höhe der Firmen Spema und Autopunkt. Unten im Haus befand sich die Werkstatt, oben liegen die Unterrichtsräume. Schlaf- und Wohnzimmer gibt es noch nicht.

In Privatbesitz befindet sich die zweite Option: das ehemalige Arbeiterwohnheim des Stahlwerks in der Berner Straße. Als drittbeste Zwischenlösung gelten neu aufgestellte Wohncontainer auf einer Freifläche in der Berner Straße, dort wo sich vor ihrem Abriss die städtische Otto-Tschirch-Oberschule befand.

Fliegerhorst Briest: Der Eigentümer würde vermieten

Eigentümer An vierter Stelle stehen die früheren Soldatenunterkünfte (U-500-Block) im einstigen Fliegerhorst Briest mit langfristig 320 Plätzen. Der Privateigentümer ist laut Erlebach bereit, das Gebäude an die Stadt zu vermieten. Doch eine kurzfristige Nutzung sei nicht realisierbar.

An einem der genannten neuen Standorte sollen sechs bis acht Wochen lang neu ankommende Flüchtlinge leben. Deren Zahl könne sich von zwanzig auf etwa hundert erhöhen. Denn die Verwaltung kalkuliert mit einem Zugang von wöchentlich zwanzig neuen Gästen aus fernen Ländern.

Bis Ende nächster Woche sind laut Erlebach nicht nur die erwähnten 288 Wohnplätze in der Flämingstraße belegt, sondern auch die 81 Plätze in Wohnungen, die von Flüchtlingsfamilien genutzt werden. Zwar entstehen gerade weitere Unterkünfte in der Fohrder Landstraße (105 Plätze) und am Neuendorfer Sand (100 Plätze), doch ist es der Verwaltung nicht gelungen, diese neuen Unterkünfte rechtzeitig bewohnbar zu machen.

Zwanzig Zugänge pro Woche

Die Verteilung der Flüchtlinge vom Land auf die Kreise und kreisfreien Städte erfolgt wöchentlich.

Nach dem neuen Verteilverfahren nimmt die Stadt Brandenburg 2,7 Prozent der 2000 Asylbewerber auf, im August also 54 Menschen. Auf dieser Grundlage kalkuliert die Verwaltung mit wöchentlich 20 Zugängen, ein Puffer ist eingerechnet.

Für 2016 rechnet die Verwaltung mit einem Bedarf von mindestens 200 Plätzen in Gemeinschaftsunterkünften sowie einem kontinuierlichen Ausbau von Verbundwohnungen mit weiteren etwa 100 Plätze. Bei höheren Prognosen müssten entsprechende Anpassungen erfolgen.

Für die soziale Betreuung wird ein Personalschlüssel von 1:80 angesetzt. Gegenwärtig sind beim Wohnheimbetreiber DRK in der Flämingstraße und den Verbundwohnungen fünf Betreuer angestellt.

Die Lage hat sich nach Erlebachs Angaben zugespitzt, weil die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Eisenhüttenstadt überbelegt sei und daher auch die Stadt deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen müsse als zu Jahresbeginn absehbar. 241 Asylbewerber habe das Land der Stadt ursprünglich für das Jahr 2015 angekündigt. Doch habe die Verwaltung bis jetzt schon 232 asylsuchende Menschen aus fremden Ländern aufgenommen. Bis Jahresende sollen es insgesamt 456 Menschen werden.

Deutsches Rote Kreuz (DRK) und Johanniter hätten zugesagt, die Verwaltung bei der Ausstattung der Gebäude und bei der Betreuung der Fremden zu unterstützen.

Von Jürgen Lauterbach

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