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Kita-Neubau kann erst 2017 starten

Verzögerung in Brielow Kita-Neubau kann erst 2017 starten

Zwei Millionen-Projekte werden die öffentliche Diskussion in der Gemeinde Beetzsee auch in 2017 bestimmen. Der Start für einen Kita-Neubau in Brielow erfolgt wohl erst Mitte Januar. Fällig ist eine Entscheidung, ob im selben Ortsteil eine Seniorenwohnanlage durch die Kommune errichtet wird.

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Amtsdirektor Guido Müller erläutert im Bauausschuss den Entwurf für eine Seniorenwohnanlage in der Brielower Hauptstraße.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Beetzsee. Die Arbeiten für den Kita-Neubau in der Brielower Hauptstraße werden frühestens Mitte Januar 2017 beginnen – wenn das Wetter mitspielt.„Zwar laufen intensive Vorbereitungen, doch sorgen viele kleine Probleme für immer neue Verzögerungen“, räumte ein sichtlich enttäuschter Beetzsee-Bürgermeister Rainer Britzmann (CDU) am Dienstag im Bauausschuss der Gemeindevertretung ein. Das rund 1,8 Millionen Euro teure Projekt wird zu 75 Prozent aus dem EU-Fördertopf zur Entwicklung des ländlichen Raumes (Leader) bezuschusst und unterliegt damit besonders strengen Ausgabekriterien.

Es gibt Schwierigkeiten mit dem Abriss des längst freigezogenen Jugendklubs, dessen Fläche für die neue Kita benötigt wird. Das Anfang der 1970er-Jahre ebenfalls als Kindergarten errichtete und 1999/2000 sanierte Gebäude steckt voller Baumaterialien, die heute unter besonderen Vorkehrungen entsorgt werden müssen. Zum Beispiel die Wärmedämmung aus Styropor und mit Chemikalien getränkte Dachelemente. Im Rahmen eines 5000 Euro teuren Gutachten wurden Bohrungen vorgenommen. „Eine Auflistung benennt alle Stoffe für die jeweils eine gesonderte Entsorgung nötig ist“, berichtete Simone Lüneburg von der Bauverwaltung des Amtes Beetzsee.

Erste Vorschläge für Investitionen

Im Amt Beetzsee hat die Aufstellung der kommunalen Haushalte für 2017 begonnen. Für die Gemeinde Beetzsee gibt es erste Vorschläge aus den Fraktionen für Investitionen. Was sich davon realisieren lässt, bleibt abzuwarten. Bürgermeister Britzmann wirbt zum Beispiel für die Einstellung eines dritten Gemeindearbeiters.

Zu den neuen Vorschlägen gehört unter anderem der Einbau eines Fahrstuhls in die Kita Radewege für Kinder, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Denkbar ist der Bau eines Gehweges auf der Südseite der Radeweger Dorfstraße gegenüber vom „Beetzseeknick“ bis zur Einmündung Am See.

Für den Ortsteil Brielow soll ein neuer Rasentraktor angeschafft werden. Im Kastanienweg muss ein von der Gemeinde überbautes Teilstück angekauft werden. In Kooperation mit der Stadt Havelsee könnten etwa 900 Meter der verlängerten Hohenferchesarer Straße (Alte Heerstraße) zu einem Radweg ausgebaut werden.

Eigentlich sollte bis zum Jahresende die Bodenplatte fertig sein – so jedenfalls die Hoffnung des Bürgermeisters. Trotz der Zeitverzögerung bleibt es bei dem Ziel den Neubau mit Platz für 74 Mädchen und Jungen bis Ende 2017 zu beenden. Seit 1986 ist die Brielower Kita in der benachbarten Alten Schule untergebracht, wo etwa 60 Kinder betreut werden können. Der 1892 errichtete Backsteinbau soll nach dem Auszug der Kita als Bürgerhaus für die Brielower nachgenutzt werden. „Erste Vorplanungen sind für das kommende Haushaltjahr denkbar“, so Bürgermeister Britzmann.

Neben dem Kita-Neubau wird eine weiteres Millionen-Vorhaben auch in 2017 die öffentliche Diskussion bestimmen. Dabei geht es um die Errichtung von altersgerechten Wohnungen mit der Kommune als Bauherrin. Bislang ist immer noch offen, ob die Gemeinde das Projekt auf dem Grundstück der einstigen Gaststätte Schwedenlinde realisiert. Die Kosten werden inklusive Ankauf und Abriss des Altbestandes auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt. Bürgermeister Britzmann sowie CDU und Pro-Fraktion sind für ein kommunales Engagement in der Schwedenlinde. Dagegen warnt die Fraktion der Bürgerliste vor einem finanziellen Fiasko.

So sah die Kindergarten-Baustelle in Brielow 1972 aus

So sah die Kindergarten-Baustelle in Brielow 1972 aus. Zuletzt war der Jugendklub in dem Gebäude. Es muss für die neue Kita abgerissen werden.

Quelle: MAZ-Archiv

Auf Anregung der Bürgerliste wurden jetzt die Kosten für ein vergleichbares Objekt mit 18 seniorengerechten Ein- und Zweiraumwohnungen auf einem gemeindeeigenen Grundstück in der Hauptstraße ermittelt. Wie zu erwarten war, schlägt diese Variante mit rund 1,9 Millionen Euro deutlich günstiger zu Buche. Es fallen schließlich keine Kosten für Erwerb und Abriss an. Die Miete würde bei etwa acht Euro pro Quadratmeter liegen, wenn die Gemeinde Beetzsee 475 000 Euro Eigengeld investiert und den Löwenanteil über einen KfW-Kredit mit 30-jähriger Laufzeit finanziert.

Amtsdirektor Guido Müller präsentierte dem Bauausschuss Details des vom Architekturbüro Fleege + Oeser erarbeiteten Variantenvergleichs. Dazu gehört auch eine Stellungnahme des Landkreises. Demnach wäre eine Bebauung der freien Fläche auf der Nordseite der Hauptstraße zulässig. Dennoch sei das Grundstück für dieses Projekt ungeeignet. Unter anderem ist der Platz für Stellplätze knapp. Für Brielows Ortsvorsteherin Elisabeth Elsner (Pro Fraktion) ist ein Standort in der Hauptstraße keine akzeptable Alternative zum Schwedenlinde-Grundstück: „Wir wollen mit einem Seniorenzentrum auch die Mitte Brielows beleben.“ Spätestens in der Haushaltdebatte für 2017 wird das Tauziehen um den Bau seniorengerechter Wohnungen weitergehen.

Von Frank Bürstenbinder

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