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Brandenburg/Havel Kirchmösers Kanastadamen trumpfen auf
Lokales Brandenburg/Havel Kirchmösers Kanastadamen trumpfen auf
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14:05 17.04.2016
Bitte nicht stören, wenn an den Dienstagnachmittagen in Kirchmöser Kanasta und Rommé regieren. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Kirchmöser

Den Termin muss sich niemand mehr in den Kalender eintragen, der Dienstagnachmittag ist gesetzt. Kartenspielen im Großformat. An sieben Tischen sitzen 35 Frauen und zwei Männer. Störungen sind nicht unbedingt erwünscht, wenn die Spielkarten nacheinander in die Mitte fliegen, Punkte gesammelt und Siege eingeheimst werden. Dienstags regiert Kanasta in Kirchmöser. Und Rommé. Sonst nichts.

Das Spieledienstag in der Stube ist lässt sich an den vielen Damenfahrrädern vor dem Mehrgenerationenhaus in der Bahnhofstraße erkennen. Das wöchentliche Treffen ist eine Institution für mehrere Dutzend Bürger aus Kirchmöser und Plaue.

Bitte nicht stören, wenn die Senioren Kanasta und Rommé spielen. Quelle: JACQUELINE STEINER

„Das ist ein bisschen Abwechslung, zu Hause ist es doch sonst langweilig“, sagt Eva Kohn. Die gelernte Friseuse aus Plaue ist mit ihren 89 Jahren die älteste Romméspielerin der Runde, die ihre Enkelin oft mitbringt und das ganz große Glück im Spiel meistens nicht hat.

Seit 1998 läuft die Betreuung der Senioren in der Stube des Arbeitslosenverbandes Brandenburg, berichtet Hausleiterin Christiane Maue. Einige der Spielerinnen haben den Kartentreff vor vielen Jahren gegründet, haben sogar eine Schrankwand und Stühle mitgebracht, um sich wie zu Hause zu fühlen.

Seit 1998 läuft die Betreuung

Ein paar ungeschriebene Gesetze gilt es zu beachten. Das wichtigste: Jeder spielt nicht mit jedem. Im Prinzip sitzen an einem Tisch Woche für Woche die gleichen Damen. Doch man hilft sich aus. Ist ein Tisch unterbesetzt, wird auch schon einmal gewechselt. Oder Ines Weinberger (50) springt ein, der gute Geist des Spielenachmittags.

Die ehrenamtliche Helferin, die über den Bundesfreiwilligendienst an die Aufgabe gekommen war, sorgt dafür, dass alles so läuft wie es die Gäste wünschen. Das heißt, ehe die Karten rascheln klappern die Kaffeetassen. Der Nachmittag beginnt mit Kaffeetrinken, Klönen und Kuchen, den Ines Weinberger und Katrin Otten (40) den Kanastaköniginnen kredenzen. Selbstgebacken ist der Kuchen, betont Christiane Maue.

„Das ist unser Glück hier, das macht uns alle zufrieden“, versichert Waltraud Iwannek, die seit 2004 in der gegenwärtigen Besetzung Kanasta spielt. Als ihr Mann vor vielen Jahren starb, suchte sie etwas zur Unterhaltung. Die einstige Kindergärtnerin aus Kirchmöser wartete auf einen freien Platz am Tisch. Und bekam ihn nach kurzen Warten.

„Das macht uns alle zufrieden“

Willkommen ist jeder in der Stube. Doch beim Kartenspielen ist es angesichts der aufeinander eingespielten Tischdamenrunden besser, als Neuling gleich in Gruppenstärke zu kommen. Wenn ein Mitglied einer Spieltischrunde stirbt, löse sich bisweilen die ganze Gruppe auf, berichtet Ines Weinberger.

So war es auch mit der Skatrunde, das langjährig einzige Männertrio. Einer der Skatbrüder starb und weil für das Spiel drei Leute notwendig sind, trumpfte seither an diesem Tisch niemand mehr auf.

Spielnachmittage in der Stube gibt es auch donnerstags, außer manchmal im Sommer, wenn einige Frauen gemeinsam zum Minigolfschläger oder Kegelkugel greifen. Am Montag tagt die handarbeitsrunde. Aber der Dienstag ist kartenspieleheilig. Zaghafte Alternativversuche mit Lichtbildvorträgen werden weggestochen. Denn Kanasta ist Trumpf. oder Rommé.

Von Jürgen Lauterbach

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