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Brandenburg/Havel Kirchmöseraner signalisieren Hilfsbereitschaft
Lokales Brandenburg/Havel Kirchmöseraner signalisieren Hilfsbereitschaft
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15:56 25.08.2015
Das Objekt in der Hafenstraße ist bezugsfertig. 75 Männer werden hier Platz finden. Quelle: Foto: Philip Rißling
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Brandenburg an der Havel

Die Polizeipräsenz am Montagabend verhieß nichts Gutes, stellte sich aber schnell als unnötig heraus. Das Bürgerforum im alten Kirchmöseraner Pumpenhaus verlief weitestgehend ruhig, die Beamten bekamen nichts zu tun. Dabei war das Thema ein heikles: die kurzfristige Unterbringung von bis zu 75 Flüchtlingen im Stadtteil.

Der Sozialbeigeordnete Wolfgang Erlebach (Linke) hatte zu der Versammlung geladen und konfrontierte den mit 300 Zuhörern proppevollen Saal zunächst mit den Fakten: Die Notunterkunft in der Hafenstraße 5 ist bezugsfertig. Bis zu 75 Flüchtlinge werden im Obergeschoss des alten Gewerbekomplexes untergebracht, die Stadt wird ausschließlich Männer nach Kirchmöser delegieren. „Das hat einen ganz einfachen Grund. Der Standard der Unterkunft ist zugegebenermaßen relativ niedrig“, sagte Erlebach. Man wolle Familien mit Kindern nicht zumuten, in rund 50 Quadratmeter großen Räumen mit insgesamt acht Personen auf Feldbetten leben zu müssen. Die ersten 20 bis 25 Flüchtlinge sollen in den kommenden Tagen ankommen.

Nur übergangsweise auf Feldbetten

Erlebach machte am Montag deutlich, dass das Objekt keine dauerhafte Einrichtung werden soll. Wirklich zumutbar ist das Objekt nämlich tatsächlich nicht: Das Erdgeschoss, eine einstige Maschinenhalle, ist nicht nutzbar, zudem gibt es für die 75 Männer gerade drei Duschen. Nach sechs bis acht Wochen sollen die Flüchtlinge in die Fohrder Landstraße verlegt werden. Die dortige Unterkunft soll mit 105 Plätzen am 1. Oktober ans Netz gehen. Dann soll parallel die Hafenstraße dicht gemacht werden. „Wir sind allerdings verpflichtet, sie als Reserve weiter vorzuhalten“, sagte Erlebach mit Blick auf die stetig steigenden Flüchtlingszahlen weiter. In Kirchmöser werden die Flüchtlinge, entgegen den Gepflogenheiten in anderen Asylunterkünften, nicht gemeinsam kochen. „Sie werden eine Gemeinschaftsverpflegung erhalten“, sagte Erlebach. Rund um die Uhr werden sie zudem im Drei-Schicht-System betreut, haben immer einen Ansprechpartner vor Ort.

Weitestgehend verlief die Informationsveranstaltung am Montag in geordneten Bahnen. Zwar waren viele gekommen, um ihre Ängste, Sorgen und auch Vorurteile kundzutun. Erlebach gelang es jedoch, die meisten Fragen souverän zu parieren. Vor allem der Fakt, dass nur Männer nach Kirchmöser kommen, sorgte für Unruhe im Saal. Auch sorgten sich viele Anwohner um die Sicherheit im Stadtteil. Zu vielen Themen hatte Erlebach Experten an seiner Seite, so diverse Fachbereichsleiter aus der Verwaltung und für das die Flüchtlingsheime betreibende DRK Andreas Griebel und Wolfgang Reitsch.

Ängste und Sorgen pariert

Vor allem der jüngst aus dem Amt geschiedene Ex-DRK-Chef Reitsch ging unaufgeregt selbst auf abwegigste Fragen ein und beschrieb beinahe mantraartig immer wieder die Situation im Asylbewerberheim in der Flämingstraße. „Dort leben seit Jahren mehr als 20 Nationen friedlich zusammen. In all der Zeit gab es nie irgendwelche Übergriffe.“

Viele Bürger wendeten sich darüber hinaus mit Ideen und Angeboten zur direkten Hilfe für die Flüchtlinge an DRK und Verwaltung. Ob Sachspenden, Sprachkursangebote oder Freizeitgestaltung – dankbar nahmen die Institutionen jeden Vorschlag aus dem Publikum auf.

Erlebach will sich zurückhalten

Der Brandanschlag auf eine Notunterkunft in Nauen in der Nacht zu Dienstag hat keine Konsequenzen für die Arbeit des DRK. Man könne derlei Entwicklungen nur entgegen wirken, indem sich die Bevölkerung an der Integration von Flüchtlingen beteiligt, so Griebel. Wolfgang Erlebach will sich als direkte Folge der Ereignisse künftig zurückhalten, wenn es um die frühzeitige Kommunikation möglicher neuer Unterkünfte geht.

Von Philip Rißling

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